DAS BUCH
VOM
JENSEITS
Verlagslogo
KOBER'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG
BASEL-LEIPZIG 1929
COPYRIGHT BY
KOBER'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG
BASLE 1929
BUCHDRUCKEREI WERNER RIEHM IN BASEL
INHALT Seite
Einleitung 5
Die Kunst zu sterben 13
Vom „Tempel der Ewigkeit”
und der Welt des Geistes
71
Das einzig Wirkliche 111
Was ist zu tun? 149
Originalscan
EINLEITUNG
.Diese drei Abhandlungen sollen dir, OO
‒ soweit es durch Vermittlung in Worten OO
möglich wird, ‒ eine Vorstellung davon OO
geben, was deiner wartet, wenn das Erlö‐ OO
schen deines erdenkörperlichen Lebens dich OO
aus dieser physisch-sinnlichen Erschei‐ OO
nungswelt löst.
.Wie ein Reisehandbuch dir von Gegen‐ OO
den der Erde spricht, die du nie gesehen OO
hast, so soll dir allhier nun das Nötigste OO
gesagt werden über das dir noch unbekannte OO
„Land”, in dem du dich nach dem Tode OO
dereinst erlebensfähig finden wirst, ‒ einer‐ OO
lei, ob du jetzt an die Möglichkeit solchen OO
Erlebens glauben kannst, oder nicht.
.Gleichzeitig soll dich dieses Buch von so OO
manchen Irrtümern befreien, die dich vor‐ OO
7 Das Buch vom Jenseits
erst noch in Banden halten, wenn du an OO
jene Gestorbenen denkst, die du auf Erden OO
liebtest.
.Ängstlicher Glaube wie verstiegener OO
Aberglaube alter und neuerer Zeit haben OO
so zahlreiche Phantasiegebilde in Bezug auf OO
das „Jenseits” aufgeschichtet, daß es notwen‐ OO
dig ist, diesen Wust zu sichten, damit er OO
deine Vorstellung nicht weiterhin verwirre. OO
.Die einzigen, die über das Leben nach OO
dem Tode des sichtbaren Erdenkörpers wirk‐ OO
lich Authentisches zu sagen haben, sind OO
einige wenige Erdenmenschen die jenes OO
Leben, das des Erdenleibes nicht bedarf, OO
aus eigener, gesicherter Erfahrung her OO
kennen, obwohl sie zugleich auch noch, in OO
irdischer Erscheinung, dieser Erde Leid und OO
Freude kosten, gleich dir.
.Als einer dieser wenigen Jenseitsbewuß‐ OO
ten, gebe ich hier, was sich durch Worte OO
8 Das Buch vom Jenseits
als mitteilbar erweist, da wir die Sehnsucht OO
der Zeit erfühlen, die zu Recht erwartet, daß OO
nicht länger als „geheimes Wissen” gehütet OO
werde, was an geistigem Erleben irgendwo OO
und -wann, auch nur weniger Menschen OO
Bewußtsein erreichte.
.Möge dir das, was ich dir sagen kann, OO
zum Besten dienen!
.Möge es meinen Worten gelingen, dein OO
innerstes Selbstempfinden zu wecken, damit OO
dir aus dir selbst heraus jene GewißOO
heit wird, die allein dich wahrhaft sichern OO
kann vor sterilem Skeptizismus sowohl, wie OO
vor kritikloser Hingabe an allerlei Traum‐ OO
gebilde betörter, oder allzu erregter mensch‐ OO
licher Gehirne!
.In dir selbst sollst du den Maßstab fin‐ OO
den, an dem du fortan nachprüfen kannst, OO
wieviel Wahres und wieviel Wahn in den OO
Vorstellungen enthalten ist, die sich der OO
Erdenmensch von den ältesten Zeiten her OO
9 Das Buch vom Jenseits
schuf, um das Dunkel abgründiger Rätsel OO
ertragen zu können, das sich jedesmal vor OO
ihm auftat, sobald er vor einem Leichnam OO
stand.
.Nicht auf dein Für-wahr-halten kommt OO
es hier an, denn die Dinge von denen ich rede, OO
sind unabhängig von deiner Zustimmung OO
oder Ablehnung, und ich gebe dir hier keine OO
Glaubenslehre, sondern zeige dir eine Er‐ OO
scheinungsform der Wirklichkeit, die du vor‐ OO
erst noch nicht anders kennen lernen kannst, OO
als in der Vermittlung des Vorstellungsbil‐ OO
des durch das Wort der Menschensprache. OO
.Frühe genug wirst du den dir entsprechen‐ OO
den Bezirk in diesem Darstellungsbereich der OO
Wirklichkeit auch selbsterlebend kennen OO
lernen...
.Zu allen Zeiten haben Jenseitsbewußte OO
die Wirklichkeit bezeugt, aber ihr Zeugnis OO
wurde Freibeute Unberufener und verant‐ OO
10 Das Buch vom Jenseits
wortungsloser Wortverfälscher, so daß dir OO
heute Hilfe nötig ist, willst du entwirren OO
lernen, was entwirrt werden muß, soll nicht OO
zugleich mit den Ausgeburten wirrer Phan‐ OO
tasten, auch die Kunde wahrhaft Wissender OO
der Mißachtung aller reinlich und redlich OO
Empfindenden verfallen.
.Willst du erkennen, was dir hier gegeben OO
wird, so entschlage dich allen Vor-Urteils, OO
aber höre zuweilen in dein Innerstes hin‐ OO
ein, denn allda wird dir, so du nur willig OO
aufmerken magst, alle Antwort werden auf OO
die Fragen, die meine Worte noch offen OO
lassen, weil du sie selbst allein dir beant‐ OO
worten lernen mußt. ‒ ‒
.Es handelt sich ja hier wahrlich nicht OO
um Werbung von Anhängern für eine reli‐ OO
gionsphilosophische Hypothese, oder gar um OO
den Versuch, eine neue Religionsform ins OO
Leben zu rufen, ‒ sondern um ein Zeugnis OO
für das geistige (nicht „gehirnliche”!) UrOO
11 Das Buch vom Jenseits
erlebnis, das an der Wiege aller großen OO
alten, aus dem Geiste Gottes geborenen OO
Religionen stand...
.Somit setzt auch das lebendige Erfühlen OO
des hier Dargebotenen keineswegs eine AbOO
kehr von angestammter und heiliggehalte‐ OO
ner Religion voraus, sondern wird vielmehr OO
dort, wo altehrwürdige religiöse Formen OO
und Glaubenssätze wirklich noch Lebens‐ OO
bedürfnis sind, nur Vertiefung, BefestiOO
gung des Glaubens und Erleichterung desOO
Glauben-könnens bringen.
.Denen aber, die längst aller konfessio‐ OO
nellen Bindung entwachsen sind, werden OO
meine Worte erneut den Zugang zu geistigen OO
Bezirken freilegen, die zu erreichen höchste OO
Sehnsucht des Erdenmenschen bleibt, OO
auch wenn die Glaubensweise seiner Vor‐ OO
fahren ihn nicht zu der, seiner Fassungs‐ OO
form gemäßen, heiß verlangten Erfüllung OO
führte.
12 Das Buch vom Jenseits
DIE KUNST ZU STERBEN
.Du wirst gewiß glauben, es sei keine OO
Kunst”, zu sterben, ‒ es sei vielmehr OO
ein böses Müssen, und es lerne sich vonOO
selbst. ‒ ‒
.Gleich dir denken Unzählige, und tag‐ OO
täglich verlassen Unzählige durch ihr Ster‐ OO
ben den irdischen Körper, ohne daß sie OO
jemals die Kunst des Sterbens gelernt OO
hätten.
.Vielen kommt der Tod unerwartet „wie OO
ein Dieb in der Nacht”, ‒ anderen kommt OO
er wie ein gefürchtetes Gespenst, ‒ an‐ OO
deren als endlich erscheinender Erlöser von OO
ihren Leiden, ‒ und wieder andere rufen OO
ihn selbst herbei, weil sie durch ihn Be‐ OO
freiung von Sorge und Not, des Leibes und der OO
Seele, erwarten.
15 Das Buch vom Jenseits
.Selten aber trifft der Tod einen, der die OO
Kunst zu sterben versteht. ‒ ‒
.Um diese Kunst zu verstehen, mußt du OO
zu lebensfrischer Zeit gelernt haben, was OO
der „Tod” ist, was „Sterben” bedeutet! OO
.Du mußt gleichsam in der Fülle deiner OO
Kräfte „auf Probe” sterben, damit du zu OO
sterben verstehst, wenn der Tod dich OO
überrascht. ‒ ‒
.Sterben ist nicht ganz so leicht, wie OO
viele meinen, aber es ist auch nicht allzuOO
schwer, wenn man es vorher in krafter‐ OO
füllter Zeit gelernt hat...
.Jede Kunst will geübt sein, und ohne OO
Übung lernt man auch nicht das Sterben. OO
.Gleichwohl hat man es eines Tages durch‐ OO
zumachen, ob man es nun versteht, oder OO
nicht. ‒
16 Das Buch vom Jenseits
.Die meisten Menschen fürchten sich OO
vor dem Sterben, weil sie nicht recht wis‐ OO
sen, was dabei vorgeht.
.Jene aber, die sagen, sie fürchteten sich OO
nicht, gleichen Kindern die in einem Boot OO
aufs hohe Meer hinausfahren, ohne die Ge‐ OO
fahren des Meeres zu kennen. ‒ ‒
.Du aber sollst wie ein Steuermann sein, OO
der Winde und Strömungen kennt, und der OO
da weiß, welche Länder ihn auf der anderen OO
Seite des Meeres erwarten.
.Du sollst lernen, den Kurs deiner wohl‐ OO
ausgerüsteten Barke zu bestimmen. ‒ ‒ OO
.Sterben” nennt man das Aufgeben‐ OO
müssen des irdischen Leibes und seiner OO
Sinnesorgane, wenn dieses Aufgeben fürOO
immer und ohne Widerruf erfolgen muß, OO
weil der Leib aus physischen Gründen nicht OO
mehr imstande ist, sich zu erhalten.
17 Das Buch vom Jenseits
.Ein sehr ähnlicher Vorgang erfüllt sich OO
jedesmal wenn du dich zur Ruhe nieder‐ OO
legst und dem Schlafe überantwortest, ‒ OO
nur verlierst du dabei bloß zum Teil die OO
Herrschaft über Leib und Sinne, während OO
sie dir im Tode vollständig und unwiederOO
bringlich verlorengeht.
.Du siehst, wie Natur dich gleichsam auf OO
solche Weise selbst das Sterben lehrt!
.Du kannst das Sterben auch ähnlich vor‐ OO
aus erfahren bei einer Ohnmacht, oder bei OO
künstlicher Verdrängung des Bewußtseins OO
aus deinem Körper.
.Allein du erfährst bei alledem immer OO
nur den allerersten Teil des Vorganges, OO
‒ es sei denn, deine inneren, geistigen OO
„Sinne” wären bereits soweit in dir erwacht, OO
daß du „auf der anderen Seite” des Daseins OO
zu dir selber kommen kannst, und dich OO
dann, zu deinem Erstaunen, auch ohne den OO
Körper der Erde im Leben findest...
18 Das Buch vom Jenseits
.Besitzest du diese Erfahrung aber noch OO
nicht, dann können dir deine Träume im OO
nächtlichen Schlafe dazu dienen, dir wenig‐ OO
stens ein Verstehen des bewußten Lebens OO
ohne physischen Körper zu vermitteln, ob‐ OO
wohl das „jenseitige” Leben wahrlich AnOO
deres ist als nur ein „Traum”. ‒
.Ich muß hier nur an das Leben im OO
Traume erinnern um deinem Verstehen OO
zuhilfe zu kommen.
.So, wie du im Traume dich bewußt, OO
empfindungsfähig, denkend und hanOO
delnd findest, ‒ so, wie du auch im Traume OO
in einem „Körper” lebst und ihn frei ge‐ OO
brauchst, obwohl dein physischer Leib ruhig OO
auf seinem Lager im tiefen Schlafe liegt, OO
‒ so findest du dich auch körperlich ge‐ OO
staltet, bewußt, empfindend, denkendOO
und handelnd, wenn du auf der anderen OO
Seite des Daseins deine geistigen „Sinne” OO
gebrauchen kannst und dadurch dort zuOO
dir selbst kommst, sei es nun bloß vor‐ OO
19 Das Buch vom Jenseits
übergehend, oder ‒ wie im Tode des Er‐ OO
denleibes ‒ für die Dauer.
.Ein wesentlicher Unterschied besteht nur OO
darin, daß du im Traume lediglich die stets OO
wieder zerfließenden Gebilde deiner plasti‐ OO
schen Phantasie erblickst, die durch tausend OO
physische und psychische Anreize schein‐ OO
bares Eigenleben gewinnen, während du, OO
um wach zu werden in der objektiv ge‐ OO
gebenen geistigen Welt, ‒ gleichviel in OO
welchem ihrer Bereiche dein Erwachen er‐ OO
folgen kann, ‒ das Reich der Träume eben‐ OO
so verlassen mußt, wie du es verläßt um OO
wach zu werden in der physisch-sinnlichen OO
Erscheinungswelt. ‒
.Hast du das Reich der Träume „überOO
stiegen”, dann erst betrittst du das Reich OO
des Geistes, das unschwer auch von deinen OO
lebhaftesten und „natürlichsten” Träumen OO
zu unterscheiden ist, denn du bist dort ver‐ OO
möge deiner geistigen Sinne in einem Zu‐ OO
20 Das Buch vom Jenseits
stand des Bewußtseins, dem gegenüber selbst OO
das wacheste Tagesleben auf dieser Erde nur OO
wie ein Schlafwandeln erscheint. ‒
.Du siehst, hörst und fühlst die gleiche OO
ursächliche „Welt”, die du im tagwachen OO
Bewußtsein deines physischen Daseins als OO
physische Erscheinungswelt wahrnimmst, OO
‒ nur empfindest du sie „von der anOO
deren Seite”. ‒ ‒
.Die dir im physischen Erdenkörper unOO
wahrnehmbare Gestaltung der ursächOO
lichen, wesenhaften Welt ist dir plötzlich OO
wahrnehmbar geworden, und die nur phyOO
sisch-sinnlich wahrnehmbaren Dinge, die OO
du bisher die „reale” Welt nanntest, wer‐ OO
den dir: ‒ „leere Luft”. ‒
.Wenn es auch relativ wenig Menschen OO
sein mögen, die diesen Zustand, noch im OO
Erdenleibe lebend, in sich erfahren haben OO
und auch in der gegenwärtigen Zeit erfahren, OO
so sind es doch viel mehr als man ahnt, OO
21 Das Buch vom Jenseits
denn die meisten Menschen denen solches OO
Erleben wurde, verbergen es instinktiv vor OO
Anderen, sei es aus Furcht vor dem UnOO
glauben ihrer Mitmenschen und dem von OO
ihnen zu erwartenden „Fluch der LächerOO
lichkeit”, oder aber aus Besorgnis, das OO
geistige Erleben, das als besondere Begna‐ OO
dung empfunden wird, könne entzogenOO
werden, wenn man nicht zu schweigen ver‐ OO
stünde.
.Es sind zuerst noch keineswegs hoheOO
geistige Bereiche, die von solchen innerlich OO
bewußt Erlebenden betreten werden können, OO
allein es ist stets doch bereits „das andereOO
Ufer” erreicht, auch wenn die dort zum OO
Bewußtsein Erwachten noch lange nicht OO
fähig sind, ins „Innere” des entdeckten OO
„Landes” vorzudringen, oder gar seine ragen‐ OO
den „Gebirge” zu ersteigen. ‒
.Dahin gelangen während des Erden‐ OO
lebens nur die überaus Wenigen, denen OO
22 Das Buch vom Jenseits
hier auf dieser physischen Seite der ur‐ OO
sächlichen Welt das uralte „Erbgut” ver‐ OO
borgener geistiger Erfahrung anvertraut OO
wurde: ‒ die geborenen „Hohenpriester”, OO
die „Meister” des verhüllten geistigenOO
Wirkens und ihre als solche geborenen, OO
legitimen Nachfolger.
.Was uns in bewußtem Erleben des OO
„Jenseits” zu gesichertem Erfahrungswissen OO
wurde, wird dir hier gegeben!
.Wir sehen täglich und stündlich Tau‐ OO
sende von Menschen „das andere Ufer” fürOO
die Dauer betreten, ohne daß wir ihnen OO
helfen könnten, denn sie verstanden in OO
ihrem Erdenleben nicht die Kunst des Ster‐ OO
bens, und so kommen sie unbereitet am OO
„anderen Ufer” an, wie Schiffbrüchige, die OO
der Sturm ans Land wirft...
.Ratlos irren sie in der ihnen neuen Da‐ OO
seinsform umher und sind nicht imstande, OO
23 Das Buch vom Jenseits
die helfenden Hände zu ergreifen, die sich OO
ihnen entgegenstrecken.
.Noch fehlt ihnen jegliches Urteil, ob das, OO
was ihnen begegnet, Gefahr oder Hilfe bringt, OO
und angstvoll schrecken sie zurück, will OO
einer, der sie leiten könnte, ihnen nahen... OO
.So irren sie allein weiter, stets nahe OO
dem „Strande” des Meeres, das sie, ‒ wenig‐ OO
stens für ihr Gefühl, ‒ noch mit der ver‐ OO
lassenen physischen Seite des Daseins ver‐ OO
bindet, bis sie, gleichsam „magnetisch” an‐ OO
gezogen, eines jener kleinen „Strandreiche”: OO
‒ jener niedersten Gebiete der irdischen OO
Sinnen unerfaßbaren geistigen Seite des Kos‐ OO
mos entdecken, das ihren Vorstellungen, OO
ihrem im physischen Erdenleben gehegten OO
Sehnen und Hoffen entspricht.
.Dann wähnen sie, ihren „Himmel” ge‐ OO
funden zu haben, umsomehr, als dies von OO
allen anderen die sie alldort antreffen, ja OO
ebenfalls geglaubt wird...
24 Das Buch vom Jenseits
.Die einmal da anlangten, sind ihrem OO
Schicksal für unendlich lange Zeit ver‐ OO
fallen.
.Nur äußerst selten, und dann nur unter OO
größten Schwierigkeiten, gelingt es uns, OO
einen so Verirrten empor- und herauszu‐ OO
ziehen aus seiner selbsterwählten trüge‐ OO
rischen „Seligkeit”. ‒
.Da wir aber Umwege vermeiden lehren OO
wollen, und da uns die ewige Liebe also OO
handeln heißt, lehren wir euch die Kunst OO
des rechten Sterbens.
.Das Wesentliche dieser Kunst besteht OO
darin, daß man jederzeit, ‒ inmitten OO
von Zukunftsplänen und regester Tätigkeit, OO
bei blühender Gesundheit und frischester OO
Kraft, ‒ in fröhlicher Heiterkeit und siche‐ OO
rer Zuversicht bereit ist, das „andere Ufer” OO
für die Dauer zu betreten, ‒ ohne die Mög‐ OO
lichkeit einer Rückkehr.
25 Das Buch vom Jenseits
.Es ist ein Zustand des Gemüts, der da OO
gefordert wird.
.Mag er auch nicht jedem Menschen leicht OO
erreichbar erscheinen, so darf doch keiner OO
vergessen, daß dieser Zustand allein das OO
rechte Sterbenkönnen bedingt. ‒
.Wen die Dinge des physischen Erden‐ OO
lebens so festzuhalten vermögen, daß er OO
ihrer nicht entraten zu können meint, ‒ OO
wer sich keinen Zustand vorstellen kann, OO
in dem alle Ziele erdenhaften Begehrens OO
belanglos werden, ‒ der wird schwerlich OO
die Kunst des rechten Sterbens erlernen. ‒ OO
.Richtig und froh auf der Erde zu leben, OO
versteht aber erst der Mensch, der den Zu‐ OO
stand der Bereitschaft zu sterben, täglich OO
und stündlich willkürlich in sich zu er‐ OO
zeugen vermag, ‒ frei von jeglicher Furcht OO
und von jeder Traurigkeit. ‒ ‒
26 Das Buch vom Jenseits
.Er weiß, daß nichts von dem, was er OO
hier zurücklassen müßte, ‒ und seien es OO
auch die liebsten Menschen, die sorgebedürf‐ OO
tigsten Wesen, ‒ jemals von ihm getrennt OO
werden kann, wenn er nicht selbst die wirk‐ OO
liche Trennung will und durch seinen Wil‐ OO
len schafft. ‒
.Er weiß, daß er „hier” bleibt, am glei‐ OO
chen kosmischen „Ort”, ‒ noch näher den OO
Menschen die er liebt, als er ihnen je im OO
Erdenkörper nahekommen konnte. ‒
.Er weiß, daß er nach dem Sterben gewiß OO
nicht göttergleich verwandelt, und keines‐ OO
wegs irdisch „allmächtig” sein wird, daß er OO
aber denen, die seiner Hilfe bedürfen, weit‐ OO
aus mehr zu helfen imstande sein wird, als OO
dies jemals im physischen Leben möglich OO
werden konnte. ‒ ‒
.Wer die Kunst des Sterbens auf solche OO
Weise übt, der weiß fortan, daß es für ihn OO
leicht werden wird, wirklich und unOO
27 Das Buch vom Jenseits
widerruflich zu sterben, auch wenn der OO
Tod ihn gänzlich unerwartet treffen sollte... OO
.Daß der physische Vorgang des Ster‐ OO
bens nur für den Zuschauer unter Um‐ OO
ständen qualvoll ist, daß aber der Sterbende OO
selbst nicht darunter leidet, sondern die OO
Schmerzen seines etwaigen Leidens nur so‐ OO
lange noch fühlt, solange er noch nichtOO
gestorben ist, hat die prüfende Beobachtung OO
ärztlicher Forscher längst bezeugt.
.Wir aber haben hier nur darzustellen, OO
auf welche Weise das Bewußtsein des OO
Sterbenden den Akt des Sterbens überOO
dauert.
.Ist der Sterbende auch bis zum letzten OO
Augenblick vollbewußt, so tritt dennoch im OO
Moment der beginnenden Loslösung des OO
geistigen Organismus von dem bis dahin OO
ihm vereinten, tierhaften Erdenleib, eine OO
28 Das Buch vom Jenseits
Art des „Schlummers” ein, aus dem das Be‐ OO
wußtsein erst wieder zu sich selbst erwacht, OO
wenn das „Sterben” bereits vollzogen ist. OO
.Im Augenblick dieses Erwachens, das OO
einige Sekunden oder Minuten nach dem OO
äußerlich konstatierbaren „Tode” erfolgt, OO
findet sich der Mensch bereits in seinem, OO
ihm nun allein noch Erfahrung vermitteln‐ OO
den geistigen Organismus auf der nur OO
geistig wahrnehmbaren „anderen Seite” OO
der ursächlichen Welt: ‒ der ewigen OO
„Wirklichkeit”, die alle geistige, wie alle OO
physische Daseinsform aus sich ausstrahlt, OO
je nach der sie erregenden Anschauungs‐ OO
weise.
.Die bisher durch seine physischenOO
Sinne bedingte Wahrnehmungsfähigkeit des OO
nun Gestorbenen wurde vertauscht mit einer OO
neuen, ihm vorher normalerweise noch nicht OO
bekannten Art des Wahrnehmens, wäh‐ OO
rend seine formzeugende AnschauungsOO
weise vorerst noch unverändert bleibt.
29 Das Buch vom Jenseits
.Er ist weit davon entfernt, sich etwa OO
für gestorben zu halten, denn er findet sich OO
ja seiner selbst bewußt, wollend, und OO
wahrnehmungsfähig, wenn er auch noch OO
nicht erkennt, daß es geistige Organe sind, OO
die allein ihm jetzt dienen.
.Er empfindet sich keineswegs als „gestalt‐ OO
los”, denn sein bisheriger physischer Kör‐ OO
per war ja nur ein mehr oder weniger voll‐ OO
endetes Abbild des durch eigenen ewigen OO
Willen, ‒ wenn auch dem Gehirnwissen OO
„unbewußt” ‒ gestalteten geistigen Or‐ OO
ganismus, den jetzt das Bewußtsein wahrOO
zunehmen fähig wurde, obwohl es ihn OO
noch nicht als ein vom physischen Körper OO
Verschiedenes erkennt.
.So aber, wie der physische Schmerz so‐ OO
fort aufhört, sobald durch entsprechende OO
Mittel ein schmerzendes Glied des irdischen OO
Leibes unempfindlich gemacht wird, ‒ so OO
sind auch die physischen Schmerzen, die OO
etwa ein Sterbender noch kurz vor seinem OO
30 Das Buch vom Jenseits
Tode erlitt, im Augenblick des „jenseitigen” OO
Erwachens völlig verschwunden, da ja der OO
physische Körper, in dem die Ursache der OO
Schmerzempfindung liegt, nun dauernd von OO
dem nunmehr nur sich allein empfindenden OO
geistigen Organismus getrennt bleibt. ‒ OO
.Noch aber ist eine gewisse „fluidischeOO
Bindung durch unsichtbare, subtile und auch OO
dem geistigen Organismus fühlbare, fein‐ OO
materielle Ausstrahlungen des bisher ge‐ OO
brauchten physischen Körpers vorhanden, OO
und diese Bindung ist Ursache, daß der OO
jenseitig Erwachte noch mancherlei Vorgänge OO
in der Nähe des Leichnams auf geistigeOO
Weise wahrnimmt, obwohl sie in der phyOO
sischen Welt geschehen.
.So empfindet der nun „Jenseitige” die OO
„fluidischen” Influenzen aus der Gegenstrah‐ OO
lung der Menschen die seinen verlassenen OO
Erdenkörper umgeben, empfindet den „GeOO
fühlswert” ihrer Berührungen, wie ihrer OO
31 Das Buch vom Jenseits
Worte, und hat, ähnlich wie ein Blinder, OO
noch ein ziemlich genaues Vorstellungsbild OO
des verlassenen äußeren Raumes, ‒ wenn OO
auch die Täuschung besteht, als werde der OO
Raum noch mit den physischen Sinnen OO
wahrgenommen.
.Diese letzten Beziehungen zur physischOO
sinnlichen Seite der ursächlichen Welt blei‐ OO
ben noch einige Zeit erhalten, wenn auch OO
die Leiche längst erkaltet ist, aber was OO
solcherart noch empfunden werden kann, OO
verliert von Stunde zu Stunde an Kraft, OO
und die Wahrnehmungsfähigkeit dafür hört OO
vollständig auf, sobald die ersten Zersetzungs‐ OO
erscheinungen beginnen.
.Denen, die an dem Akt der Leichen‐ OO
verbrennung Anstoß nehmen, oder die gar OO
glauben, der Gestorbene könne dadurch in OO
seinem jenseitigen Leben „geschädigt” wer‐ OO
den, sei hier gesagt, daß nach der Zeit, die OO
in den Kulturländern eingehalten wird, be‐ OO
vor man einen Leichnam bestattet, längst OO
32 Das Buch vom Jenseits
jegliche Wahrnehmungsbeziehung zwischen OO
dem geistigen Organismus des Gestorbenen OO
und seinem ehemaligen Erdenleibe auf‐ OO
gehört hat.
.Wo aber Feuer als Ursache des Todes OO
wirkt, dort wird, wie bei jeder anderenOO
Todesursache, Schmerz nur bis zum Ver‐ OO
lust des physisch gebundenen Bewußt‐ OO
seins empfunden, während nach dem jen‐ OO
seitigen „Erwachen” jede Beziehung zum OO
früheren Erdenkörper erloschen ist, durch OO
die Zersetzung, die das Feuer bewirkte.
.Was nicht erlischt, ist das nun durch OO
den geistigen Organismus empfundene Be‐ OO
wußtsein der eigenen Gegenwart, und das OO
klare Sehen und Erkennen aller physisch OO
gegenwärtigen Menschen in ihren geistigenOO
Formen, die ja ‒ abgesehen von den phy‐ OO
sischen Behinderungen ihrer Darstellung OO
auf Erden ‒ durchaus den irdischenOO
Formen entsprechen.
33 Das Buch vom Jenseits
.Gestorbene, deren Bewußtsein während OO
ihrer Erdentage nur wenig über den Be‐ OO
reich des physisch-tierhaften Daseins hinaus‐ OO
wuchs, täuscht der neue Zustand oft so sehr, OO
daß sie auch noch längere Zeit nach ihrem OO
Erdentode nicht bemerken, daß sie nicht OO
mehr im physischen Leibe sind.
.Sie wähnen sich nur „genesen”, da ja OO
die frühere Ursache ihrer Leiden nicht mehr OO
besteht.
.Vorerst noch in eine Art traumhaften Vor‐ OO
stellens irdischen Erlebens gebannt, mischt OO
sich ihnen die Wahrnehmung der geistigenOO
Form ihrer Angehörigen mit den selbster‐ OO
zeugten Gestalten des eigenen Traumlebens, OO
und die Gestorbenen begreifen nicht, wes‐ OO
halb man um sie trauert.
.Sie versuchen dann oft mit allen Kräften, OO
die wirklich im physischen Dasein Trauern‐ OO
den zu überzeugen, daß kein Grund zum OO
Trauern bestehe, ‒ allein dieses Bemühen OO
34 Das Buch vom Jenseits
wird in der Erregung des Schmerzes von OO
den im Physischen Zurückgebliebenen nicht OO
empfunden.
.Erst in der Machtlosigkeit über solche OO
vermeintliche Torheit seiner Angehörigen OO
und Freunde entdeckt dann plötzlich der Ge‐ OO
storbene, daß er nicht mehr mit einem phyOO
sischen Körper behaftet ist, und erwacht OO
so aus seinem selbstgeschaffenen Traum.
.Dann erst beginnt er wirklich „sehen zu OO
lernen”, und seine geistigen Augen öffnen OO
sich für die neue geistige Seite der ursäch‐ OO
lichen Welt, deren physisch-sinnlichen An‐ OO
schauungskreis er verlassen hat, ohne den OO
kosmischen „Ort” zu wechseln.
.Hier fängt dann für jene, die nicht „dieOO
Kunst des Sterbens” während ihrer Er‐ OO
dentage übten, das geistige Irren an, denn OO
der geistige Organismus eines Menschen wird OO
durch den Tod keineswegs etwa über die OO
35 Das Buch vom Jenseits
bis dahin erlangte Sicherheit im Erkennen OO
hinaufgesteigert.
.Zwar sind sogleich hilfreiche Helfer nahe, OO
aber sie werden nicht als solche erkannt.
.Statt dessen werden sie von dem in seine OO
physisch-irdischen Meinungen noch verrann‐ OO
ten Gestorbenen sehr entschieden und selbst‐ OO
bewußt abgelehnt, so daß sie an aller Hilfe‐ OO
leistung verhindert sind.
.Die Gewißheit, das „jenseitige” Leben OO
tatsächlich erlangt zu haben, erweckt auch OO
nicht selten einen grenzenlosen Hochmut, OO
der die von ihm Befallenen erst recht in OO
ihren Torheiten bestärkt.
.Wer ganz ans Irdische verhaftet war, oder OO
zu sehr mit seinen Sorgen an Dingen und OO
Menschen hing, zu denen er nun nicht mehr, OO
physisch wirkend, zurückkehren kann, OO
wird bei der Einsicht in die Unmöglichkeit OO
des Zurückkehrens von einer qualvollen Ver‐ OO
36 Das Buch vom Jenseits
zweiflung erfaßt, die erst durchgekämpft sein OO
will, bevor er fähig wird, seine neuen Wir‐ OO
kungsmöglichkeiten gegenüber der irdischen OO
Welt, die nun rein geistiger Art sind, zu OO
erkennen. ‒
.Solche aber, die im physischen Leben OO
ganz mit dem Streben nach irdischer Ver‐ OO
wirklichung einer „Idee”, und mit den in OO
solchem Streben erzeugten Vorstellungen OO
verwachsen waren, verlieren ziemlich bald OO
fast alles Interesse an der verlassenen phy‐ OO
sischen Welt.
.Sie suchen nur nach einer Gelegenheit, OO
ihre „Idee” nun innerhalb ihres neuenOO
Lebensbereiches verwirklichen zu können OO
und sind blind gegenüber allen neuen Er‐ OO
lebnismöglichkeiten.
.Andere wieder suchen nach der ihnen OO
verheißenen und von ihnen gläubig erwar‐ OO
teten „Seligkeit”, und sind nicht wenig OO
erstaunt, sie nicht sofort, und in der Form, OO
37 Das Buch vom Jenseits
die sie sich auf Erden doch so schön erOO
träumten, im „Jenseits” gefunden zu haben. OO
.Allen diesen, mit sich selbst und dem OO
eigenen mitgebrachten Vorstellungsleben Be‐ OO
schäftigten wird schließlich eine Art Erfül‐ OO
lung ihrer Wünsche, indem sie in eines jener OO
niederen geistigen Reiche gelangen, deren OO
unbewußte Mitschöpfer sie schon auf Erden OO
waren...
.Auch dieser Übergang ist keine „Orts‐ OO
veränderung”, denn alle geistigen Welten, OO
‒ und es gibt deren unzählige, bis hin‐ OO
auf zu der höchsten und reinsten Welt gottOO
gebärenden Geistes, ‒ sind, einander durch‐ OO
dringend, am gleichen kosmischen „Ort”. ‒ OO
.Das bewußte Erleben geistiger Welten, OO
sowie der Übergang aus einer in die an‐ OO
dere, ist jeweils von einer gewissen Wahr‐ OO
nehmungswandlung abhängig, die das gei‐ OO
stige Bewußtsein für bestimmte Erscheinun‐ OO
38 Das Buch vom Jenseits
gen gleichsam „blind”, für andere dagegen OO
„sehend” macht.
.Aber gerade diese Wahrnehmungswand‐ OO
lung läßt sich nicht willkürlich hervor‐ OO
rufen, außer von den Meistern der ewigen OO
Darstellung des Menschen im höchstenOO
geistigen Reiche, oder ihren Beauftragten: OO
ihren erwählten Schülern, soweit deren ei‐ OO
gene psychophysische Veranlagung dazu ge‐ OO
eignet ist.
.Jeder Mensch aber, auch wenn er nichtOO
zu den hier bezeichneten Wenigen gehört, OO
kann sich doch immerhin in der VorstelOO
lung mit den Gefühlen, Empfindungen und OO
Bewußtseinszuständen vertraut zu machen OO
suchen, die ihn, entsprechend den hier von OO
uns gegebenen Aufschlüssen, nach dem Tode OO
des Erdenleibes erwarten.
.Ich lasse unbesorgt den Einwand gelten, OO
daß ein solches gewolltes Erregen des Vor‐ OO
stellungsvermögens doch immer nur bloße OO
39 Das Buch vom Jenseits
Bilder” hervorbringen könne, aber keines‐ OO
falls zu einem Erleben des wirklichenOO
nachirdischen Seins zu führen vermöge.
.Eben darum verlange ich ja, daß man OO
sich bei der Gestaltung der hier nötigen OO
Vorstellungsbilder strengstens an die Dar‐ OO
stellungen halte, die ich in diesem Buche OO
gebe, denn nur sehr wenigen Menschen OO
ist es möglich, schon während ihres ErOO
dendaseins den Bereich nachirdischen Seins OO
bewußt kennenzulernen, während es allenOO
Menschen möglich ist, durch das Erwecken OO
wirklichkeitsentsprechender Vorstel‐ OO
lungsbilder die Gefühle, EmpfindungenOO
und Bewußtseinszustände, die nach dem OO
irdischen Tode zu erwarten sind, gleichsam OO
im voraus zu durchleben.
.Ein solches, öfteres Vorauserleben aber OO
ist nötig, will man sicher sein, daß man OO
nach dem erfolgten Abscheiden des Bewußt‐ OO
seins aus der erdensinnlichen Erfahrungs‐ OO
weise sogleich sich zurechtzufinden wisse, OO
40 Das Buch vom Jenseits
und vor allem erkenne, was zu suchen, OO
was zu meiden sei!
.Nur wer solche Sicherheit bereits wähOO
rend seines Erdendaseins erlangte, wird OO
nach dem Übergang in die neue, rein geiOO
stessinnliche Wahrnehmungsart auch so‐ OO
gleich die helfenden Hände entdecken, die OO
sich ihm dort entgegenstrecken, und wird OO
vertrauend sie zu ergreifen wissen...
.Ihm können wir helfen!
.Er wußte die Kunst des Sterbens wäh‐ OO
rend seiner Erdentage schon zu „erlernen”, OO
und sein Vertrauen auf unsere Belehrung OO
ließ alle Erkenntnisfähigkeit in ihm reifen, OO
deren er nun bedarf.
.Vor jeglicher Täuschung und Enttäu‐ OO
schung wird er nunmehr gesichert sein!
.Ihn führen wir ‒ vorbei an den man‐ OO
cherlei „Strandreichen”, die irdisches Er‐ OO
41 Das Buch vom Jenseits
träumen und Wähnen sich durch die Kräfte OO
des mißleiteten Willens schuf ‒ sogleich in OO
das „Innere” des nun betretenen „Landes”, OO
allwo liebevolle Leitung ihn dann näher und OO
näher seiner Vollendung bringt.
.Er ist ja durch das Aufgeben seines ir‐ OO
dischen Leibes durchaus keinAndererOO
geworden!
.Es kann ihm nicht plötzlich gegeben OO
werden, was ihm noch fehlt. ‒
.Nur was er auf Erden bereits zu er‐ OO
langen wußte, bringt er mit, als Besitz. OO
.Was er auf Erden zu binden verstand, OO
bleibt auch im geistessinnlichen Leben für OO
ihn „gebunden”, und was er im Erden‐ OO
leben zur Lösung brachte, bleibt auch jetzt OO
für ihn „gelöst”...
.Allmählich nur kann man ihn immer OO
höher führen, bis er dereinst fähig wird, OO
42 Das Buch vom Jenseits
das erhabenste aller geistigen Reiche zu be‐ OO
treten: ‒ die reine Lichtwelt seligster und OO
absoluter Erfüllung. ‒ ‒
.Die „Zeiten”, die zu diesem Aufstieg OO
nötig sind, werden bestimmt durch den auf OO
Erden bereits erreichten Grad relativer gei‐ OO
stiger Vollendung und durch die aus solcher OO
Vollendung heraus erfolgte Abgeklärtheit des OO
ewigen Willens, innerhalb seiner Bewußt‐ OO
seinsempfindung.
.Das „Sterben” aus der irdischen Er‐ OO
fahrungsweise in die geistig-sinnliche Wahr‐ OO
nehmungsart vollzieht sich zwar auch ohneOO
deine Absicht, und was dich „jenseitig” er‐ OO
wartet, wird da sein, auch wenn du an keinOO
„Jenseits” glaubst.
.Es ist deinem ewigen Willen aber eine OO
große Macht eingeräumt, da du fähig bist, OO
durch Vorarbeit hier auf der physischOO
wahrnehmbaren Seite der Welt, all dein OO
43 Das Buch vom Jenseits
weiteres Schicksal sehr wesentlich zu be‐ OO
stimmen.
.Voraussetzung ist allerdings ein verant‐ OO
wortungsbewußter Lebenswandel, stets OO
orientiert nach dem hohen geistigen Ziel, OO
das nur in der uneigennützigen Liebe zu OO
allem Lebendigen erreichbar wird.
.Auf der „anderen Seite” der Welt, ‒ OO
dort, wo nur mit geistigen Sinnen wahr‐ OO
genommen wird, ‒ herrscht nicht nur die OO
„Wonne der Seligen”. ‒
.Es gibt dort wahrlich auch Reiche der OO
Qual und Verzweiflung, der zehrenden OO
Reue, und des Wunsches nach SelbstOO
vernichtung, obgleich diesem Wunsche OO
niemals entsprochen werden kann...
.Durch diese Reiche aber müssen un‐ OO
fehlbar alle hindurch, die hier auf Erden OO
das Gesetz nicht erfüllen, das Liebe zu sich OO
selbst und allen Mitgeschöpfen von jedem OO
Erdenmenschen verlangt.
44 Das Buch vom Jenseits
.Solche „Liebe” ist sehr weit entfernt OO
von jeglicher Art sentimentaler Schwärmerei OO
und allem Gefühlsüberschwang!
.Die hier gemeinte, durch geistiges Gesetz OO
geforderte Liebe ist vielmehr die höchste OO
und stärkste Selbst- und Allbejahung so OO
daß der von ihr durchdrungene Mensch so‐ OO
wohl in sich selbst wie in allem Mit-Dasein OO
nur das Positive, das Geistgewollte er‐ OO
fühlt, auch dann, wenn er sich genötigt sieht, OO
sich aufs schärfste der gleichzeitig wirksamen OO
negativen Kräfte der gleichen Erscheinung OO
zu erwehren. ‒ ‒
.Schwersten Verstoß gegen das geistige OO
Gesetz von dem hier die Rede ist, begehen OO
alle, die auf Erden Hand an ihr Leibesleben OO
legen, um aus irgend einem Grunde dem OO
irdischen Dasein und seinen Forderungen OO
feige zu entfliehen.
.Solches Tun ist überdies sinnlos und OO
zweckwidrig, denn statt der gesuchten OO
45 Das Buch vom Jenseits
Befreiung findet der durch eigene Hand ir‐ OO
disch Entleibte tausendfach qualvollere Fes‐ OO
selung in wahrlich nicht gewünschte Be‐ OO
wußtseinszustände, denen er nun Aeonen OO
hindurch nicht mehr entfliehen kann.
.Es liegt ein gewisser Trost für die Zu‐ OO
rückbleibenden in der Tatsache, daß die OO
allermeisten Morde am eigenen Leben von OO
Menschen begangen werden, deren Bewußt‐ OO
sein im entscheidenden Moment krankhaft OO
umdüstert ist, so daß die furchtbare Ver‐ OO
neinungstat in einem Zustand erfolgt, den OO
man wohl als spontan einbrechendenOO
Wahnsinn bezeichnen darf, auch wenn die‐ OO
ser Zustand seit langem vorbereitet wurde, OO
durch ein verantwortungsloses „SpielenOO
mit dem Gedanken an die MöglichkeitOO
der Leibeszerstörung.
.Mörder und Gemordeter sind zwar in OO
solchem Falle in einer Person „in ErOO
scheinung” gewesen, aber der Mord ist OO
das Werk eines übermächtig gewordenen OO
46 Das Buch vom Jenseits
Gedankens, den das Opfer solange mit OO
seinen eigenen Kräften belebte, bis er es zu‐ OO
letzt verschlang. ‒
.In solchem Falle trägt dann der Zer‐ OO
störer seines Erdenleibes nicht die Verant‐ OO
wortung für den Akt des Mordes, sondern OO
das geistige Gesetz erheischt von ihm AusOO
gleich für alles verkehrte Denken undOO
Handeln, aus dem zuletzt die Tat im Wahn OO
erwuchs. ‒
.Dieser Ausgleich ist zumeist nur erreich‐ OO
bar durch das Ertragen einer zweiten Ein‐ OO
verleibung in den tiermenschlichen Körper OO
auf der Erde.
.Es handelt sich hier um einen jener OO
Ausnahmefälle, in denen allein die soge‐ OO
nannte „Reinkarnation” als MöglichkeitOO
in Betracht kommt, während sie bei gesetzesOO
gemäßem Ablauf des irdischen mensch‐ OO
lichen Lebens, eben durch den vollzogenen OO
Ablauf, ein für allemal unmöglich wird.
47 Das Buch vom Jenseits
.Obwohl aber die Nützung des Erden‐ OO
lebens zur Vorbereitung auf nachirdische OO
Bewußtseinszustände von größter Wichtig‐ OO
keit ist, sollst du doch keineswegs glauben, OO
du müßtest nun auf dieser Erde das ängst‐ OO
liche, stets um gesichertes „Seelenheil” be‐ OO
sorgte Leben eines kleingläubigen „Heiligen” OO
führen, ‒ eines jener Selbstsüchtigen des Her‐ OO
zens, die sich gar sehr jeder „Sünde” fürchten, OO
aber innerlich frohlockend der „Verdamm‐ OO
nis der bösen Welt” gewiß zu sein glauben. OO
.Solche Lebenshaltung würde dich nur OO
dereinst mit aller Sicherheit in eines jener OO
täuschenden „Strandreiche” des Geistes ge‐ OO
langen lassen, die menschlicher Wahn ge‐ OO
staltet hat, ohne um seine eigene Urheber‐ OO
schaft zu wissen.
.Ein Leben treuer Pflichterfüllung, OO
voll Liebe zu allem Lebenden, voll Stre‐ OO
ben nach Herzensgüte und Wahrhaftigkeit, OO
nach Ordnung in deinem WillenshausOO
halt und nach Veredelung deiner FreuOO
48 Das Buch vom Jenseits
den, ‒ ein Leben voll fröhlichen GlaubensOO
an die endgültige Erfüllung deiner höchsten OO
und geläutertsten Sehnsucht, ‒ wird jederzeit OO
hier auf Erden für dich das beste LebenOO
sein, besonders, wenn du gleichzeitig bestrebt OO
bist, das zu lernen, was ich in dieser Abhand‐ OO
lung „Die Kunst zu sterben” nenne.
.Es gibt dann freilich auch noch einen OO
besonderen geistigen Höhenweg, von dem OO
ich schon an anderer Stelle sprach, aber OO
bevor du dein Leben so gestaltet hast, wie OO
mein Rat es dich hier gestalten lehrt, wirst OO
du auf solchem Pfade kaum vorankommen OO
können...
.Wer diesen Weg betreten will, der muß OO
frei sein von allem, was etwa seinen sicheren OO
Schritt behindern könnte.
.Das kopfhängerische „Muckertum” ist OO
ebenso verwerflich, wie die hohle Geste der OO
„Weltverneinung”!
49 Das Buch vom Jenseits
.Nicht allen wird der Weg schon gangbar OO
erscheinen, auf dem der Mensch dahin ge‐ OO
langen kann, daß sein „Gott” in ihm ge‐ OO
boren wird, aber jeder sollte dennoch von OO
diesem Wege wenigstens wissen, ‒ jeder OO
sollte sich vorbereiten, um ihn hier auf OO
Erden schon, wenn irgend möglich, auch OO
zu beschreiten.
.Vielen mag zwar noch die Kraft und OO
Ausdauer fehlen, die dort nötig ist, aber OO
auch alle geistigen Kräfte wachsen durchOO
die Anwendung, und Ausdauer ist auch OO
hier nur denen verliehen, die einem Tun OO
ihre ganze Liebe widmen. ‒ ‒
.Alles, was auf dieser physisch wahr‐ OO
nehmbaren Seite der Welt gedacht, emp‐ OO
funden und gewirkt wird, übt eine stete OO
Wirkung aus in die „jenseitige” Welt. OO
.Die Früchte aller Werke der Tat, die OO
der Mensch hier im Irdischen erstehen OO
50 Das Buch vom Jenseits
läßt, bleiben ihm erhalten, weit über den OO
Tod hinaus, auch wenn seine Werke auf OO
Erden nur physischen Zwecken dienen.
.Die moralische VerantwortungsmögOO
lichkeit vorausgesetzt, kommt es bei all OO
deinem Tun hier im Irdischen nicht darauf OO
an, was du tust, sondern wie du es tust. ‒ ‒ OO
.Niedrigste Arbeit hier auf Erden kann OO
dir ungeahnte Kräfte für dein späteres OO
Leben auf der geistigen Seite der Welt OO
zuströmen lassen, wenn du das dir Über‐ OO
tragene nur in treuester PflichterfülOO
lung, freudig und nach besten Kräften also OO
ausführst, als sei der Bestand des ganzen OO
Weltalls allein von der Güte deiner Arbeits‐ OO
leistung abhängig...
.Für dich selbst bist einzig und allein OO
nur du selbst verantwortlich!
.Bei allem was du denken oder tun magst, OO
‒ bei allem, was du auf dieser physischOO
sinnlich erfahrbaren Seite der Welt treibst, OO
51 Das Buch vom Jenseits
‒ bist du stets der unbewußte Schöpfer OO
deines späteren Schicksals in der geistigOO
sinnlichen Wahrnehmungswelt. ‒
.Was du hier auf Erden dein „SchickOO
sal” nennst, ist nur ein lächerlich kleiner OO
Ausschnitt eines unermeßlichen Ganzen, OO
und wenn du hier etwa mit deinem Schick‐ OO
sal haderst, so mag dein Mißmut mensch‐ OO
lich ja sehr verständlich und gewiß auch OO
entschuldbar sein, aber dennoch gleichst OO
du dann nur dem Kinde, das törichterweise OO
Dinge verlangt, die ihm heute noch nicht OO
gegeben werden können, weil sie ihm OO
schaden würden, während ihm später das OO
Verlangte in reichster Fülle zu Gebote OO
stehen wird...
.Erst auf hoher Stufe der geistigen Welt OO
angelangt, wirst du dereinst dein Schicksal OO
verstehen können, und dann wirst du lä‐ OO
cheln, gedenkst du noch deines früheren OO
Urteils. ‒ ‒
52 Das Buch vom Jenseits
.Dann wirst du sehen, daß deine besten OO
Verstandesgründe, die dich ehedem zu dei‐ OO
nem Urteil verführten, ebensoviele TorOO
heiten waren, weil du die Schönheit der OO
Blüte und die süße Köstlichkeit der Frucht OO
aus dem Wurzelgefaser erschließen wolltest, OO
das deine Hände aus der dunklen Erde OO
wühlten.
.Nur wer sich selbst zu lösen weiß aus OO
den beengenden Vorstellungsbildern, die ihm OO
aus seiner physisch-sinnlichen Anschau‐ OO
ungsform notgedrungen erwachsen sind, der OO
wird allmählich auch ein Weniges ahnen OO
von dem großen Ganzen in dem er wurzelt, OO
und dem er niemals mit den Mitteln phyOO
sisch-sinnlicher Erkenntnis näherkommen OO
kann...
.Es war keine leere Phrase, wenn vor‐ OO
maleinst ein Wissender, vom Glanze des OO
Erschauten fast überwältigt, die Worte fand: OO
.Kein Auge hat es gesehen, keinOO
53 Das Buch vom Jenseits
Ohr gehört, was Gott denen bereitetOO
hat, die ihn lieben!”
.Gott lieben” aber heißt: ‒ alle MühOO
sal und allen Schmerz der Erde so „lie‐ OO
ben”, so willig hinnehmen, als habe man OO
das alles gerade so gewollt und erstrebt, OO
wie es in unser Leben tritt! ‒
.Gott lieben” heißt: ‒ die Erde lieben OO
und alles was auf ihr lebt, ‒ so, wieOO
es ist, ‒ mag es unseren Wünschen auch OO
zuwider sein! ‒
.Gott lieben” heißt: ‒ sich selbstOO
lieben und sich zuliebe alle Beschwernis OO
freudig auf sich nehmen, die uns zu tragen OO
gegeben wird auf dem langen und beschwer‐ OO
lichen Wege, der aus Irrung und Verwirrung OO
zuletzt zu uns selber führt, so, wie wir OO
ewig sind in Gott! ‒ ‒
.Nach alledem wirst du nun auch wissen, OO
wie du am besten deine „VerstorbenenOO
54 Das Buch vom Jenseits
ehrst: ‒ jene, die dir vordem hier im Er‐ OO
denleben nahestanden und die auch heute OO
noch, nach wie vor, im Dasein sind, nur OO
deiner physisch-sinnlichen WahrnehmungsOO
fähigkeit nunmehr entrückt...
.Du wirst nun wissen, wie du ihnen auch OO
weiterhin helfen kannst, und wie du, etwa OO
selbst der Hilfe bedürftig, solche von ihnen OO
erlangst.
.Es ist wahrlich verkehrtes Beginnen, OO
spiritistische Zirkel” zu errichten, um OO
mit den der Erde Gestorbenen in Verbin‐ OO
dung zu kommen!
.Die Ehrlichkeit aller Teilnehmer und OO
die Sicherung gegen jeden, auch unbeOO
wußten Betrug vorausgesetzt, habt ihr OO
doch zu wenig Wissen von den Kräften, OO
die sich in solchen „Sitzungen” manifestie‐ OO
ren, und seid nicht imstande, die wirkOO
lichen Urheber der Phaenomene festzu‐ OO
stellen.
55 Das Buch vom Jenseits
.Auch dann nicht, wenn ihr jeden vor‐ OO
gefaßten Glauben ablehnt, um erst zu er‐ OO
forschen, was etwa Wahres an der Sache sei! OO
.Die Kräfte, um die es sich bei echtenOO
spiritistischen Manifestationen handelt, sind OO
voll Lüge, Laune und Trug, ‒ stets be‐ OO
reit, sich mit Hilfe eurer eigenen Kraft beOO
merkbar zu machen, ‒ aber gar weit davon OO
entfernt, sich zu willigen Untersuchungs‐ OO
objekten zu wandeln... (Die mannigfachen OO
Betrugsmöglichkeiten durch „MedienOO
und Sitzungsgenossen lasse ich natürlich OO
hier außer Betracht.)
.Die Manifestationen, in denen ihr Kräfte OO
des „Jenseits” am Werke glaubt, sind, wenn OO
irdische Täuschung ausgeschaltet ist, nichts OO
anderes als das Spiel unsichtbarer Wesen einer OO
noch fast unbekannten Region der phyOO
sischen Welt. ‒
.Für wirklich im Geiste „Erwachte”, OO
‒ die als Jenseitsbewußte schon zu den OO
56 Das Buch vom Jenseits
Jenseitigen” gezählt werden dürfen, auch OO
wenn sie noch im Erdenleibe auf der phyOO
sisch wahrnehmbaren Seite der Welt leben, OO
ist es zwar möglich, sich in vereinzelten OO
Fällen der hier genannten Wesen zu beOO
dienen, wie man sich auch sonst irgend OO
einer erreichbaren Hilfskraft bedient, allein OO
es wird gewiß keiner dieser wirklich im OO
Geiste Erwachten auf den Einfall kommen, OO
zur Unterhaltung der Teilnehmer einer OO
spiritistischen Sitzung beizutragen, oder die OO
Versuche eines Experimentators „interessant” OO
gestalten zu wollen...
.Auch wo man unter dem Eindruck steht, OO
es „zweifellos” mit der Entelechie eines frü‐ OO
heren Erdenmenschen zu tun zu haben, über‐ OO
steigt die Gefahr der Täuschung durch Le‐ OO
murenwesen so sehr alle Wahrscheinlichkeit OO
einer echten Kommunikation, daß nicht ein‐ OO
dringlich genug gewarnt werden kann vor OO
dem Betreten jedes Weges, der zu irgendwelOO
chen „spiritistischen” Erscheinungen führt. OO
57 Das Buch vom Jenseits
.Der euch hier warnt, kennt alle auf OO
„spiritistischem” Gebiet möglichen Mani‐ OO
festationen aus eigener, gesicherter und reich‐ OO
haltigster Erfahrung.
.Ebenso aber kennt er auch jene unsicht‐ OO
bare physische Zwischenwelt, die das urei‐ OO
gene Lebenselement der „spiritistischen” OO
vermeintlichen „Geister” bildet, und er weiß OO
sich dieser Wesen und ihrer Kräfte gege‐ OO
benenfalls zu bedienen, wie man sich eines OO
Reitpferdes oder eines Spürhundes bedient, OO
wo es die Umstände erfordern.
.Dem geistig dazu Ermächtigten dienen OO
diese Wesen mit ihren Kräften, wenn er OO
es verlangt, ohne daß er erst nötig hätte, OO
ein „Medium” zu gebrauchen und „spiri‐ OO
tistische Sitzungen” abzuhalten.
.Er betritt die Bereiche dieser Zwischen‐ OO
wesen mit der gleichen Sicherheit, wie er OO
bewußt sich in die rein geistigen Welten OO
begibt.
58 Das Buch vom Jenseits
.Angenehm ist es freilich nicht, diesen OO
Wesen nahezukommen, und keiner der OO
es vermag, sich ihrer nach seinem Willen OO
zu bedienen, wird das jemals ohne NotOO
tun, und immer wird er dabei ein Gefühl OO
des Ekels zu überwinden haben.
.Mit diesen, etwa den Quallen südlicher OO
Meere irdisch vergleichbaren, aber normaler‐ OO
weise nicht wie diese, physisch wahr‐ OO
nehmbaren Geschöpfen, sowie mit ihren OO
dennoch rein physischen Kräften, kommt OO
ihr zumeist in Verbindung, während ihr mit OO
euren „verstorbenen Lieben” im Verkehr OO
zu sein wähnt, ‒ es sei denn, daß eureOO
eigenen, euch unbewußten Kräfte aus der OO
gleichen Region, der diese unsichtbaren OO
physischen Geschöpfe angehören, alle Mani‐ OO
festationen allein bewirken, und ihr euch OO
auf solche Weise unwissentlich selbst ein OO
Geistertheater vorspielt...
.Für euer seelisches und leibliches Wohl OO
ist solcher nichterkannte Selbstbetrug aber OO
59 Das Buch vom Jenseits
immer noch weniger verhängnisvoll, als OO
der echte Konnex mit den hier geschilderten OO
Lemurenwesen, die eure Kräfte aussaugen OO
wie Blutegel, und nur mit Hilfe der euchOO
entzogenen Energien die vermeintlichen OO
„Wunder” eurer „spiritistischen Seancen” OO
hervorzubringen vermögen.
.Auch der vorurteilsfreieste Forscher, der OO
diesen Erscheinungen nur als BeobachterOO
gegenübertritt, ist keineswegs gefeit gegen die OO
Kraft der Polypenfangarme, die ihn vom OO
Unsichtbaren her umschlingen.
.So sehr er auch „über der Situation” zu OO
stehen meint, muß er sich doch seine ge‐ OO
heimsten Eigenkräfte entziehen lassen, ohne OO
den Mißbrauch auch nur zu ahnen, den die, OO
sein Interesse fesselnden, unsichtbaren Para‐ OO
siten seines „Mediums” mit ihm treiben. ‒ ‒ OO
.Der wirkliche „Verkehr”, ‒ der ein‐ OO
zige sichere Verkehr mit den ins „Jenseits” OO
60 Das Buch vom Jenseits
Vorangegangenen, ‒ spielt sich allein imOO
Innern, in der „Seele” ab, und ist rein OO
geistiger Art.
.Euer eigener geistigerLeib” ist das OO
Organ des Vernehmens der „Abgeschie‐ OO
denen” für euch! ‒
.Jeder „durchgefühlte” Gedanke, jedes OO
euch ganz durchdringende Gefühl, wird OO
„auf der anderen Seite” vernommen wie hier OO
in der physisch-sinnlichen Welt das gespro‐ OO
chene Wort.
.Ebenso aber vernehmt auch ihr, ‒ OO
wenn ihr „in der Stille” und feinfühlig OO
genug dazu seid, ‒ die Äußerungen derer, OO
die bereits auf der geistigen Seite der OO
Welt sich erleben, als leise Gedanken und OO
wie von außen in euch eindringende GeOO
fühle, die bei einiger Übung des Unter‐ OO
scheidungsvermögens ganz sicher von „eigeOO
nen” Gedanken und Gefühlen zu sondern OO
sind. ‒
61 Das Buch vom Jenseits
.Aber auch abgesehen von dem was euch OO
bewußt werden mag, besteht eine dauernde, OO
unterbewußte Influenzwirkung, und ihr OO
seid in solcher Weise oft in einem vielOO
richtigeren Sinne das „Medium” eines Vor‐ OO
angegangenen, als jemals ein sogenanntes OO
„spiritistisches Medium” dies sein könnte, OO
auch wenn die „Jenseitigen” sich seiner be‐ OO
dienen wollten...
.Wäret ihr gewohnt, die alltäglichen Ge‐ OO
schehnisse eures Lebens nüchternen Sinnes, OO
aber doch auf das Geheimnisvolle aufmer‐ OO
kend, zu beobachten, so würdet ihr euch OO
gar oft im Sinne eines geliebten „Verstor‐ OO
benen” handeln sehen, auch wenn nicht OO
die leiseste bewußte Absicht in euch be‐ OO
stand, so zu handeln, wie es der Abge‐ OO
schiedene gewünscht haben würde, lebte er OO
noch in physisch wahrnehmbarer Erschei‐ OO
nung. ‒
.Andererseits würde es euch gewiß auch OO
zu denken geben, daß recht oft von seiten OO
62 Das Buch vom Jenseits
völlig Fremder irgend etwas geschieht, was OO
man geradezu als endliche Erfüllung eines OO
Wunsches ansprechen darf, den ein Ge‐ OO
storbener zur Zeit seines Erdenlebens heiß OO
hegte, der ihm aber dazumal unerfüllt ge‐ OO
blieben war. ‒ ‒
.Freilich ist das alles viel weniger effekt‐ OO
voll als ein tanzender oder schwebender OO
Tisch, dessen Beine „Botschaften” klopfen, OO
oder gar als die „materialisierte” Gestalt, OO
in der man, hypnotisch gebannt ohne sich OO
dessen bewußt zu sein, einen Gestorbenen OO
„mit aller Sicherheit” erkennt und sprechen OO
hört, obwohl das, was da vor einem steht, OO
nichts weiter ist als eine Art „astraler” OO
Panoptikumsfigur.
.Wohl sind die äußeren Züge der ehe‐ OO
maligen erdenhaften Erscheinung des Ge‐ OO
storbenen entliehen, und sogar das Kleid, OO
der Anzug, feiert seine scheinbare Aufer‐ OO
stehung, ‒ aber aus solchem Popanz spricht OO
63 Das Buch vom Jenseits
ein Lebewesen, das euch mit EntsetzenOO
erfüllen würde, könntet ihr es in seiner OO
wahren, von aller Maskierung befreiten OO
Gestalt einmal plötzlich neben euch stehen OO
sehen. ‒ ‒
.Menschen, die niemals echte und wirk‐ OO
lich bemerkenswerte spiritistische Phäno‐ OO
mene erlebten, werden zwar kaum begreifen OO
können, daß solche Dinge ernst zu nehmen OO
sind, ‒ aber das hindert leider nicht, daß OO
der sogenannte „Spiritismus” Millionen heim‐ OO
licher und offener Anhänger zählt und stets OO
neue „Bekehrte” in seinen Bannkreis zieht. OO
.Eine ungeheure, teils phantastische, teils OO
pseudowissenschaftliche Literatur über spiri‐ OO
tistische Theorie und Praxis findet noch OO
immerfort fiebernde Leser, und was die OO
Gläubigen angeht, so schützt hier auch alle OO
wissenschaftliche Bedeutung die auf anderen OO
Gebieten erworben wurde, keinesfalls vor OO
gröblichster Täuschung, ‒ besonders dann OO
nicht, wenn ein Todesfall den heißen WunschOO
64 Das Buch vom Jenseits
erweckt, mit dem geliebten Verstorbenen OO
auf irgend eine Weise wieder in Kontakt OO
zu kommen...
.Der Doktorhut bildet keine zureichende OO
Isolation gegenüber den hypnotischen Beein‐ OO
flussungen aus dem Unsichtbaren, und die OO
Talare akademischer Würden sind leider OO
durchläßig wie Spinngewebe für die Saug‐ OO
rüssel unsichtbarer physischer Mollusken.
.Aus allen diesen Gründen dürfte meine OO
Warnung wohl kaum überflüssig sein.
.Der ganze physische und geistige Kos‐ OO
mos ist ein einheitliches Ganzes, auch OO
wenn dieses Ganze sich in sehr unterOO
schiedlichen Aspekten darstellt.
.Die eigentliche Wirklichkeit die hin‐ OO
ter den Aspekten steht, war und ist immer OO
nur sehr wenigen Erdenmenschen aufge‐ OO
schlossen.
65 Das Buch vom Jenseits
.Sie entzieht sich sowohl dem Experiment OO
wie dem spekulierenden Denken.
.Auf der physisch-sinnlichen, wie auf OO
der geistigen Seite des Alls gibt es jeweils OO
wieder die verschiedensten Abwandlungen OO
der Anschauungsform, und alles solcher‐ OO
art ins Bewußtsein gelangende tritt mit dem OO
gleichen Anspruch auf, ‒ „das WirklicheOO
zu sein.
.Die Wesen, die sich im All erleben, OO
sehen fast alle nur Teile des Wirklichen, OO
und selbst diese Teile nur in unbewußterOO
eigenschöpferischer Umgestaltung.
.So ist auch das Leben nach dem „Tode” OO
des physischen Körpers bestimmt durch einen OO
Wechsel der Anschauungsform.
.Es wird das gleiche Wirkliche empfun‐ OO
den und erlebt, ‒ nur in geistiger An‐ OO
schauungsform, ‒ da die physischen Sinne OO
mit dem Erlöschen der einheitlichen Lebens‐ OO
funktionen des irdischen Körpers aufhören, OO
66 Das Buch vom Jenseits
brauchbare Vermittlungsorgane für das Er‐ OO
leben zu sein.
.Sinnlich wahrnehmbar aber ist das OO
Leben in allen seinen Regionen, auch wenn OO
die Art der Sinnesorgane sehr verschieden OO
ist. ‒
.„Sterben” ist für den Erdenmenschen OO
nur ein Vorgang, der zwangsweise dazu OO
führt, bisher im Unterbewußten verbor‐ OO
gene Sinne bewußt gebrauchen zu lernen... OO
.Auch während des Erdenlebens sind diese OO
geistigen Sinne schon vorhanden, ‒ ja, OO
sie allein sind die Ursache, daß der Mensch OO
aus seiner tierleiblichen Sinneswahrnehmung OO
Eindrücke empfangen kann, die dem Tiere, OO
auch auf höchster Stufe, unerlebbar bleiben, OO
so sehr auch seine physische Sinnesschärfe OO
die des Menschen übertreffen mag. ‒ ‒ OO
.Nur in relativ seltenen SonderfällenOO
wird es möglich, daß die Sinne des geistigenOO
„Leibes” im Menschen schon während dieOO
67 Das Buch vom Jenseits
ses Erdenlebens sich eröffnen, und es ge‐ OO
schieht dies niemals in der Form einer OO
plötzlich sich einstellenden Fähigkeit, die OO
geistigen Sinnesorgane gebrauchen zu können, OO
sondern immer nur in der Art eines sukzes‐ OO
siven „Wachwerdens”, das zwar sanft geOO
fördert, aber keinesfalls durch willkürliche OO
Mittel erzwungen werden kann.
.Wer nun schon im physisch-sinnlichen OO
Leben auch zum Gebrauch seiner geistigenOO
Sinne erwachte, der sieht die verschiedenen, OO
ihm schon erfahrbaren, niederen „Welten” OO
der einen und einzigen ursächlichen WeltOO
der Wirklichkeit wie ineinander „ver‐ OO
schachtelt”, so daß es ihm oft schwer werden OO
kann, augenblicklich zu unterscheiden, was OO
den Regionen der physischen, und was den OO
Reichen der geistigen Sinnenwelten ange‐ OO
hört.
.Nur die ganz wenigen Menschen, denen OO
sich auch die Welt der Ursache: ‒ das OO
68 Das Buch vom Jenseits
„Ding an sich”, von innen her aufgeschlos‐ OO
sen hat, empfinden zugleich die eine, letzt‐ OO
gründige Wirklichkeit, durch die sowohl OO
jede geistige, wie jede physisch-sinnlich OO
wahrnehmbare Welt „gewirkt” wird.
.Diese Urwirklichkeit ist Urgrund allenOO
Lebens, mag es nun auf geistige oder auf OO
physische Art zum sinnlichen Erfahren OO
und Selbsterleben kommen! ‒
.Der „Mensch” aber, ‒ ob er sich nun OO
in geistiger Erscheinungsform oder im ErOO
dentierkörper erlebt, ist, in ewiger Wirk‐ OO
lichkeit gesehen:
.Ewiges Leben in der Form individuOO
eller, bewußter Erlebnisfähigkeit.
.Durch die physisch-sinnliche Anschau‐ OO
ungsweise hier auf Erden bestimmt, fällt es OO
freilich dem auf eine tierhafte Gestalt allein OO
verwiesenen ewigen Leben recht schwer, OO
sich individuell geformt, und doch dabei als OO
69 Das Buch vom Jenseits
Konzentrationspunkt eines unermeßlichen OO
Ganzen zu empfinden: ‒ eines Ganzen, das OO
in sich keine Lücke und keine Trennung OO
kennt, obwohl es sich in unendlichfältigen OO
Aspekten erfaßt. ‒
.Allzusehr hängt erdgebundene Vorstel‐ OO
lung von dem Augen-Schein ab, der IndiOO
viduelles nur als ein von anderem GeOO
trenntes kennt.
.In geistiger Anschauungsweise aber ist OO
Individualität ewige DarstellungsfunkOO
tion innerhalb des untrennbaren Ganzen: ‒ OO
nicht etwa Spaltung in sich selbst, sondern OO
Darstellung eigener Viel-Einheit.
.Immer ist es das ganze, unteilbareOO
Leben, das sich in jeder seiner unendlich OO
vielen individuellen Selbstformungen in ei‐ OO
nem bestimmten, einmaligen Aspekt erlebt... OO
70 Das Buch vom Jenseits
VOM „TEMPEL DER EWIGKEIT”
UND DER WELT DES GEISTES
.Wir, die wir hier auf Erden mit euch OO
dieser Erde Leben teilen und doch zugleich OO
vom Geiste euch zu künden kommen, ‒ OO
wir leben wahrlich in einer anderen Welt OO
als ihr, obwohl auch wir mit unseren Füßen OO
fest auf dieser Erde stehen.
.Es mag euch scheinen, als seien wir euch OO
allzuferne, und doch könnte keiner euch OO
näher sein als wir.
.Wohl leben wir nicht allein in eurer, OO
sondern auch in der ewigen Welt des rei‐ OO
nen, wesenhaften Geistes, aber auch eureOO
Welt wird von der ewigen Welt des Geistes OO
durchdrungen, ‒ wie ein Schwamm, der OO
im Meere wächst, vom Wasser des Meeres OO
durchdrungen wird...
73 Das Buch vom Jenseits
.Gewiß könnt ihr die reine, wesenhafte OO
Geisteswelt in der wir geistig leben, nicht OO
mit Erdensinnen fassen.
.Ihr müßt erst geistig zur Wahrnehmung OO
fähig werden, wollt ihr Geistiges erfahren! OO
.Und selbst dann noch werdet ihr erst OO
alle niederen geistigen Welten übersteiOO
gen müssen, bevor ihr in das innere Reich OO
gelangt, aus dem die Kunde zu euch dringt, OO
die euch allhier erreicht...
.Viele von euch suchen nach uns und OO
glauben, sie könnten sogleich geistig mitOO
uns vereinigt sein, wenn sie nur unsere OO
menschlichen Wohnstätten auf der Erde auf‐ OO
suchen würden... Aber auch wenn sie uns OO
hier dann wirklich finden, sind sie uns OO
keinesfalls etwa „näher” gekommen. ‒
.Sie sehen nur unseren irdischen Leib, OO
hören unsere irdische Stimme, und gewah‐ OO
ren allenfalls das Alleräußerlichste unseres OO
äußeren Erdenlebens.
74 Das Buch vom Jenseits
.Unseren „Tempel” aber können sie OO
gleichwohl nicht betreten, denn der liegt OO
auf der geistigen Seite der ursächlichen OO
Welt, und nicht etwa „an den Abhängen OO
des Himalaja”.
.Dort, in den verborgenen Einöden des OO
höchsten irdischen Gebirges, leben nur seit OO
Urzeittagen stets einige unserer Brüder aus OO
der jeweiligen Generation: ‒ Männer, die OO
jede auf Erden mögliche Größe überstiegen OO
haben und nun in unzugänglicher Abge‐ OO
schiedenheit verharren, um den Pfad stets OO
von Verschüttung freizuhalten, der uns an‐ OO
deren, im Weltleben Wirkenden gangbar OO
bleiben muß, wenn wir der Aufgabe ob‐ OO
liegen sollen, die uns aufgetragen ist...
.Jahrtausendelang haben wir an unserem OO
geistigen Tempel gebaut, und stets bauen OO
wir weiter, ohne den Tempel jemals ganz OO
zu Ende zu bauen.
75 Das Buch vom Jenseits
.Jedes Jahrhundert läßt uns neue Kapel‐ OO
len und Altäre, neue Säulen und Pfeiler OO
einfügen, ‒ nach geistig bestimmtem Rhyth‐ OO
mus und dem vorordnenden, weisen Plan, OO
der in den Fundamenten des Tempels ruht. OO
.All eure Tempel und Altäre auf der OO
Erde sind nur dieses geistgestalteten Tem‐ OO
pels Spiegelbilder.
.Mehr oder weniger klar, ‒ mehr oder OO
weniger verzerrt, ‒ ist an allen seinen irdi‐ OO
schen Widerspiegelungen zu erkennen, was OO
die alten Baumeister ahnend erfühlten, und OO
sofern sie wahre Künstler waren, in hoher OO
Intuition erschauten, von der Maßgerechtig‐ OO
keit und Zierde unseres hehren Tempels derOO
Ewigkeit. ‒
.Dieser Tempel aber ist nicht etwa ein OO
Werk des Gedankens, und ich rede hier OO
keineswegs nur in symbolischer Weise! OO
.Er besteht vielmehr als ein geistsinnlich OO
immerdar wahrnehmbares Bauwerk aus gei‐ OO
76 Das Buch vom Jenseits
stiger Substanz, und wird von geistig wahr‐ OO
nehmenden Wesenheiten ebenso als ein festes OO
Gefüge erkannt, wie von euch die Tempel OO
der Erde und die irdischen, himmelragen‐ OO
den Dome...
.In der geistigen Welt wird alles als eben‐ OO
so „greifbar” und „real” empfunden, wie in OO
eurer Welt der physischen Sinne, und ihr OO
unterliegt einer großen Täuschung, wenn OO
ihr etwa glaubt, hier seien nur vage Traum‐ OO
gebilde zu finden! ‒
.Es handelt sich hier nicht um Visionen, OO
Halluzinationen oder sonstwie selbstgeschaf‐ OO
fene Vorstellungsbilder, noch um das Auf‐ OO
tauchen bildgeformten Erfahrungsbesitzes OO
aus unterbewußten Regionen! ‒
.Was durch die geistigen Sinne wahrge‐ OO
nommen wird, ist in gleichem Grade „obOO
jektiv” gegenwärtig, wie das, was die phyOO
sischen Sinne des Erdenkörpers wahr‐ OO
77 Das Buch vom Jenseits
zunehmen vermögen, und aus diesem Grunde OO
entspricht das geistig-sinnlich Wahrgenom‐ OO
mene auch bis zu den höchsten Stufen OO
geistiger Selbstdarstellung „objektiv” durch‐ OO
aus den Formen der physisch-sinnlichen An‐ OO
schauungswelt, wenn auch in geistbedingter OO
Abwandlung.
.Auch in der geistigen Welt gibt es OO
„Länder und Meere”, tiefe Schluchten und OO
hohe Berge, Firnen mit ewigem Schnee be‐ OO
deckt, und weite, stille Täler voll von An‐ OO
mut und Frieden...
.Wem das „allzuirdisch” zu klingen OO
scheint, der werde sich darüber klar, daß OO
ja auch seine physisch-sinnlichen Wahr‐ OO
nehmungen hier auf der Erde nur aus OO
bestimmten Eindrücken entstehen, die OO
durch äußere Mittel hervorgebracht werden. OO
Dann aber möge er beachten, daß dabei im‐ OO
mer nur physisch-sinnlich wahrnehmbare OO
Wirkungen gewisser Energien in Betracht OO
kommen, so daß wir mit allen BezeichOO
78 Das Buch vom Jenseits
nungen, die wir den Dingen geben, streng OO
genommen, stets nur gewisse KomplexeOO
stereotyp wahrzunehmender EinzeleinOO
drücke fixieren. ‒ So empfängt z.B. das OO
Auge den Eindruck: Weiß, die Hand fühlt OO
Kälte und eine gewisse Konsistenz der OO
berührten Masse, das Ohr empfängt den Ein‐ OO
druck eines knirschenden GeräuschesOO
sobald die gleiche Masse betreten wird, wo‐ OO
nach wir den Komplex dieser Wahrnehmun‐ OO
gen (zu denen noch manche andere hinzu‐ OO
kommen können, wie z. B. die Wahrnehmung OO
der leichten Schmelzbarkeit oder der Kristall‐ OO
form der einzelnen „Flocken”) als „Schnee” OO
bezeichnen.
.Um die physisch-sinnliche Wahrneh‐ OO
mung dieses Eindruckskomplexes zu bewir‐ OO
ken, sind gewiß physikalische Eindrucks‐ OO
erzeuger notwendig, hingegen wird der gleiche OO
Eindruckskomplex für geistige Sinne nurOO
dann wahrnehmbar, wenn geistige Ener‐ OO
gien sich zu der nämlichen Eindruckserzeu‐ OO
gung vereinen. ‒ ‒
79 Das Buch vom Jenseits
.Auch auf der geistigen Seite der OO
ursächlichen Welt gibt es „Raum und OO
Zeit”, „Ursache und Wirkung”, wenn OO
wir auch zu alledem in wesentlich an‐ OO
derer Beziehung stehen, als wir es auf OO
der Erde und im physisch-sinnlichen Leben OO
gewohnt sind. ‒
.Alles was hier in der geistigen Welt OO
erlebt wird, ist von gleicher Realität wie OO
die Dinge der mit physischen Sinnen OO
wahrnehmbaren Welt, kann aber nur auf OO
geistige Weise zu Bewußtsein gelangen. OO
.Was solcherart wahrgenommen wird, ist OO
auch keineswegs örtlich ferne der physi‐ OO
schen Welt, aber es untersteht nicht mehr OO
den in der physischen Erscheinungswelt wirk‐ OO
samen Gesetzen. ‒
.Wirkender Wille läßt im Geistigen er‐ OO
wachsen, was uns im geistigen Leibe dienen OO
soll, und der gleiche Wille läßt die reife OO
Frucht ohne Mühe geerntet sein.
80 Das Buch vom Jenseits
.Wir kennen nur keine Tiere in dem OO
Bereiche der geistigen Welt, von dem hier OO
die Rede ist, obwohl die reine FormenOO
welt tierhafter Erscheinung auch hier kei‐ OO
neswegs fehlt.
.Alles aber, was am Menschen auf Erden OO
des Tieres” ist, hat hier seine MachtOO
über uns in gleicher Weise verloren, wie OO
alles Feindliche, das uns auf Erden in OO
der Erscheinungsform des Tieres gegen‐ OO
übertritt.
.Was im Geistigen sich uns offenbart in OO
Formen, die denen der Tiere auf der Erde OO
in höchster Schönheit entsprechen, hat OO
nicht das mindeste zu tun mit tierhafOO
ter Natur, wie sie sich uns auf Erden in OO
tierischen Formen zeigt...
.Auf Erden mögen Menschen, um sich OO
irdisch zu nähren, das Fleisch der Tiere OO
genießen, andere es meiden, ‒ hier im OO
geistig-sinnlichen Erleben aber gibt es keine OO
81 Das Buch vom Jenseits
andere „Speise”, als die geistigen Aequiva‐ OO
lente irdischer Pflanzenfrüchte, sowie der OO
irdischen Erscheinung von Wein und Brot.
.(Es wird kaum nötig sein, zu sagen, daß OO
es sich hier um „Brot” handelt, das ohne OO
Backofen wurde, und um „Wein” der wahr‐ OO
lich nicht „berauscht”...)
.Aber „Speise” und „Trank” ist auch auf OO
der geistigen Seite der ursächlichen Welt OO
die geistsinnliche Form der KrafterneueOO
rung, gleichwie es einen Zustand der Er‐ OO
quickung gibt im geistigen Erleben, der sich OO
vergleichen läßt mit dem gesunden Schlafe OO
der irdisch Ermüdeten.
.Da „Speise” und „Trank” im Geistigen OO
jedoch Erzeugnisse der Kraft des Willens OO
sind, so ist auch ihre Wirkung nur Ver‐ OO
wandlung der gleichen Kraft in geistleib‐ OO
liche Elemente und es entfällt somit für OO
den Leib des Geistes alle auf Erden tier‐ OO
bedingte Ausscheidung.
82 Das Buch vom Jenseits
.Das alles aber erscheint vielen aus euch OO
freilich gar zu „sinnlich”, gar zu sehr dem OO
Leben auf Erden ähnlich, als daß es euer OO
williges Verstehen finden könnte.
.Ihr vergeßt dabei, daß ja auch auf der OO
Erde alles sinnlich faßbare Geschehen immer OO
„Symbol” eines Vorganges ist, der den Sin‐ OO
nen unerfaßlich bleibt. ‒
.Alles Leben im physisch-sinnlichen, OO
wie im geistigen Kosmos äußert sich als OO
Bewegung.
.Alle Bewegung aber zeugt Form.
.Da alles Leben immer das gleicheOO
eine Leben ist, so ist auch alle Form: der OO
gleichen Bewegung entsprechendes SymbolOO
in allen Anschauungsregionen des Alls. ‒ OO
.Ein Reich des Geistes wie ihr es euch OO
erträumt und wie man seit Jahrtausenden OO
es immer wieder euch erträumen lehrte: OO
83 Das Buch vom Jenseits
ohne Formen, ohne Symbole ‒ gibt es OO
nirgends, es sei denn, man nähme vorlieb OO
mit den verblasenen Nebelreichen, die in OO
manchen Köpfen als „Wirklichkeit” gelten.
.Das „gestaltlose Meer der ungeformten OO
Gottheit”, von dem die Mystiker reden, ist OO
über allem Dasein, aber einmal verloren OO
in diesem Meere, würdet ihr euch nie mehr OO
wiederfinden.
.Aus ihm seid ihr hervorgegangen um OO
Gestalt und Ausdruck eures Willens zu OO
werden, aber was euch nun einmal indiviOO
dueller Formung übergab, müßte ewig einen OO
jeden abstoßen und stets wieder ins All hin‐ OO
ausschleudern, falls einer in die unbegrenzte OO
Urflut zurückkehren könnte. ‒ ‒
.Gar weit von dieser Urflut sind die armen OO
Träumer entfernt, die in ihrem Unterbe‐ OO
wußtsein das verborgene Erfahrungsgut fern‐ OO
ster Vorahnen fanden und deren UnfähigOO
keit zu individuellem Selbsterleben in OO
84 Das Buch vom Jenseits
sich erneut durchkosteten, als vermeintliches OO
„Gottheitserleben”...
.Die innerste Lichtwelt geistiger Anschau‐ OO
ung aus der wir euch Kunde bringen, ist OO
zwar der Formung nach das Werk aller, OO
die diese Geisteswelt zu erleben vermögen, OO
und dennoch bleibt jeder Einzelne der Ge‐ OO
stalter seines eigenen Erlebens.
.In der Gemeinsamkeit der Willenswir‐ OO
kung erstrebt jeder Einzelwille hier die OO
gleiche Formung.
.Für sich selbst aber schafft der Einzel‐ OO
wille innerhalb unserer Gemeinsamkeit OO
dennoch sein eigenes Erleben, das hin‐ OO
wieder keinen anderen Einzelwillen stört, OO
wie es ja auch niemals anderem Einzel‐ OO
willen erlebbar werden könnte, es sei denn, OO
infolge gegenseitiger Durchdringung.
.Wenn aber nun auch die ganze geistigOO
sinnliche Weltgestaltung in gleicher Weise OO
85 Das Buch vom Jenseits
als „reale” Welt empfunden wird wie die OO
Welt der physisch-sinnlichen Wahrneh‐ OO
mung, so stellen sich doch unserem WillenOO
innerhalb der geistigen Welt keine der OO
Widerstände entgegen, die ihn auf Erden OO
hemmen und beschränken.
.Wollen wir, daß etwas sei, so genügt OO
unser Wille, damit es werde...
.Es wird, ‒ je nach der Kraft unseres OO
Willens, früher oder später, ‒ aber es wird OO
so, wie wir es wollen.
.Die schöpferischen Kräfte des WillensOO
allein lassen in der geistigen Welt ins Dasein OO
treten was gewollt wird, und andererseits OO
entschwindet das bisher Gewollte ohne OO
jede Spur, sobald der Wille es verneint, OO
so daß hier dann in Wahrheit die Macht OO
des Willens nahe an den Begriff der „All‐ OO
macht” grenzt...
.Nur die von allen, die des hier beschrie‐ OO
benen Erlebens innewerden, gemeinsamOO
86 Das Buch vom Jenseits
gewollte geistige Welt, ‒ als Ergebnis ge‐ OO
meinsamer geistig-sinnlicher Anschauungs‐ OO
form, ‒ läßt sich ebensowenig verändern OO
oder vernichten wie die physische Sinnen‐ OO
welt.
.Es gibt aber auch noch andere Welten OO
geistig-sinnlicher Anschauung: ‒ Welten OO
getrübter Erkenntnis und mißleitetenOO
Willens.
.Das sind die Welten derer, die ins Gei‐ OO
stige gerieten ohne sich lösen zu können OO
aus den engen Fesseln irdischer Hirnge‐ OO
spinste und Gedankenketten.
.Unfähig, sich vollbewußt zu den erOO
kenntnisklaren Höhen schöpferischen OO
Geistes zu erheben, schafft jeder, der auf OO
solche Art Gefesselten sich eine niedere OO
geistsinnliche Scheinwelt, die den Vor‐ OO
stellungen gleicht an die er auf der Erde OO
schon gebunden war, ‒ aber das Erzeugnis OO
seines Willens hat keinen dauernden Bestand. OO
87 Das Buch vom Jenseits
.Da jeder Anderes will als der andere, OO
so zerstört immer einer des anderen Werk.
.Dennoch bleiben auch solche Trugwelten OO
viele Jahrtausende hindurch erhalten, OO
sofern sie ihr Dasein gemeinsamen VorOO
stellungen danken, die auf Erden lange OO
Zeit mit großer Glaubenskraft gehegt und OO
genährt wurden. ‒
.Die unbewußten Schöpfer dieser Welten OO
stehen jedoch immerfort im Kampfe gegen OO
ihre Widersacher: ‒ gegen alle Willens‐ OO
kräfte die ein anderes Ziel erstreben.
.Ihr wißt nicht, wieviel religiöse Un‐ OO
duldsamkeit, wieviel nationaler Hader und OO
wieviel andere Zwistigkeiten auf Erden OO
nur Rückwirkungen sind, hervorgerufen OO
durch wuterfüllte Verteidigungskämpfe in OO
den Trugreichen, die sich der Mensch in OO
den niederen Regionen geistig-sinnlicher OO
Anschauungsform seit Urzeiten schuf. ‒ ‒ OO
88 Das Buch vom Jenseits
.Alles, was auf der Erde ernstlich geOO
glaubt oder gewollt wird, erzeugt in den OO
niederen Bereichen geistig sinnlicher Wahr‐ OO
nehmung eine dem gleichen Glauben und OO
Wollen entsprechende „Welt”, die so lange OO
bestehen bleibt, wie dieser Glaube oder Wille OO
auf Erden besteht und Glaubende oder Wol‐ OO
lende hinübersendet in jene Bereiche.
.Alles, was sich auf Erden bekämpft, OO
ist sich auch Feind in der Welt scheinbarer OO
Erfüllung, die es sich unwissenderweise in OO
diesen geistig-sinnlichen Bezirken schafft, OO
und was da geistig gegeneinander wütet, OO
wirkt mit seinen feindlichen Kräften zurück OO
auf die Erdenmenschheit. ‒
.Durch Wechselwirkung wird Feindschaft OO
und Haß auf beiden Seiten genährt.
.Aber alle diese Sonderwelten, ‒ diese OO
geistigen „Strandreiche”, ‒ gehen dereinst OO
zugrunde, mag auch ihr Bestand gesichert OO
erscheinen für Aeonen!
89 Das Buch vom Jenseits
.Ewigen Bestand hat im Geistigen nur OO
jene Geistesweltgestaltung, die einem er‐ OO
kenntnisdurchlichteten, ewig geeinten KolOO
lektivwillen entstammt, der durch nichts OO
verändert werden kann, da in ihm der Selbst‐ OO
bejahungswille aller Einzelnen identischOO
ist mit der ewigen Liebe, als dem Urgrund OO
unvergänglichen Seins...
.Wir, die wir im Ewigen leben, unserer OO
Ewigkeit gewiß, ‒ wir befeinden keineOO
Willensrichtung und keinen Glauben, mö‐ OO
gen sie uns auch noch so absurd oder ver‐ OO
werflich erscheinen.
.Wir haben unsere geistige Welt vor kei‐ OO
nerlei Feinden zu schützen, denn die uns OO
feind sein könnten, sind nicht imstande OO
die Welt in der wir geistig leben, zu er‐ OO
reichen.
.Was immer sie auch von uns gehört OO
haben, ‒ wie immer auch ihr Wähnen und OO
90 Das Buch vom Jenseits
Meinen uns beurteilen mag, ‒ so wissen OO
sie ja doch nicht, wovon wir Zeugnis geben, OO
und werden es auch nicht erfahren können, OO
solange ihre geistige Blindheit nicht behoben OO
ist...
.So würde denn auch ihr uns feindlicher OO
Wille nur gegen ein Bild sich richten, das OO
sie sich selbst geschaffen haben, ‒ nie‐ OO
mals gegen uns selbst und unsere geistige OO
Welt. ‒
.Wir aber sehen, unermeßlich tief unter OO
den Firnenhöhen die uns im Geiste Heim‐ OO
statt sind, jene vergänglichen geistigen Wel‐ OO
ten, die sich erdversklavter Wille schuf, OO
und wir sind immerdar bereit, aus ihnen OO
zu befreien, was sich befreien lassen will.
.Keinen können wir erlösen, der nicht OO
reinen Willens, im Innersten wahr vorOO
sich selbst, das Höchste und LichtesteOO
von sich verlangt, und unerschütterlich an OO
die Hilfe ewiger Liebe glaubt!
91 Das Buch vom Jenseits
.Selten genug ist der Wille, der sich in OO
solcher Weise äußert, ‒ selten genug die OO
Einsicht, daß nur die Erschöpfung eigenerOO
Kraft ein Anrecht auf Hilfe begründet... OO
.Dennoch gibt es solchen Willen und OO
solche Einsicht.
.Wenn uns auch so mancher Ruf erreicht, OO
der sich verrät als feiges Selbstbejammern OO
bei der Flucht vor eigener Verpflichtung, so OO
hören wir doch auch andere Rufer, die OO
wahrlich alles schon erfüllten, was Erfül‐ OO
lung heischt aus eigener Kraft.
.Sie allein können wir befreien aus den OO
Bereichen zeitbedingten Wahns!
.Vor allem anderen was wir geistig zu OO
wirken vermögen ist uns heilig solches Be‐ OO
freiungswerk!
.Wir kennen keine größere Freude, als OO
einem derer, die sich selbst zu übersteigen OO
streben, aus der Dunkelheit empor zum OO
Licht zu helfen...
92 Das Buch vom Jenseits
.Die anderen müssen einen Weg beschrei‐ OO
ten, von dem hier nicht gesprochen werden OO
soll.
.Auch sie erkennen früher oder später, OO
daß ihre geistige, selbstgeschaffene Trugwelt OO
nicht die Welt der dauernden Erfüllung ist. OO
.Bitter und hart ist dann solche Erkennt‐ OO
nis, und dornenreich der Pfad, der nur allein OO
noch Verheißung gibt, dereinst das Licht zu OO
erlangen.
.Aeonen können auf Aeonen folgen be‐ OO
vor der Suchende dann doch die erste der OO
Stufen wieder erreicht, die ihn empor zum OO
ewigen Lichte leiten, ‒ zu dauernder Er‐ OO
füllung seines Sehnens, ‒ zum UrgrundOO
seines Seins. ‒ ‒ ‒
.Alles was ich hier bekunde, könnte man OO
wohl für seltsame Wachträume eines von OO
seinen Phantasien bedrängten „Mystikers” OO
halten, und ich verarge es keinem Men‐ OO
93 Das Buch vom Jenseits
schen dieses Jahrhunderts, wenn er sich OO
meiner Worte auf solche Art zu erwehren OO
sucht.
.Doch, ich rate euch in eurem Interesse, OO
diese Mitteilungen lieber wie den Bericht OO
eines Mannes aufzufassen, der euch von fernen OO
Ländern manches zu sagen hat, die ihr selbst OO
noch nicht kennenlernen konntet.
.Einige aus euch mögen auch vielleicht OO
Anstoß daran nehmen, daß sie hier AnderesOO
hören, als was sie bis jetzt von solchen hörten, OO
die täuschungsbetört von sich behaupteten, OO
die Bereiche geistiger Welten wachen inneren OO
Sinnes betreten zu haben.
.Hier ist zu bedenken, daß es bei be‐ OO
sonderer Veranlagung und nach gewisser OO
Schulung zwar manchen Menschen möglich OO
werden kann, die niedersten und äußerOO
sten Bezirke des unermeßlichen Reiches OO
geistig-sinnlicher Wahrnehmung zu betreten, OO
daß aber keiner in das lichtklare innersteOO
94 Das Buch vom Jenseits
Reich wesenhaften Geistes gelangt, der OO
nicht zu den berufenen Hütern des gehei‐ OO
men geistigen „Erbgutes” der Erdenmensch‐ OO
heit gehört.
.Auch die Wenigen, denen dieses Erbgut OO
anvertraut ist und die mit solcher Berufung OO
schon geboren wurden, mußten zu jeder Zeit OO
erst unter hoher Leitung beträchtliches gei‐ OO
stiges Wissen und praktisches Können er‐ OO
werben, bevor sie nach jahrelanger Prüfung OO
endlich als wirklich „erprobt” befunden OO
wurden...
.Die „Seher” aber, die mit kühner Stirne OO
euch „Forschungsergebnisse auf höheren Ebe‐ OO
nen” vortragen zu dürfen glauben, so als OO
ob es sich da um offene Gebiete zu wissen‐ OO
schaftlicher Durchprüfung handle, sind ‒ OO
ausnahmslos ‒ Menschen, denen im beOO
sten Falle einer oder der andere jener nieOO
deren Bezirke zugänglich wurde, die ich OO
als die „Strandreiche” der geistig-sinnlichen OO
Anschauungsweise bezeichnet habe.
95 Das Buch vom Jenseits
.Mancher dieser Betörten mag gewiß guten OO
Glaubens von Dingen berichten, die er in OO
einem solchen „Strandreich” wirklich ge‐ OO
wahrte, oder die ihm gar ein Jenseitiger, OO
der ihm als „Meister” erschien, im unge‐ OO
hemmten Wahn täuschungsberauschter „Si‐ OO
cherheit” zu zeigen unternahm. ‒
.Seltener als ihr ahnt, ist wirklich auOO
thentische Kunde aus unserer Welt im OO
geistigen Universum!
.Die, denen solche Kunde zuweilen zu‐ OO
kam, hielten sie meistens sehr geheim, und OO
fürchteten, Heiliges zu profanieren, wenn OO
sie das, was sie erfahren durften, der Menge OO
preisgeben würden.
.Immer war authentische Kunde nur OO
von uns Wenigen gekommen, als den einOO
zigen, die sie geben konnten.
.Man gab jedoch die Aufschlüsse nur imOO
Geheimen, und gab sie nur Einzelnen, OO
96 Das Buch vom Jenseits
die sich Tag und Nacht darum mühten, Er‐ OO
leuchtung zu erlangen.
.Allzukärglich aber blieb bei dieser Art OO
der Austeilung des Saatgutes die geerntete OO
Frucht, so daß nun aller Welt gegeben wer‐ OO
den soll, was sich in Menschenworten mit‐ OO
teilen läßt von unserem Erfahrungswissen.
.Ich trete nicht etwa vor euch als Lehrer OO
hin um Anspruch darauf zu erheben, daß OO
man mir ein größeres Maß an Vertrauen OO
schenke, als es unter redlichen Menschen OO
allgemein üblich ist.
.Die Kunde, die ich euch hier durch mein OO
Wort vermittle, gebe ich aus meiner ewigenOO
Geistnatur, und ich bezeuge hier eine gei‐ OO
stige Welt, in der ich mit meinen Brüdern OO
im Geiste lebe, während ich, zu gleicherOO
Zeit, auch noch das Leben auf dieser Erde OO
mit euch teile, allem Irdischen verpflichtet, OO
und weit davon entfernt, mich ihm ent‐ OO
ziehen zu wollen.
97 Das Buch vom Jenseits
.Ich gebe auch nicht nur allein Bezeugung OO
eigenen Erkennens sondern schreibe jedes OO
meiner Worte zugleich in stetem geistigen OO
Einklang mit dem Erkennen derer, die mir OO
Brüder sind im Geiste, als mir vereinte OO
Priester im Tempel der Ewigkeit.
.Möge jeder, der diese Worte liest, von OO
der äußeren Persönlichkeit ihres Schreibers OO
gänzlich absehen, und nur im eigenenOO
Herzen sich fragen, ob dort Übereinstim‐ OO
mung zu finden ist mit dem allhier Ge‐ OO
gebenen!
.Die Zustimmung des Herzens wird OO
anfangs erst nur leise vernommen werden, OO
wenn der Leser noch in Gedanken und Vor‐ OO
stellungen lebt, die von den niederen Grenz‐ OO
reichen geist-sinnlicher Anschauungsart be‐ OO
einflußt werden.
.Je höher er sich bereits über diese Ein‐ OO
fluß-Zone erhoben hat, desto deutlicher wird OO
98 Das Buch vom Jenseits
er im eigenen Innersten die Wahrheit meiner OO
Worte empfinden.
.Wer allerdings, wenn auch dessen nicht OO
bewußt, Mitschöpfer niederer Welten im OO
geistsinnlichen Grenzgebiet ist, und daher OO
im Banne der Rückwirkung seiner selbst‐ OO
geschaffenen Vorstellungsgebilde steht, der OO
wird schwerlich den Drang empfinden, sich OO
aus seiner Selbstbindung zu befreien.
.Ebenso werden alle, die das Reich des OO
abstrakten Denkens für das Reich des OO
Geistes halten, nur ein Lächeln dafür übrig OO
haben, daß es eine Welt ewiger ErfüllungOO
im Geistigen geben solle, die so viele Ele‐ OO
mente der physischen Erscheinungswelt OO
aufweist.
.Die Erkenntnis, daß alle physisch-sinn‐ OO
liche Erscheinungswelt, im Größten wie im OO
Kleinsten, Nachformung geistig-sinnlicher OO
Erscheinungswelten ist, scheint allzuschwer OO
erreichbar...
99 Das Buch vom Jenseits
.So wird man sich denn auch berechtigt OO
glauben, alles, was ich über diese Dinge OO
sage, ohne Prüfung in das Reich der Fabeln OO
und der menschlichen Hoffnungsträume zu OO
verweisen.
.Und doch wird durch solches Fehlurteil OO
nicht das geringste an der gegebenen Struk‐ OO
tur der Wirklichkeit geändert. ‒
.Wenn es nicht ein jahrtausendealter OO
Aberglaube wäre, daß geistige Wirklich‐ OO
keit sich durch den Mechanismus logisch OO
richtigen Denkens erschließen lassen müsse, OO
dann wäre die hier durch mich bezeugte OO
Wirklichkeit längst erschlossen und jedem OO
weiteren Zweifel entrückt!
.Weit näher der Wahrheit kommen dieOO
Glaubenslehren der alten ReligionsOO
systeme, denn in ihrem Bilderschatz hat OO
sich vieles bis auf den heutigen Tag er‐ OO
halten, was deutlich das Zeichen wirklicher OO
Jenseitsbewußter trägt.
100 Das Buch vom Jenseits
.Wer heute noch die Sprache dieser Bild‐ OO
lehren zu deuten weiß, dem sage ich gewiß OO
nichts Fremdes, wenn ich lehre, daß es keine OO
andere, wahrhaft ewige „Seligkeit” für den OO
bleibenden Menschengeist gibt, als in der OO
innersten lichtgezeugten Welt des Geistes OO
mit ihrem unendlichen Reichtum an FormOO
und Ursymbol, ‒ mit ihren unendlich‐ OO
fältigen Möglichkeiten der Erfüllung höch‐ OO
sten und reinsten Wollens...
.Die aber, nach deren Anschauung des OO
Menschen Selbstempfinden mit dem Tode OO
seines Erdenkörpers endet, mögen erst OO
nach diesem Tode ihren folgenschweren OO
Irrtum durch Erfahrung korrigieren OO
lassen!
.Sie werden kaum viel halten von der OO
Zustimmung des Herzens”, und trotz OO
allem Scharfsinn werden sie nicht gewahren, OO
wie sie sich selbst den einzigen Weg ver‐ OO
bauen, der sie schon jetzt, und hier in OO
101 Das Buch vom Jenseits
ihrem Erdenleben, zu klarer Einsicht führen OO
könnte.
.Es sind gewiß nicht die Schlechtesten, OO
die, aus vermeintlichen guten Gründen, den OO
Tod des physischen Erdenkörpers für iden‐ OO
tisch halten mit endgültiger BewußtOO
seinsvernichtung, ‒ aber schwer sind sie OO
aus ihrem Irrtum zu reißen, da der AugenOO
schein sie engumfesselt hält, so daß sie OO
die unbestreitbare Erkenntnis irdischerOO
Vergänglichkeit auch in einer Sphäre, die OO
ganz anderen Gesetzen folgt, noch als be‐ OO
weiskräftig erachten...
.Gewiß ist der erdensinnlich faßbare OO
Mensch mit dem Tode seines irdischen Kör‐ OO
pers auf immer vernichtet!
.Was weiterbesteht, ist der aus sich ge‐ OO
formte ewige Wille, so wie er sich bis zum OO
Tode des Körpers in diesem und durchOO
dessen Kräfte Ausdruck schuf, und das in OO
dieser Willensform sich selbst erkennende OO
102 Das Buch vom Jenseits
Bewußtsein, so, wie es noch in den letzten OO
Momenten klaren Empfindens im Körper OO
sich auch sinnenhaft empfand.
.Beides aber genügt wahrlich, um den OO
nachfolgenden Zustand ein „WeiterlebenOO
zu nennen, denn auch das irdische Leben OO
ist ja nur sinnenfällige „Äußerung” des OO
durch seine Eigenformung bestimmten, und OO
damit sein Selbstbewußtsein bestimmen‐ OO
den ewigen Willens.
.Mit Recht wehrt sich vernünftiges Den‐ OO
ken aber gegen die Annahme, es werde OO
dieser Wille, oder das durch die erlangte OO
Willensformung bestimmte Selbstbewußt‐ OO
sein sogleich nach dem Tode des Erden‐ OO
körpers etwa in einen Zustand „ewiger OO
Wonne” erhoben oder hinabgestürzt in OO
„ewige Qual”.
.Das Unvergängliche, das sich vordem im OO
Erdenkörper Ausdruck schuf, „entflieht” OO
103 Das Buch vom Jenseits
auch keineswegs in irgendwelche Wolken‐ OO
höhen, oder „zu den Sternen”.
.Es tritt nur ein AnschauungswechselOO
ein, und das von der irdischen Wahrneh‐ OO
mungsart gelöste Bewußtsein des ewigen Wil‐ OO
lens wird wahrnehmungsfähig mit den Sinnes‐ OO
organen seines geistigen Körpers, durch den OO
allein es ja auch schon während des Erden‐ OO
lebens zu geistiger Erfahrung kam, mag sol‐ OO
che Erfahrung reich oder gering gewesen sein.
.Was aber vorerst wahrgenommen wird, OO
nachdem die physischen Sinnesorgane dem OO
Bewußtsein entzogen wurden, habe ich be‐ OO
reits in der ersten Abhandlung dieses Bu‐ OO
ches eingehend beschrieben.
.Die Anschauungsart ist trotz aller OO
Sonderformen, die sie umfaßt, die gleicheOO
in den niedersten der nur geistig-sinn‐ OO
lich erfahrbaren Welten, wie in der höchOO
sten, innersten Welt des Geistes.
104 Das Buch vom Jenseits
.Verschieden sind nur die Gestaltungen, OO
die wahrgenommen werden, ‒ verschieden OO
ist die Klarheit individueller ErkenntnisOO
innerhalb des Wahrnehmungsbereiches.
.Je höher diese Erkenntnis, desto reiner OO
empfindet sich der dann bereits kristall‐ OO
scharf geformte ewige Wille im Selbst‐ OO
bewußtsein als Schöpfer der Erscheinungs‐ OO
formen aus geistiger Substanz, ‒ desto OO
lichtklarer offenbart sich dem Bewußtsein OO
die ewige, alle Seinsform tragende WirkOO
lichkeit.
.Zum „Gestaltlosen” strebt nur unOO
klar geformter, seiner selbst noch nichtOO
sicherer Wille. ‒
.Geklärter, formstraff in sich selbst OO
gefestigter ewiger Wille aber, der OrdOO
nung nach Maß und Zahl in sich begreift, OO
muß auf jeder Stufe seiner Auswirkung OO
zur Gestaltung in ErscheinungsformenOO
führen, und höchstes Glück ist ihm die OO
105 Das Buch vom Jenseits
Ausgestaltung seiner Eigenschöpfung zu der OO
in ihr begründeten Vollkommenheit...
.Wohl kennt jeder wirklich schöpferische OO
Künstler und auch mancher andere „SchafOO
fende” auf der Erde einen fernen AbglanzOO
solchen Glückes, aber erst auf der geistigenOO
Seite des Universums findet Erfüllung, OO
was auf Erden Vorahnung war.
.Darum ist die Erziehung des Willens, OO
durch Nützung seiner eigenen Formungs‐ OO
triebe, die erste und nötigste geistige OO
Schulung und der erste Schritt auf dem OO
Wege, der zur ewigen Welt im Innersten OO
des Geistes führt.
.Wir sind euch wahrhaftig näher als ihr OO
glaubt, ‒ ja wir sind bei euch, wo immer OO
ihr auch seid, denn was in euch des GeistesOO
ist, hat sein ewiges Sein in der uns er‐ OO
schlossenen geistigen Welt, obwohl ihr noch OO
106 Das Buch vom Jenseits
nicht imstande seid, eure Identität mit die‐ OO
sem eurem ewigen Geistigen zu empfinden.
.Zu dieser Identitätsempfindung könnt OO
ihr nicht eher kommen, als bis euer ewiger OO
Wille sich rein und formklar in Ordnung OO
und Gesetzlichkeit vollendet hat.
.Nur wer ohne Unterlaß daran arbeitet, OO
sich dem Nebel trüber Dämmerdünste zu OO
entreißen, in dem ihn verschwommene Be‐ OO
griffe vom Geistigen umherirren lassen, der OO
kann dereinst zu der Klarheit geistigen Lich‐ OO
tes kommen, die uns Lebensodem ist. ‒ OO
.Dann wird der Suchende erfahren, daß OO
die tausend „Fragen” die er vergeblich OO
sich schon am ersten Anfang seines Weges OO
stellte, erst am Ziele dieses Weges ihre OO
absolut befriedigende Antwort erhalten OO
können. ‒
.Das ist der Grund, weshalb alle Führer OO
zum geistigen Lichte zuerst die Forderung OO
107 Das Buch vom Jenseits
nach dem „Glauben” stellen müssen, der OO
als lebendige Kraft den Impuls zum VorOO
anschreiten auslöst.
.Am Beginn des Weges zum Tempel OO
der Ewigkeit muß der „Glaube” stehen, OO
denn „Wissen” kann dem nur werden, der OO
das Endziel des Weges in sich erreichte. OO
.Wer nicht „glauben” kann, dieses Ziel OO
dereinst zu erreichen, der wird gewiß die OO
Mühe nicht auf sich nehmen, die der Weg OO
von ihm verlangt, und wer diese Mühe OO
scheut, der kann auf keinen Fall hier auf OO
Erden schon zu gewissem „Wissen” in gei‐ OO
stigen Dingen kommen!
.Solches „Wissen” aber kann euch werOO
den, auch wenn ihr nicht schon während OO
eures Erdenlebens imstande seid, euch frei OO
in den höchsten Reichen des Geistes zu OO
erleben.
108 Das Buch vom Jenseits
.Wer aber zum „Wissenden” in den Din‐ OO
gen des Geistes wurde, der hat wahrlich OO
mehr erreicht, als wenn ihm alle Wissen‐ OO
schaft der Erde eigen wäre...
.Er wird sich selbst in uns erkennen, OO
und mit uns vereint wird ihm das Reich OO
des Lichtes ewige Heimstatt werden!
.Doch soll man wahrlich nicht glauben, OO
daß geistiges Wissen etwa nur denen er‐ OO
langbar sei, die hochmütig sich aller welt‐ OO
lichen „Schulweisheit” überhoben wähnen! OO
.Zwar kann geistiges Wissen nicht durch OO
verstandesmäßiges Erschließen gewonnenOO
werden, wohl aber kann es dem Verstande OO
gar manches Neue erschließen helfen... OO
.Wissen im Geiste ist nicht auf gleiche OO
Weise zu erlangen, wie weltliche Wissen‐ OO
schaft, aber ebensowenig läßt sich verstanOO
desmäßige Erkenntnis irdischer Zusam‐ OO
menhänge anders, als durch VerstandesOO
arbeit erreichen.
109 Das Buch vom Jenseits
.Was irdischer Verstand erkennt aus OO
erdensinnlicher Erkundung her, kann OO
niemals Gegenstand der geistes-sinnlichen OO
Erkundungsweise sein, und niemals kann OO
ein Widerspruch bestehen bleiben zwi‐ OO
schen beiden Arten des Erkennens, es sei OO
denn, daß er nur durch mangelnde Er‐ OO
kenntnis-Fähigkeit verschuldet worden OO
wäre.
.Erst dort, wo alles „Erdenkbare” endet, OO
wird Erkenntnis aus geistigem AnschauenOO
möglich: ‒ jenseits aller erdenmensch‐ OO
lichen Wissenschaft!
110 Das Buch vom Jenseits
DAS EINZIG WIRKLICHE
.Du hast nun hoffentlich bereits be‐ OO
gonnen, ein Weniges zu erahnen von dem OO
Geheimnis der ewig zeugenden, ewig ge‐ OO
bärenden Ursachenwelt, die sich in allen OO
Anschauungsreichen offenbart, in unendlich‐ OO
fältiger Erscheinungsfülle...
.Oder ist dein inneres Fühlen doch noch OO
zu stumpf, weil du nicht gewohnt warst, es OO
zu schärfen?
.Dann erfühlst du vielleicht noch kaum OO
etwas von dem Mysterium, das dir durch OO
meine Worte enthüllt werden soll, oder du OO
deutest meine Worte, wie sie nicht gedeutet OO
werden wollen? ‒
.Ich will aber, daß du „sehend” wirst, OO
damit du nicht dereinst als ein „VerblenOO
113 Das Buch vom Jenseits
deter” das Reich des Geistes betreten wirst, OO
wenn der Tag kommt, an dem du es be‐ OO
treten mußt. ‒
.Avidyâ”, d.i.: Nichtwissen, nennt OO
östliche Weisheit mit Recht eine „Schuld”, OO
denn dein eigener Wille nur vermag es, OO
dir die Pforte zur Erkenntnis zu versper‐ OO
ren. ‒ ‒
.Du hast jetzt mehrfach bereits gehört, OO
daß zwischen deiner Welt der physischOO
sinnlichen Wahrnehmung und der Welt des OO
Geistes nur eine Schranke liegt, die zwei OO
verschiedene Arten der WahrnehmungsOO
fähigkeit voneinander trennt.
.Ich habe mich absichtlich des öfteren OO
wiederholt und werde mich auch weiterhin OO
noch wiederholen müssen, damit diese Grund‐ OO
wahrheit dir so tief wie möglich zu Bewußt‐ OO
sein kommt.
114 Das Buch vom Jenseits
.So muß ich auch hier dir in die Erin‐ OO
nerung rufen, daß das Wirkliche immer OO
das gleiche Eine und Ursächliche bleibt, OO
auch wenn es auf die verschiedenste Art OO
zur Wahrnehmung gelangt in den physiOO
schen oder geistigen Erscheinungswelten. OO
.Philosophisches Denken erspürte von fer‐ OO
ne dieses eine „Wirkliche” und nannte es: OO
„Das Ding an sich”.
.Bis zu ihm aber vorzudringen, ist OO
auch der feinsten und scharfsinnigsten phi‐ OO
losophischen Spekulation absolut unmögOO
lich.
.Nur in praktischer Erfahrung wird OO
es erfaßt, und nur erprobte Meister uralter OO
verborgener Erkenntnisweise sind dieser OO
praktischen Erfahrung wirklich fähig.
.Sie allein vermögen es auch, ihre schon OO
dazu geborenen, ausgewählten Nachfolger zu OO
dieser praktischen Erfahrung zu führen. OO
115 Das Buch vom Jenseits
.So habe auch ich voreinst erlangt, was OO
hier zu erlangen war.
.Wer anders als wir, sollte dir also dasOO
einzig Wirkliche, das aller und jederOO
Erscheinung letzte Ursache ist, wenigstens OO
durch den Hinweis, den Worte einer Men‐ OO
schensprache zu geben vermögen, hier auf OO
Erden aufweisen können?!
.Ich will versuchen, ob es mir gelingt, OO
‒ allein, ich muß dein eigenes innerstes OO
Fühlen bei diesem Beginnen dringend zu OO
Hilfe bitten, denn nur, wenn das, was inOO
dir des Geistes ist, meinem Lehrwort sich OO
vereinen kann, wirst du der Wahrheit OO
innewerden.
.Deine Augen sind bis jetzt noch geblenOO
det von dem Glanze eines vergänglichenOO
Lichtes, das gewiß die Augen blenden kann! OO
.Du mußt erst „sehen” lernen! ‒
116 Das Buch vom Jenseits
.Dein Auge muß frei werden, so daß es OO
sehen kann, was es sehen will, und nicht OO
mehr gezwungen ist, nur das sehen zu OO
müssen, was die allermeisten Menschen OO
allein zu sehen vermögen. ‒ ‒
.Dein Auge muß nach innen sehen lernen, OO
so, wie es bis jetzt nur nach außen sieht! OO
.Aber es handelt sich hinwieder auch OO
nicht nur allein um ein anderes „Sehen”, OO
sondern dein ganzes Fühlen muß Erneue‐ OO
rung erfahren.
.Dein eigenes „Daseinsgefühl” muß sich OO
aus den Fesseln lösen, die es bislang noch OO
umstricken, willst du das einzig „WirkOO
liche”, das Ursache aller Erscheinung ist, OO
mit unbeirrbarer Sicherheit erfühlen.
.Magische Fäden durchziehen auch diese OO
äußere, physische Sinnenwelt, und wenn OO
du mit Ausdauer dich bestrebst, nach inOO
nen sehen zu lernen, so wirst du bald die OO
117 Das Buch vom Jenseits
Erscheinungsform dieser Außenwelt von OO
dem Ursächlichen, das sich in ihr offen‐ OO
bart, zu unterscheiden wissen.
.Du wirst die überraschende Entdeckung OO
machen, daß das einzig Wirkliche aller OO
Erscheinungswelt auch in der physischOO
sinnlichen Erscheinungsart erfaßbar ist, in OO
Gestalt der verborgenen geistigen UrOO
seinskräfte, die zwar oft genug von Men‐ OO
schen erfahren wurden, aber dennoch von OO
vielen geleugnet werden, weil ihre Er‐ OO
fahrung nichts davon weiß...
.Wer erfahren durfte, was hier gemeint OO
ist, den kann kein Zweifel Anderer mehr OO
beirren, und sein eigenes Erleben wird ihn OO
davor behüten, diese Kräfte etwa jenenOO
gleichzusetzen, die dem unsichtbarenOO
Bereich der physischen Natur entstam‐ OO
men, obwohl man gemeinhin in beidenOO
Fällen von „mystischen”, „übernatürlichen” OO
oder auch „okkulten” Kräften zu sprechen OO
pflegt.
118 Das Buch vom Jenseits
.Die ganze physische Erscheinungswelt, OO
die dich umgibt, ‒ dein eigener Körper OO
miteingeschlossen, ‒ ist aufgebaut auf der OO
Auswirkung der den Erdensinnen verborOO
genen geistigen Kräfte aus dem Ursein, OO
und alle geistigen Welten sind gleicher‐ OO
weise dieser ursächlichen Kräfte Erschei‐ OO
nungsform.
.Es ist die andere Anschauungsart, OO
die das Wirken dieser Kräfte als physiOO
sche, oder als geistige „Welt” empfin‐ OO
den läßt.
.Du wirst nun begreifen, daß das „JenOO
seits” keine ursächlich andere Welt ist, OO
sondern nur das Ergebnis einer neuen, dir OO
noch unbekannten, anderen WahrnehOO
mungsart der Auswirkung dieser gleichenOO
verborgenen Urseinskräfte, deren Auswir‐ OO
kungsfolge du hier auf Erden als „Dies‐ OO
seits” anschauen lerntest. ‒
119 Das Buch vom Jenseits
.Dein Bewußtsein ist zwar nicht Schöpfer OO
der Wirklichkeit, denn es ist selbst ein OO
„Teil” dieser Wirklichkeit, ‒ ist selbstOO
eine der verborgenen geistigen Urseinskräfte, OO
‒ aber es ist im „Diesseits” wie im „Jen‐ OO
seits”: Schöpfer der Erscheinungsform, OO
die sich hier wie dort aufbaut auf der Aus‐ OO
wirkung der gleichen Kräfte.
.Zu der „diesseitigen” Anschauungs‐ OO
form gehört eine Auswirkungsfolge dieser OO
Kräfte, die dir sehr vertraut ist als die OO
Funktion deiner physischen Sinne.
.Durch diese, dir hier gegebenen Sinne OO
wird all dein Anschauen und Anerkennen OO
der Wirklichkeit auf Erden genau bestimmt, OO
und so nimmst du nichts anderes wahr, OO
als was sie dich wahrnehmen lassen.
.Da du aber selbst ein „Teil” der ewigen OO
Wirklichkeit bist, gleichwie ein Wasser‐ OO
tropfen im Meere ein Teil des Meeres ist, OO
so trägst du auch in dir potentiell alle OO
120 Das Buch vom Jenseits
Möglichkeiten die der ewigen Wirklich‐ OO
keit innewohnen, wie der Tropfen im OO
Meere alle Eigenschaften des Meerwassers OO
aufweist.
.So bist du nicht nur fähig, durch die OO
Sinnesorgane deines physischen Organis‐ OO
mus wahrzunehmen, denn du selbst bist OO
ja geistiger Natur und deines geistigenOO
Organismus ewiger Eigner.
.In deinem geistigen Organismus besitzest OO
du andere Sinnesorgane, die du bis jetzt OO
noch nicht kennst, und sie entsprechen auf OO
geistiger Seite durchaus deinen physiOO
schen Sinnesorganen hier im irdischenOO
Leib.
.Durch deine geistigen Sinne wirst du OO
im „Jenseits” ebenso zum Schöpfer deiner OO
geistigen Erscheinungswelt, wie du hier OO
auf Erden Schöpfer der dir wahrnehmbar OO
werdenden physischen Erscheinungswelt OO
bist, ohne darum zu wissen...
121 Das Buch vom Jenseits
.Betrachte, um deinem Verstehen zuhilfe OO
zu kommen, beispielsweise einen Menschen OO
in der Hypnose!
.Er sieht, hört und fühlt alles, was du OO
ihn durch deine Suggestion sehen, hören OO
oder fühlen lassen willst, und es gilt ihm OO
als wahrhaft vorhanden.
.Du glaubst mit aller Bestimmtheit, er OO
unterliege einer von dir gewollten Täuschung, OO
‒ allein du bist es, der sich in dieserOO
Annahme täuscht!
.Du hast den Hypnotisierten nur für OO
kurze Zeit von dem Zwang befreit, seinen OO
physischen Sinnen allein glauben zu müs‐ OO
sen, und nun sieht, hört und fühlt er vor‐ OO
übergehend, und dort, wo du es ihm be‐ OO
fiehlst, auch mit seinen geistigen Sinnen, OO
und wird durch sie zum Schöpfer dessen, OO
was ihm wahrzunehmen aufgetragen ist.
.Nicht du zeigst ihm, was er sieht, und OO
er sieht auch gewiß noch nichts von dem, OO
122 Das Buch vom Jenseits
was in geistigen Erscheinungswelten allenOO
dort Wahrnehmenden gemeinsam sichtbar OO
ist.
.Du leitest nur seine plastische Phantasie, OO
und da er, bei gehemmter Funktion der OO
physischen Sinne, zugleich auch mit sei‐ OO
nen geistigen Sinnen wahrzunehmen ver‐ OO
mag, so gestaltet sein Wille vorübergehend OO
in geistiger Substanz die Aequivalente der OO
Vorstellungsbilder, zu deren Erzeugung du OO
ihn veranlaßt hast.
.Nicht der Holzstab mit dem du seine OO
Hand berührst, ‒ während du suggerierst, es OO
handle sich um ein glühendes Eisen, ‒ OO
schafft die Brandblase, die alsbald auf der OO
Hand zu sehen ist, ‒ sondern die geistOO
sinnliche Erscheinungsform eines glüOO
henden Eisenstabes hat sie bewirkt, und OO
sie konnte derartiges nur bewirken, weil OO
sie auf der Auswirkung der verborgenen OO
Kräfte aufgebaut war, die in aller Er‐ OO
scheinung das einzig Wirkliche sind. ‒ OO
123 Das Buch vom Jenseits
.Keinen Augenblick wird der Hypnoti‐ OO
sierte an der Objektivität seiner Eigen‐ OO
schöpfung zweifeln, und wenn du ihm be‐ OO
fohlen hast, sich seiner Erlebnisse auch OO
nach dem Erwachen noch zu erinnern, OO
so wird er dann im Wachzustand kaum zu OO
begreifen vermögen, daß seine Wahrneh‐ OO
mungen nicht in der physischen Sinnen‐ OO
welt erfolgten.
.So intensiv aber konnte er nur erleben, OO
weil sein Erleben auf der Auswirkung der OO
gleichen Wirklichkeit beruhte, wie die OO
ihm vertraute physische Erscheinungs‐ OO
welt. ‒ ‒
.Wenn nun die Hypnose hier auch nur OO
der Verständigung wegen erwähnt wurde, OO
und wenn auch gewiß die Einblicke in OO
geistig-sinnliche Bezirke, die sie gewährt, OO
sehr beengt und oberflächlich bleiben, so OO
kann dir dieses Beispiel doch immerhin OO
zeigen, daß deine gegenwärtige physischOO
124 Das Buch vom Jenseits
sinnliche Anschauungsmöglichkeit nichtOO
etwa die einzig vorhandene ist.
.Wir Menschen hier auf der Erde sind OO
alle gleichsam in einer Kollektivhypnose, OO
so daß wir hier nicht auf andere Weise OO
wahrnehmen können, als wie unser „Hyp‐ OO
notiseur”, der hier unser eigener „ein-ge‐ OO
borener” Wille ist, uns wahrnehmen lassen OO
mag, und er wäre nicht in irdischem Be‐ OO
reiche, ginge sein Streben nicht nach dem OO
Selbsterleben in physisch-sinnlicher Er‐ OO
scheinung.
.Sobald wir unseren zeitlich ins Physische OO
gerichteten ewigen Willen umzukehrenOO
verstehen, werden wir andere Wahrneh‐ OO
mungsarten und ihre Gesetze kennenler‐ OO
nen. ‒
.Das ist zwar während des physischen OO
Daseins auf der Erde nur sehr wenigenOO
Menschen möglich, ‒ es wird aber allen OO
zur Notwendigkeit, sobald der Tod des OO
125 Das Buch vom Jenseits
Erdenkörpers dem Willensbewußtsein die OO
bisherigen Sinnesorgane entzieht.
.Alle „Furcht vor dem Tode” erwächst OO
aus dem Widerstreben des ins PhysischeOO
gerichteten Willens gegen eine UmkehrOO
seiner, im Akt des „Falles” aus dem Ur‐ OO
licht eingeschlagenen Richtung. ‒ ‒
.Du wirst nun begreifen können, daß OO
jeder, der hier auf Erden noch nicht zum OO
geistigen „Erwachen” kam, im „JenseitsOO
zuerst nur eine „Grenzwelt” ertastet, die OO
seinen Vorstellungen und denen GleichOO
gesinnter, entspricht, ‒ daß er aber erst OO
vollständig Herr seiner selbst im eigenen OO
Willen geworden sein muß, bevor er in OO
die ewige geistige Lichtwelt absoluter OO
Erfüllung emporgeführt werden kann. ‒ OO
.Wir können auch keinen brauchen, der OO
nicht alle seine selbstsüchtigen Wünsche OO
aufgegeben hat, denn sein bloßes Dasein OO
126 Das Buch vom Jenseits
in der uns umschließenden geistigen Region OO
wäre schon gleichbedeutend mit ihrem Ver‐ OO
sinken in Unordnung und Chaos, ‒ gesetzt, OO
es wäre möglich, daß ein solcher die höchste OO
Licht-Welt im Geiste ersteigen könnte.
.Vielleicht verstehst du nun, weshalb ich OO
betonte, daß wir hier alle eines Willens OO
sind, der sich in seiner Zielrichtung nicht OO
verändern kann...
.Wir sind im geistigen Reiche souve‐ OO
räne Beherrscher des einzig Wirklichen ge‐ OO
worden, ‒ durch die mit ihm verschmol‐ OO
zene Einheit unseres Willens, in dem je‐ OO
der Einzelwille nur noch als Allwille sich OO
wiederfindet...
.So wurden wir wissende Bildner der OO
höchsten und reinsten Erscheinungswelt im OO
Geistigen.
.Soweit in einem Zustand, der weder An‐ OO
fang noch Ende kennt, da er immerdar zuOO
127 Das Buch vom Jenseits
gleich Beides selber ist, dennoch von „Voll‐ OO
endung” gesprochen werden kann, wissen OO
wir, daß unsere Vollendung bedingt ist, OO
durch stetes bewußtes Gestalten und Erhalten OO
der höchsten und lichtklarsten Erscheinungs‐ OO
welt im Geiste, die uns Stätte des Wirkens OO
wie Tempel der Anbetung wurde...
.Wir „sind” nichts anderes, als nur das, OO
was unser geeinter ewiger Wille will!
.Was man auf Erden und in der Rede OO
des Alltags „Wille” nennt, ist nur ein OO
Wünschen, ein Begehren, oder irgend OO
einer Neigung Ausdruck, bedingt durch OO
eine Gehirnfunktion.
.Würde der wirkliche ewige Wille des OO
Menschen auf der Erde den WünschenOO
folgen, dann müßte sich jeder Wunsch und OO
jedes Begehren erfüllen.
.Dem ist aber nicht so, wie jeder weiß, OO
und wir können wahrlich dem Himmel OO
128 Das Buch vom Jenseits
danken, daß allhier nicht hinter jedem OO
Wunsch ein Wille steht...
.Auf der Erde „will” unser ewiger WilleOO
nur in der Beschränkung, die ihm die geOO
wollte physische AnschauungsweiseOO
auferlegt, auch wenn die Wünsche diese OO
Schranken nur zu oft und zu gerne überOO
fliegen möchten.
.Erst im Geistigen, ‒ in der anderenOO
Anschauungsform, ‒ kann unser Wille auch OO
anders wollen.
.Dort ist der Bann „diesseitiger” Hypnose OO
gebrochen und die anderen, in uns vor‐ OO
handenen Möglichkeiten der Anschauungs‐ OO
weise können sich offenbaren.
.Du wirst nun auch hier wieder sehen, OO
weshalb es so unsinnig ist, zu glauben, daß OO
dieser Erdenwelt Gestorbene sich „materiali‐ OO
sieren” könnten, um mit den Irdischen in OO
Verkehr zu treten.
129 Das Buch vom Jenseits
.Das würde heißen, daß die der Hypnose OO
physischen Anschauungszwanges endlich EntOO
rückten, aufs neue ihr verfallen könn‐ OO
ten. ‒
.Selbst wenn es „naturgesetzlich” mög‐ OO
lich wäre, würden sie solche Rückkehr OO
nicht mehr wollen können, da der Wille OO
längst nun sich selbst aus seinem hypno‐ OO
tischen Bann befreite, ganz abgesehen da‐ OO
von, daß die physisch-sinnliche Anschauungs‐ OO
weise durch die Funktion der physischen OO
Sinnesorgane bedingt ist.
.Wie ich schon vordem sagte, ist alles, OO
was jemals in spiritistischen Seancen für OO
die „Materialisation” eines GestorbenenOO
angesehen wurde, wie auch jede dort wahr‐ OO
genommene physikalische Manifestation, OO
nur das Werk von Wesen, die zwar den OO
menschlichen physischen Sinnen für OO
gewöhnlich unwahrnehmbar bleiben, OO
aber dennoch zur physischen Natur ge‐ OO
hören.
130 Das Buch vom Jenseits
.Ihr unsichtbarer Organismus ist keines‐ OO
wegs „geistiger” Natur und sie können OO
nichts Geistiges wahrnehmen.
.Dagegen verfügen sie über hochent‐ OO
wickelte Sinnesorgane in ihren, dem Er‐ OO
denmenschen normalerweise unsichtbaren OO
physischen Körpern, ‒ Sinnesorgane die OO
zwar physischer Art sind und nur „dies‐ OO
seitige” Anschauungsweise bewirken, aber OO
doch alle physischen Sinnesfunktionen des OO
Erdenmenschen außerordentlich übertreffen. OO
.Dazu kommt noch, daß diese Wesen auch OO
mit Sinnen begabt sind, die der Mensch der OO
Erde nicht besitzt, und nur ‒ so gut es OO
geht ‒ durch die Funktionen mechanischer OO
Apparate zu ersetzen sucht. ‒
.Die, irdischen Menschenaugen Unsicht‐ OO
baren, um die es sich hier handelt, ‒ die OO
aber von manchen Tieren der Erde sehrOO
scharf wahrgenommen werden, ‒ sind im‐ OO
131 Das Buch vom Jenseits
stande, für kurze Zeit und unter Benutzung OO
menschlicher Kräfte, Formen anzunehmen, OO
die auch den menschlichen physischen OO
Sinnen wahrnehmbar werden müssen.
.Die zeitweilige Erzeugung und Benutzung OO
solcher Formen wird bewirkt durch eine Art OO
Amalgamierung mit dem Willen gewisser OO
Menschen (der sogenannten „Medien”) bei OO
gleichzeitiger Benützung ihrer „Tierseele”. OO
.Die Bewohner des den Menschensinnen OO
nicht bewußt wahrnehmbaren Teiles der OO
physischen Erscheinungswelt sind in ge‐ OO
wissem Sinne dem Menschen recht „ähnlich”, OO
aber es handelt sich weder um ehemaligeOO
Menschen, noch können aus diesen Wesen OO
jemals Menschen werden.
.Es handelt sich vielmehr um Geschöpfe, OO
die dem menschlichen unsichtbaren phy‐ OO
sischen Organismus ebenso nahestehen, wie OO
die irdische Tierwelt dem äußeren phy‐ OO
sischen Menschen.
132 Das Buch vom Jenseits
.Das naturgewollte Wirkungsgebiet dieser OO
Wesen liegt in den inneren Bereichen des OO
organischen Aufbaues der physischen Welt. OO
.Die „Gnomen”, „Kobolde”, Erd-, Luft‐ OO
und Wassergeister der alten Märchen und OO
Sagen sind, ‒ von sichtlichen Zugaben der OO
Volksphantasie abgesehen, ‒ zumeist ganz OO
so dargestellt, daß die Vermutung recht OO
nahe liegt, man habe es hier nicht mit OO
Erdichtungen zu tun, sondern mit Zeug‐ OO
nissen realer erdenmenschlicher Erfahrung. OO
.Die Bezeichnung als „NaturgeisterOO
darf jedoch nicht vergessen lassen, daß es OO
sich um physisch-sinnliche Wesen handelt, OO
denen die geistige Seite der ursächlichen OO
Welt nicht nur unzugänglich, sondern OO
nicht einmal für ihr Bewußtsein vorhanOO
den ist...
.Nur die Unkenntnis dieser naturge‐ OO
gebenen Zusammenhänge läßt es als ent‐ OO
schuldbar erscheinen, wenn Menschen ver‐ OO
133 Das Buch vom Jenseits
muten oder gar glauben, in spiritistischen OO
Sitzungen mit Wesenheiten aus der geiOO
stigen Welt zu verkehren.
.Wohl ist es möglich, daß rein geistigeOO
Wesenheiten, und mithin auch Gestorbene, OO
sich unter gewissen Umständen sichtbarOO
und vernehmbar machen können, ‒ allein, OO
du siehst und hörst sie dann durch deine OO
geistigen Sinne, auch wenn du mit phy‐ OO
sischen Augen zu sehen, mit dem physischen OO
Gehör zu hören meinst.
.Niemals aber werden wirkliche Geist‐ OO
wesenheiten irgendwelche physikalischeOO
Kraftäußerung hervorbringen! ‒
.Damit du eine wirkliche geistige Wesen‐ OO
heit durch deine geistigen Sinne wahr‐ OO
nehmen kannst, ist es nötig, daß man dich OO
von geistiger Seite her vorübergehend aus OO
der „Hypnose” physisch-sinnlicher An‐ OO
schauungsart befreit.
134 Das Buch vom Jenseits
.Deine unbeeinflußte Umgebung wird OO
dann weder die Gestalt sehen, die du er‐ OO
blickst, noch eines der Worte hören, die OO
du vernimmst, und doch braucht es sich OO
bei deinem Erleben keineswegs um eine OO
„Halluzination” zu handeln, die ja nur ein OO
Erzeugnis deiner eigenen plastischen Phan‐ OO
tasie wäre...
.Empfängst du ein echtes geistiges Er‐ OO
lebnis, ohne es gesucht zu haben, so nimm OO
es ehrfürchtig hin und verwahre in deinem OO
Herzen, was du empfinden durftest!
.Töricht aber wäre es, dir solche Erleb‐ OO
nisse etwa zu wünschen, denn es gehört OO
schon sehr hoch entwickelte Kritikfähig‐ OO
keit dazu, echte Wahrnehmungen der gei‐ OO
stigen Sinne sicher von lebhaften HalluOO
zinationen zu unterscheiden, und du wirst OO
doch kaum erstreben, einen „Geist” zu OO
sehen, von dem du nicht wissen kannst, OO
ob er nicht gar dein eigenes, in einer Maske OO
agierendes Projektionsbild ist.
135 Das Buch vom Jenseits
.Die Fälle echter geistigsinnlicher Wahr‐ OO
nehmung sind so überaus selten, daß man OO
gut tut, erst dann an eine tatsächliche Ein‐ OO
wirkung aus geistigen Regionen zu glauben, OO
wenn schärfste Kritik die Möglichkeit OO
einer Halluzination unter allen UmstänOO
den ausschließt.
.Das zu beurteilen, lehrt aber nur reiche OO
Erfahrung, und ein sicheres Urteil steht OO
hier nur Menschen zu, deren geistige Sinne OO
schon dauernd erschlossen sind.
.Das sogenannte „Hellsehen” ist jedoch OO
nicht die Fähigkeit, geistige Gestaltungen OO
wahrzunehmen.
.Der „Hellseher” ist nur imstande, ihm OO
räumlich oder zeitlich ferne Dinge der phyOO
sischen Welt wahrzunehmen, ‒ zuweilen OO
auch mit Einschluß ihres unsichtbaren Be‐ OO
reiches und der in ihm lebenden Lemuren‐ OO
wesen, die ihm alsdann als „Geister” gelten. OO
136 Das Buch vom Jenseits
.Mag ein „Hellseher” auch die verblüf‐ OO
fendsten Beweise seiner Wahrnehmungs‐ OO
fähigkeit in der Fernschau, Rückschau, OO
oder Vorherschau erbringen, so handelt OO
es sich doch immer nur um ein Erschauen OO
innerhalb der physisch-sinnlich erkenn‐ OO
baren Erscheinungswelt.
.Dort, wo er glaubt, Geistiges zu erblik‐ OO
ken, berichtet er entweder von dem unsicht‐ OO
baren Teil der physischen Welt, oder OO
aber von Dingen, die seine eigene plastiOO
sche Phantasie ihm vorspielt, wobei er, OO
guten Glaubens, alles Gesehene für objektive OO
Bezeugung der Geisterwelt hält.
.Seine Schauungen werden dann immer OO
deutlich die Färbung der Vorurteile und OO
Meinungen aufweisen, die ihn im Alltags‐ OO
leben hier auf Erden beherrschen.
.Ist er Christ, so wird er von den hei‐ OO
ligen Gestalten der Evangelien, oder von OO
kanonisierten „Heiligen” zu berichten OO
137 Das Buch vom Jenseits
haben, ‒ ist er in den Vorstellungen inOO
discher Religionssysteme aufgewachsen, so OO
wird er die Gottheiten des Brahmanismus, OO
in Tibet aber: die der Mahâyânaschule, OO
zu schauen glauben.
.Unzählige Wahnvorstellungen vom „Jen‐ OO
seits” sind unter willigen Gläubigen durch OO
„Hellseher” verbreitet worden und finden OO
immer noch Anhänger, weil man naiver‐ OO
weise aus der Bestätigung irgend einer FernOO
oder Vorherschau schließt, daß dem „Hell‐ OO
seher” auch geistige Gebiete erschlossen OO
seien.
.Das Organ des „Hellsehens” ist aber OO
nichts anderes als ein rudimentäres phyOO
sisches Sinnesorgan aus den Urzeittagen OO
der Menschheit auf dieser Erde.
.Als Beispiel von „Atavismus” findet sich OO
zuweilen dieses Sinnesorgan auch in Men‐ OO
schen der heutigen Tage leidlich funktions‐ OO
fähig ausgebildet vor.
138 Das Buch vom Jenseits
.Alles „Hell-sehen”, „Hell-fühlenOO
„Hell-hören” beruht auf der Möglichkeit, OO
dieses Sinnesorgan gebrauchen zu können. OO
.Hieher gehört auch die sogenannte „Psy‐ OO
chometrie”, oder das Schauen der früheren OO
Schicksale eines Gegenstandes bei der bloßen OO
Berührung, sowie manche Spielart der Fähig‐ OO
keit zum „Wahrsagen”, auch wenn dabei OO
ein Modus befolgt wird, der den eigent‐ OO
lichen Vorgang, absichtlich oder ungewußt, OO
verschleiert.
.Damit du verstehen lernst, was das OO
„Jenseits” ist, wirst du drei Reiche im Kos‐ OO
mos unterscheiden lernen müssen.
.Einmal das Reich der physisch-sinn‐ OO
lichen Anschauungsart, oder die physischeOO
Welt.
.Dann das Reich geistig-sinnlicher An‐ OO
schauung, oder die Welt des Geistes.
139 Das Buch vom Jenseits
.Drittens aber das Reich der verborgeOO
nen, ursacheschaffenden Kräfte des UrOO
seins: ‒ das einzig Wirkliche, auf des‐ OO
sen Auswirkung alle Anschauungsformen OO
und ihre Erscheinungswelten, sowohl auf OO
der geistigen wie auf der physischen Seite OO
des Kosmos, beruhen.
.Diese verborgenen, ursacheschaffenden OO
Kräfte des Seins wirken im Erdenmenschen OO
als seine „Seelenkräfte”.
.Einmal in einem Menschenleben zu zeit‐ OO
weiliger Kollektivform kristallisiert, nehmen OO
sie gleichsam die individuelle „Färbung” des OO
Menschen an und werden durch den in ihm OO
sich manifestierenden ewigen Willen, für OO
alle weitere Zeit bestimmt, so daß sie dem OO
einmal empfangenen Impuls fortan folgen OO
müssen, bis er Erfüllung fand.
.Ist diese Erfüllung im Erdenleben des OO
Menschen, der den Impuls gab, nicht zu OO
finden, dann äußern sich die einmal nun OO
140 Das Buch vom Jenseits
nach bestimmter Richtung strebenden „See‐ OO
lenkräfte” immer wieder in neuen MenOO
schenleben, bis sie zuletzt Erfüllung er‐ OO
reichen, indem sie sich dem Willen, der sich OO
in einem Menschen manifestiert, verschmelOO
zen und mit ihm zur Einheit werden.
.Unrichtige Deutung dessen, was sie von OO
diesem Geschehen wahrzunehmen vermoch‐ OO
ten, verführte die Völker des Ostens zu dem OO
Glauben an eine oftmalige „Wiedereinver‐ OO
leibung” des Menschen durch Geburt auf OO
der Erde.
.Der Wahrheit nach ist aber solche Wieder‐ OO
einverleibung, ‒ also ein Zurückfallen in OO
die Selbsthypnose physisch-sinnlicher An‐ OO
schauungsart, ‒ nur möglich bei Menschen, OO
die bewußt und absichtlich selbst ihren Kör‐ OO
per zerstören (was keinesfalls ein Werk des OO
ewigen Willens, sondern immer nur ein OO
Ausbruchsversuch des Wunsches ist! ‒ ‒) OO
ferner: bei Kindern, die starben, bevor der OO
ewige Wille Erfüllung seines Dranges zu OO
141 Das Buch vom Jenseits
physisch-sinnlicher Erfahrung fand, und drit‐ OO
tens: bei Menschen in denen der Drang zu OO
solcher Erfahrung gleichsam in Hypertrophie OO
ausartete, so daß selbst der Tod des Erden‐ OO
körpers nur für kurze Zeit die Selbsthyp‐ OO
nose zu unterbrechen vermochte.
.Die Lehre von der Re-inkarnation ent‐ OO
spricht also ebensowenig dem normalenOO
Geschehen, wie die Selbstentleibung, oder OO
der Tod im frühen Kindesalter als die allenOO
Menschen gesetzte Abschlußform des irdi‐ OO
schen Lebens anzusehen sind...
.Wenn in dir „Erinnerungen” oder auch OO
nur leise Ahnungen auftauchen, die dir den OO
Glauben nahelegen, du könntest schon frü‐ OO
her einmal ein Erdenleben durchlebt haben, OO
so ist es zwar möglich, daß dich solcher OO
Glaube nicht täuscht, und daß du selbst OO
ein Beispiel bildest zu einem der drei SonOO
derfälle, die allein eine Wiederverkörpe‐ OO
rung zulassen, ‒ aber du wirst besser tun, OO
wenn du die Frage ruhen läßt, bis dir nachOO
142 Das Buch vom Jenseits
diesem Erdendasein dereinst im GeistigenOO
die einzig sichere Antwort wird.
.Das Gefühl, ehedem als eine von dirOO
verschiedene Individualität auf Erden OO
gelebt zu haben, ist immer und mit allerOO
Sicherheit eine Täuschung, denn in den OO
genannten drei Sonderfällen, die allein mehr‐ OO
malige Verkörperung auf Erden erlauben, OO
bleibt auch in der neuen Einverleibung im‐ OO
mer die gleiche Individualität in Erlebnis‐ OO
bereitschaft ihrer selbst im Erdendasein.
.Dagegen ist fast von jedem innerlich OO
nicht ganz empfindungsträgen Menschen mit OO
Gewißheit anzunehmen, daß er in sich zu‐ OO
weilen „Seelenkräfte” am Werke gewahrt, OO
die ihren Impuls von Menschen früherer OO
Zeiten empfingen und ihn nun zur Erfüllung OO
zu bringen suchen.
.Dann kann es sein, daß sich dem Men‐ OO
schen der solches in sich erfährt, sehr leb‐ OO
haft geformte Erinnerungsbilder zeigen, OO
143 Das Buch vom Jenseits
die dem Leben jener Menschen entstammen, OO
die voreinst den nun in einem neuen Men‐ OO
schenleben tätigen „Seelenkräften” ihren Im‐ OO
puls gegeben haben.
.Der Irrtum, dann zu glauben, man sei OO
selbst voreinst der gewesen, von dem diese OO
Erinnerungsbilder an Selbsterlebtes stam‐ OO
men, ist zwar sehr leicht erklärlich, aber OO
doch nur durch allzu oberflächliche Erfahrung OO
zur Not zu stützen.
.Jeder einzelne Mensch ist eine einOO
malige und einzigartige Emanation des OO
Urwillens, ‒ ist hervorgegangen aus dem OO
ewigen „ungeformten Meere der Gottheit” OO
um seine, von allen anderen Mitemana‐ OO
tionen verschiedene, individuelle FormvolOO
lendung zu erlangen.
.Wer auf dieser Erde geboren wurde und OO
nun die Mühen, Bedrängnisse und Schmer‐ OO
zen zu erdulden hat, die mit dem Dasein OO
im tierhaften Leibe untrennbar verbunden OO
144 Das Buch vom Jenseits
sind, der hat sich dieses Schicksal selbstOO
geschaffen, denn um des Daseins in dieser OO
physisch-sinnlichen Erscheinung willen, hat OO
er den Weg zu seiner Formvollendung im OO
Geiste selber unterbrochen.
.Zwangsläufig muß er früher oder später OO
zur Rückkehr kommen, um dann aufs neue OO
seiner geistigen Formvollendung zuzustreben. OO
.Je eher er schon in seinem Erdendasein OO
diese einzige Art, seine „Not” zu „wenden” OO
erkennt, desto mehr Förderung kann er OO
aus seinem Erdenleben für den weiteren OO
Verlauf des Vollendungsweges ziehen, ‒ OO
desto leichter wird es, hier auf Erden schon OO
die Hindernisse zu beseitigen, die sonst zu OO
argen Hemmungen auf diesem geistigen Wege OO
werden können. ‒
.Wenn aber auch der Mensch in diesem OO
Erdendasein noch nicht zu eigenem be‐ OO
wußtem Erleben mit seinen geistigen Sinnen OO
gelangt, so ist doch schon Bedeutsames er‐ OO
145 Das Buch vom Jenseits
reicht, sobald er durch jene seiner Mitmen‐ OO
schen, die bereits in solchem Erleben stehen, OO
mitteilungsweise über die wirkliche Ge‐ OO
staltung des „Jenseits” orientiert wird, das OO
ihn nach seinem Erdentode erwartet.
.So, wie in der physisch-sinnlich wahr‐ OO
nehmbaren Welt zwar die gleiche AnOO
schauungsart erscheinungschaffend am OO
Werke ist, aber doch die Welt der Ameise, OO
oder die des Vogels, sich sehr wesentlich OO
von der deinen unterscheidet, so gibt es OO
auch gar mannigfache Unterschiede zwischen OO
den Welten der geistig-sinnlich wahrneh‐ OO
menden Wesen.
.Es gibt unzählige geistige Welten, so OO
wie es unzählige Welten physisch-sinnlicher OO
Erscheinungsform gibt!
.Höchste Formvollendung aber findet OO
der individualisierte ewige Wille erst dann, OO
wenn er sein individuelles Wollen, ohne OO
jeglichen Rest einer Sonderstrebung, dem OO
146 Das Buch vom Jenseits
Allwillen zu einen vermag, im innersten OO
Reich des Geistes: ‒ dem Reiche der ur‐ OO
sachesetzenden ewigen Wirkungskräfte des OO
Seins: ‒ in der Lichtwelt des einzig WirkOO
lichen...
.Darüber hinaus gibt es für den Men‐ OO
schengeist nichts, denn diese erhabenste OO
aller Welten ist zeitlich, räumlich, und ihren OO
Erfüllungsmöglichkeiten nach unendlich. OO
.Soweit das „unbegrenzte” Sein, das OO
„uferlose, unergründliche Meer der Gott‐ OO
heit”, dem durch die Formung des WilOO
lens bestimmten und darum begrenzten, OO
‒ obgleich „unendlichen”, ‒ Bewußtsein OO
zugänglich ist, wird es in dieser höchOO
sten Lichtwelt allein, in jedem der all‐ OO
hier geeinten ewigen Willen, seiner selbstOO
bewußt. ‒ ‒
.Was ich dir in diesen drei Abhand‐ OO
lungen zu erklären suchte, schließt alles in OO
147 Das Buch vom Jenseits
sich ein, was der Mensch auf Erden und OO
während dieses Erdenlebens erfassen kann OO
vom innersten Mysterium seines Daseins, OO
hier wie in der anderen Welt, die nachOO
dem Erdentode ihn erwartet.
.Alles übrige, was man dir über das OO
Jenseits” erzählt, ‒ mag es phantastische OO
Erfindung überhitzten Glaubens sein, oder OO
gedankliche Spekulation, ‒ ist: graueOO
Theorie und wesenloses Hirngespinst! OO
.Du sollst aber nicht an irgend ein „Welt‐ OO
bild” glauben, nur weil es auch andere Gläu‐ OO
bige fand, denn nicht eher wird deine Seele OO
im Frieden sein, als bis sie sich wiederer‐ OO
kannte: ‒ als Selbstbezeugung des einOO
zig Wirklichen.
148 Das Buch vom Jenseits
WAS IST ZU TUN?
.In den drei Büchern: „vom lebendigenOO
Gott”, „vom Jenseits”, und „vom MenOO
schen”, gab ich die erste ausführliche Be‐ OO
schreibung des innerlichen Weges, den jeder OO
einschlagen muß, dem es im Herzen ernst OO
ist, seine Geistnatur in sich selber finden OO
zu wollen.
.Ich habe gezeigt, was der Mensch, der OO
diesen Weg beschreitet, zu tun, und was OO
er zu unterlassen hat.
.Trotzdem wurde ich immer wieder ge‐ OO
fragt: „Was sollen wir nun tun? ‒ Wie OO
sollen wir anfangen?”
.Aus der Fassung und Motivierung allerOO
dieser Fragen ist klar zu ersehen, daß man OO
präzise Vorschriften erwartet um danach OO
151 Das Buch vom Jenseits
eine alltäglich zu wiederholende, möglichst OO
mysteriöse „Übung” auszuführen, die zum OO
Ziel führen soll, wenn man sie mehr oder OO
weniger „mechanisch” befolgt.
.Es geht mir hier aber, den also Fra‐ OO
genden gegenüber, wie manchem Arzte, der OO
nur die einfachsten natürlichen Heilmittel OO
verordnet, und seine Patienten unbefriedigt OO
läßt, weil er kein „Rezept” verschreibt... OO
.Die meisten dieser Fragenden und Frag‐ OO
seligen waren vorher auf den von ihnen ein‐ OO
geschlagenen Wegen in das Labyrinth mo‐ OO
derner „theosophischer” oder „okkultisti‐ OO
scher” Literatur geraten und hatten sich nur, OO
dank ihren gesunden Instinkten, aber doch OO
ziemlich mühevoll, wieder herausgefunden. OO
.Dennoch hatte solches Irren die Suchen‐ OO
den in gewisser Weise gefördert, denn es OO
gibt keinen Irrtum, der nicht auf Umwegen OO
doch zur Wahrheit führen könnte.
152 Das Buch vom Jenseits
.Darum soll keiner die Zeit seines Irrens OO
verfluchen”, denn er ahnt vielleicht nicht, OO
was er ihr zu danken hat. ‒
.So ist auch das Durchtasten des Laby‐ OO
rinths „theosophischer”, „anthroposophi‐ OO
scher”, oder „okkultistischer” Glaubens‐ OO
lehren für keinen der endlich Befreiten OO
ganz nutzlos gewesen.
.In vielen wurde durch ihr tastendes OO
Suchen die Überzeugung begründet, daß OO
hinter all dem Irrtum der vernommenen OO
Lehren doch irgend eine Wahrheit ver‐ OO
borgen sein müsse.
.In anderen wurde die Ahnung erweckt, OO
daß die Sage von den sogenannten „Mahât‐ OO
mas”, ‒ den mysteriösen, angeblichen Be‐ OO
gründern der neueren „Theosophie” ‒ nur OO
entstehen konnte, weil der Orient von der OO
Existenz geistvereinter Männer weiß, die OO
zwar nicht Zaubereien aller Art verüben, OO
wie man sie den erwähnten phantasiege‐ OO
153 Das Buch vom Jenseits
borenen Fakiren zuschrieb, aber dafür wirkOO
lich im Geistigen bewußt und heimisch OO
sind, schon während ihres Erdenlebens.
.Allerdings nahmen aber auch die mei‐ OO
sten Suchenden aus den genannten laby‐ OO
rinthischen Irrgärten den törichten Glauben OO
mit, daß es nur der Kenntnis einer geheim‐ OO
gehaltenen, sicher sehr mysteriösen „Tech‐ OO
nik” bedürfe, um durch deren Ausübung OO
dann aus einem Alltagsmenschen alsbald zu OO
einem „Seher höherer Ordnung”, einem OO
„Eingeweihten”, ja gar einem „Meister” OO
geistigen Wirkens zu werden.
.So richtig die beiden erstgenanntenOO
Annahmen sind, so falsch ist natürlich OO
dieser hier zuletzt erwähnte Glaube!
.Gewissenlose Charlatane und geschickte OO
Seelenfänger aber benützen ihn, und gaben OO
ihren Schülern allerlei mehr oder weniger OO
bedenkliche Anweisungen aus alten mysti‐ OO
154 Das Buch vom Jenseits
schen Schriften, wobei die „Geheimlehrer” OO
zumeist selber nicht ahnten, welche WirOO
kungen die getreue Befolgung dieser Vor‐ OO
schriften auszulösen vermag.
.Der Schüler aber glaubt sich auf rechtem OO
Wege, denn er sieht ja, daß durch Befol‐ OO
gung der ihm gewordenen Anweisungen tat‐ OO
sächlich gewisse Resultate zu erlangen sind, OO
von denen sich landläufige Seelenkunde OO
nichts träumen läßt, ‒ trotz allem psycho‐ OO
logischen Forschen und allem Aushorchen OO
des „Unterbewußten” im Menschen.
.Mancher der „Geheimlehrer” mag nur OO
seiner Eitelkeit fröhnen, wenn er An‐ OO
weisungen zu vermeintlicher „Eröffnung OO
innerer Sinne” weitergibt, die er aus irgend OO
einem alten Pergamentband ergrub, und die OO
nichts anderes eröffnen, als die trüben Mo‐ OO
dergrüfte, in denen eine aktive Form OO
spiritistischer Medialität gedeiht, deren OO
Züchtung man mit Fug und Recht gewissen OO
asiatischen Gauklern überlassen sollte. ‒ OO
155 Das Buch vom Jenseits
.Der Herr „Geheimlehrer” braucht kei‐ OO
neswegs selbst an die Wirksamkeit seiner OO
Anweisungen zu glauben.
.Wie ein „Bazillenträger” selbst gesundOO
sein kann, und doch die furchtbarsten OO
Krankheitskeime verbreitet, so ist es auch OO
keineswegs nötig, daß der Verbreiter von OO
Methoden zur vermeintlichen „Eröffnung OO
innerer Sinne”, darüber unterrichtet ist, OO
daß er nur die Entwicklung aktiver spiriOO
tistischer Medialität in seinen armen OO
Opfern fördert. ‒
.Den Schülern solcher Schädlinge ver‐ OO
schiedenen Grades aber wird es leicht ge‐ OO
macht, moderner wissenschaftlicher Kritik OO
zu begegnen, denn sie können jedem Wort OO
der gelehrten Kritiker entnehmen, wie ahOO
nungslos diese höchst achtbaren Forscher OO
auf einem Gebiet experimentieren, das eineOO
Fata Morgana hinter der anderen aufweist, OO
um den seiner selbst so gewissen Experi‐ OO
mentator immer tiefer in die Wüste zu OO
156 Das Buch vom Jenseits
locken, je sicherer sein Glaube wird, nun OO
der endgültigen Antwort auf seine Fragen OO
ganz nahe” zu sein. ‒ ‒
.Man würde den Versuch neuerer Psy‐ OO
chologie, gewisse recht fragwürdige, soge‐ OO
nannte „übersinnliche” Erscheinungen end‐ OO
gültig entwerten zu wollen, gewiß nur OO
begrüßen können, wenn dieser Versuch sich OO
nicht selbst entwerten würde, durch die OO
jedem Kundigen sofort auffallenden falOO
schen Folgerungen, die aus zweifellos OO
richtig beobachteten Vorgängen seitens der OO
Forscher gezogen werden. ‒
.Auch unantastbar reiner Drang nach OO
Wahrheitserkenntnis wird im Irrtum enden, OO
wenn Vor-Urteile den Sucher der Wahrheit OO
gebunden halten!
.Die Folge ist, daß die kritikunfähige, OO
im Nebel krauser Vorstellungen tastende OO
Gemeinde schlauer Seelenfänger längst ver‐ OO
157 Das Buch vom Jenseits
lernt hat, Wahrheit in Erkenntnissen der OO
Wissenschaft zu suchen, ‒ statt dessen OO
aber sich von jedem Eulenspiegel gerne OO
imponieren läßt, wenn er nur versteht, OO
seinen bunten Plunder als angebliche „GeOO
heimwissenschaft” zu vermarkten...
.Ist dann noch gar nach seiner „Methode” OO
die erwähnte mediale Entwicklung zu OO
erzielen, dann hat er gewonnenes Spiel, und OO
man glaubt ihm aufs Wort, wenn er in ge‐ OO
heimnisvollen Andeutungen zu verbreiten OO
weiß, daß er die Wiederinkarnation irgend OO
eines erhabenen Menschengeistes der Vor‐ OO
zeit sei.
.Für jeden, der meine Warnungen mit OO
einiger Einsicht liest, dürfte es längst klar OO
sein, daß ich die dabei charakterisierten OO
alten und neuen „Methoden” alle genaue‐ OO
stens kenne, ‒ daß es mir aber auch ein OO
leichtes wäre, darüber hinaus noch so manche OO
Wege zu sogenannter „Übersinnlicher Ent‐ OO
158 Das Buch vom Jenseits
wicklung” anzugeben, von denen keinerOO
der sonderbaren Heiligen etwas wußte, die OO
in der neueren Zeit ihren Anhängern als OO
Eingeweihte” und „GeheimwissenOO
schaftler” galten.
.Es gibt da Möglichkeiten, Resultate zu OO
erzielen, die nicht nur den besten Schülern OO
solcher „Geheimlehrer” als unerreichbar OO
erscheinen müßten, sondern auch der scharf‐ OO
sinnigsten psychologischen Kritik einiges OO
zu raten aufgeben würden.
.Wäre es nicht unsühnbares Verbrechen, OO
die hier in Rede stehenden gefährlichen OO
Wege auch nur andeutungsweise zu zei‐ OO
gen, dann könnte ein Hinweis vielleicht dazu OO
führen, manches aufzuklären, was sich vor‐ OO
läufig noch durch kein psychologisches Expe‐ OO
riment und keine metapsychische Forschung OO
entschleiern läßt.
.So herzlich gerne ich aber auch der OO
Wissenschaft diesen Dienst leisten würde, OO
159 Das Buch vom Jenseits
bin ich doch dazu außerstande, und das OO
nicht nur aus dem schon angegebenenOO
Grunde, wie um der Verpflichtung willen, OO
die mich, gleich allen meinen geistigen OO
„Brüdern” für Zeit und Ewigkeit bindet, OO
sondern auch deshalb, weil es sich hier um OO
ein Gebiet handelt, dessen berechtigtes Be‐ OO
treten vom Menschen mehr verlangt als OO
nur „wissenschaftlichen Forschungseifer”... OO
.Es ist wohl kaum nötig, zu betonen, daß OO
hier anderes in Frage steht, als die längst OO
hinlänglich bekannten „Hata-Yoga-Übun‐ OO
gen” und die aus ihnen abgeleiteten „Metho‐ OO
den”, gewisse Fakirwunder zu vollbringen! OO
.Aber wenn ich auch in keiner Weise OO
verpflichtet wäre, würde ich dennochOO
mich niemals dazu verstehen können, das OO
aus so triftigen Gründen Verborgengehaltene OO
zu enthüllen, denn ich weiß zu gut, welches OO
Unheil dann unvermeidbar durch die Hände OO
Machthungriger angerichtet würde.
160 Das Buch vom Jenseits
.Mich gelüstet aber keineswegs nach einem OO
„Prometheusschicksal”, wie ich ihm un‐ OO
weigerlich verfallen müßte, wollte ich zum OO
verantwortlichen Urheber solchen Unheils OO
werden.
.Zur Erlangung der geistigen VereiniOO
gung mit dem Urlicht, ‒ zum ErwachenOO
der geistigen Natur des Menschen aus OO
ihrem Schlafe, ‒ zu dem, was erhabene OO
Erkenntnis die „Wiedergeburt” nannte, OO
‒ sind die hier gemeinten Kenntnisse OO
weder nötig noch nützlich.
.Wie alle Künste, die auf einer Möglich‐ OO
keit der Anwendung hoch gespannter, gemein‐ OO
hin unbekannter psycho-physischer Kräfte OO
beruhen, haben auch die, von denen hier OO
gesprochen wird, nicht das mindeste zu OO
tun mit der Erweckung und Entfaltung des OO
ewigen Geistmenschen.
.Was zu dieser Erweckung und Entfal‐ OO
tung gefordert wird, ist in erster Linie eine OO
161 Das Buch vom Jenseits
kontinuierlich beibehaltene Einstellung des OO
ganzen Denkens, Fühlens und irdischen OO
Wollens auf das zu erstrebende Ziel.
.Der ganze irdische Mensch muß sich OO
aus eigener Kraft erst selbst allmählich OO
umgestalten, bevor ihm geistige Hilfe zu‐ OO
teil werden kann.
.Es nutzt wenig oder nichts, diese Ein‐ OO
stellung nur hin und wieder vorzunehmen, OO
so wie der Fromme einer Gemeinde alle OO
sieben Tage einen Tag gewohnheitsmäßig OO
seinem Gotte weiht...
.Jede Minute des weiteren Lebens, OO
jede alltägliche Handlung, jeder aufOO
tauchende Gedanke, jeder Wunsch und OO
jeder Impuls des irdischen, gehirnbeOO
dingten Willens muß hinfort unter dem OO
formenden Einfluß der geforderten Ein‐ OO
stellung stehen, wenn der Mensch, der diesen OO
Weg einmal betreten hat, zu wirklichenOO
162 Das Buch vom Jenseits
und nicht nur eingebildeten Erfolgen OO
kommen soll.
.Periodisch auszuführende „Übungen” OO
könnten im besten Falle nur in einem wie‐ OO
derholten Aufraffen zu vertiefter EmpfinOO
dung solcher Einstellung bestehen.
.Alles, was in dieser Hinsicht empfohlen OO
werden mag, hat nur den einen Zweck, die OO
neue Einstellung allen Sinnens und Trach‐ OO
tens im Bewußtsein wachzuerhalten, so daß OO
sie keinen Moment mehr vergessen werden OO
kann.
.Wird aber diese Einstellung wirklich OO
dauernd festgehalten, so daß sie das ganzeOO
Leben des Alltags wirksam bestimmt, ‒ OO
einerlei durch welche, der individuellen Ei‐ OO
genart angepaßten Hilfsmittel man das er‐ OO
reicht, dann erfolgt bald alles weitere ‒ OO
„von selbst”, d.h. ohne unser bewußtes OO
Zutun.
163 Das Buch vom Jenseits
.Es bildet sich dann in einem solcher‐ OO
art gefestigten Menschen ein KräftezenOO
trum, das zu immer größerer Wirkung OO
kommt und zuletzt die geistige Verbindung OO
mit den schon vollendeten ähnlichen OO
Kräftezentren hier auf Erden herstellt, ohne OO
daß es dazu eines besonderen Willensaktes OO
bedürfte.
.Sobald diese Verbindung möglich ist, OO
erhält der Suchende die geistige Hilfe derer, OO
die bereits gefunden haben, und die nun OO
keine höhere Pflicht kennen, als überall dort OO
zu helfen, wo man ihre geistige Hilfe aufOO
zunehmen vermag, einerlei ob sie im Be‐ OO
wußtsein schon empfunden werden kann, OO
oder noch nicht.
.Der Suchende ist dann gleichsam zu einem OO
„Empfangsapparat” geworden für eine ge‐ OO
wisse Art von geistigen Einstrahlungen die OO
allerdings nur innerlich wahrzunehmen, OO
aber nicht durch wissenschaftliches ExOO
periment zu erfassen sind.
164 Das Buch vom Jenseits
.Die Wirkungen aus dem Reiche substan‐ OO
tiellen Geistes sind nur durch InnewerdenOO
zu erfahren und können niemals fremder ge‐ OO
lehrter Untersuchung Material zu gedankli‐ OO
cher Definition bieten, denn es handelt sich OO
hier um Lebendiges, das sich sofort zurück‐ OO
zieht, wo auch nur der leiseste Versuch ge‐ OO
macht wird, es zu betasten. ‒
.Man glaube aber ja nicht, daß man im OO
Handumdrehen ein solcher „Empfangsap‐ OO
parat” werden könne!
.Wer bei den Ewigen zur Lehre angenom‐ OO
men werden will, der muß sich selber in OO
den Werkschurz der Geduld zu kleiden OO
wissen...
.Auch der intensivste, irdisch erzeugteOO
Wille, ‒ der als bloße Äußerung von GeOO
hirnfunktionen sehr genau von dem im OO
Menschengeiste sich manifestierenden subOO
stantiellen ewigen Willen zu unterscheiOO
165 Das Buch vom Jenseits
den ist, ‒ vermag die Entfaltung der gei‐ OO
stigen Aufnahmeorgane nicht zu beschleu‐ OO
nigen.
.Ein verbissenes, „eigensinniges”, hirn‐ OO
gezeugtes „Wollen” stört nur den Kristal‐ OO
lisationsprozeß der hier in Betracht kom‐ OO
menden Kräfte, die zu einem neuen Kräfte‐ OO
zentrum zusammenschießen sollen, das den OO
Gehirnfunktionen dann nicht unterworfen OO
ist. ‒
.Je konsequenter aber die hier immer OO
wieder bezeichnete innere „EinstellungOO
des ganzen Menschen festgehalten wird, ‒ OO
wie ein Fernrohr eingestellt bleiben muß OO
auf das Beobachtungsobjekt, ‒ desto eher OO
kann der Zeitpunkt erreicht werden, der OO
den Suchenden auch in fühlbaren Kontakt OO
bringt mit seinen geistigen Helfern.
.Das praktische Verhalten des Suchen‐ OO
den in seinem täglichen Leben ist alleinOO
maßgebend, ‒ nicht etwa das Befolgen oder OO
166 Das Buch vom Jenseits
Nichtbefolgen von „Übungen” irgendwelcher OO
Art.
.Es soll jedoch damit nicht gesagt sein, OO
daß man sich nicht etwa einer besonOO
deren Form geistiger Versenkung in OO
periodisch wiederkehrender Folge hingeben OO
dürfe, wenn man bemerkt hat, daß dadurch OO
auch das Verhalten im Alltagsleben die er‐ OO
wünschte Sicherung der Einstellung aufs OO
Geistige erfährt.
.Ist der Suchende in hinreichenden Kon‐ OO
takt mit seinen geistigen Helfern gekommen, OO
dann erfolgt zuerst eine Art Prüfung seiner OO
Kräfte, und je nach deren Ausfall wird die OO
weitere geistige Einwirkung auf ihn „abge‐ OO
stimmt”.
.Die Skala möglicher geistiger Einstrah‐ OO
lungen beginnt mit der bloßen VerstärOO
kung der Eigenkräfte des Suchenden und OO
reicht hinauf bis zu persönlicher geistigerOO
Führung.
167 Das Buch vom Jenseits
.Bei den Wenigen, die schon vor ihrer OO
irdischen Geburt unter solcher Führung OO
stehen, da sie sich zu „Meistern” geistigen OO
Wirkens auf der Erde vollenden sollen, OO
kommt es zuletzt zu völliger geistiger Ver‐ OO
schmelzung mit dem Führer, obwohl dieser OO
vielleicht in einem fernen Weltteil lebt, so OO
daß der Schüler nicht mehr begrifflicheOO
Lehre empfängt, sondern alles miterlebt, OO
was im Geiste (nicht etwa dem „GehirnOO
bewußtsein”!) seines Lehrers vorgeht.
.Die Absicht des „Meisters” gewisse in OO
ihm lebendige geistige Vorgänge auch seiOO
nem Schüler empfindbar zu machen, ge‐ OO
nügt, damit der Schüler diese Vorgänge so OO
wahrnimmt, als erfolgten sie in ihm selbst, OO
obwohl er zweifelsfrei weiß, auf welcheOO
Weise er zu solchem Miterleben kommt. OO
.Da der „Meister” für seine Individua‐ OO
lität, die Vereinung mit dem „Urlicht” OO
längst erreicht hat, so erlebt der Schüler OO
diese Vereinung zuerst in der VerschmelOO
168 Das Buch vom Jenseits
zung mit der durchlichteten Seele seinesOO
Lehrers.
.Allmählich wird dann der Schüler reif OO
dazu, die Vereinung mit dem Urlicht selbstOO
ständig zu erreichen.
.An diesem Ziele angelangt, steht er OO
nicht nur im Bewußtsein seiner eigenenOO
geistigen und ewig unzerstörbaren In‐ OO
dividualität, sondern empfindet in sich auch OO
gleichzeitig das Bewußtsein aller Indivi‐ OO
dualitäten im Geiste, die jemals zur Offen‐ OO
barung in einem Menschenbewußtsein ka‐ OO
men...
.Der so Vollendete gewahrt sich mit allen OO
in gleicher Weise zur Vollendung Gelangten OO
verschmolzen zu einem ihm neuen GeOO
meinschaftsbewußtsein, dem nichts auf OO
Erden Bekanntes vergleichbar ist.
.Sein eigenes individuelles Bewußtsein OO
ruht in diesem gemeinsamen Bewußtsein OO
eingebettet.
169 Das Buch vom Jenseits
.Niemals jedoch kann das individu‐ OO
elle Bewußtsein des Vollendeten etwa in OO
dem Gemeinschaftsbewußtsein „aufgelöst” OO
werden.
.Das einzelne Individuum lebt in die‐ OO
ser Verschmelzung für alle Ewigkeit das OO
Leben des Ganzen, alle anderen Indivi‐ OO
dualitäten dieses Ganzen durchdringendOO
und selbst von ihnen durchdrungen, OO
ohne daß eine der so geeinten Individu‐ OO
alitäten des Geistes jemals ihr durch sich OO
selbst bestimmtes Eigendasein verlieren OO
könnte.
.Absolute Gewißheit in Bezug auf das OO
Fortbestehen des menschlichen Bewußtseins, OO
das über den Tod des irdischen Leibes hin‐ OO
aus, ewig in geistiger Anschauungsform OO
sich erlebt, gibt es naturgemäß nur fürOO
die Wenigen, die das hier aufgezeigte OO
Ziel in ihrem Erdendasein schon erreichtOO
haben.
170 Das Buch vom Jenseits
.Alle anderen Menschen sind nur auf OO
Mutmaßungen oder die BeruhigungOO
durch eine Glaubenslehre angewiesen, ‒ OO
wenn sie nicht vorziehen, doch lieber den OO
Mitteilungen der wenigen unter ihren Mit‐ OO
menschen zu vertrauen, die bereits zu Leb‐ OO
zeiten auf Erden auch „das Leben nach dem OO
Tode” aus eigener Erfahrung kennen. OO
.Die echten Zeugnisse solcher, die wirkOO
lich, und nicht nur im Rausch der Ekstase, OO
oder gebannt durch irgend eine Form der OO
Hypnose, dieses Ziel erreichten, sind einer OO
unbefangenen, durch kein Vor-Urteil ge‐ OO
bundenen Kritik sehr wohl unterscheidOO
bar von den phantastischen Konstruktionen OO
irrer Schwärmer oder dichterisch begabter OO
Phantasten.
.Unter allen Völkern kann man die OO
echten Bekundungen Jenseitsbewußter fin‐ OO
den, und zu allen Zeiten lebten einzelne OO
Menschen, die vom Leben im Geiste wahren OO
Bericht zu geben hatten.
171 Das Buch vom Jenseits
.Das Kleid, in dem ein solcher Bericht OO
sich verhüllt, mag nach der Mode der ZeitOO
zugeschnitten sein und die Farbe des in ihr OO
allein anerkannten Glaubens zeigen, ‒ OO
aber wer sich hier nicht mit dem AnblickOO
allein zufriedengibt, der faßt in allen die‐ OO
sen Gewändern immer wieder den MenOO
schen und des Menschen allertiefstes Er‐ OO
leben: ‒ das Einsgewordensein mitOO
dem Quellgrund allen Seins der EwigOO
keit und allen Daseins in allen BeOO
reichen von Raum und Zeit.
.Wer einmal begriffen hat, was der Hö‐ OO
henweg von ihm will, den meine Schriften OO
ihm zeigen, und zu welchem Ziel auch der OO
Wenigtaugliche auf diesem Wege schon OO
gelangen kann in diesen Erdentagen, der OO
wird fürderhin nicht mehr die Frage an OO
mich richten, was er denn „tun” solle, und OO
als Antwort die Bekanntgabe einer seltsamen OO
„Übung” erwarten.
172 Das Buch vom Jenseits
.Er dürfte erkannt haben, daß es sich hier OO
um unermeßlich Höheres handelt als um OO
wundersame „Fakirkräfte”, ‒ um unermeßOO
lich Höheres als die bestaunenswertesten OO
„Wunder des Okkultismus”, ‒ und um OO
unermeßlich Höheres als die mit natur‐ OO
wissenschaftlichen Erkenntnisfetzen skurril OO
verbrämten „Geheimlehren” hirngefesselter OO
Konventikel...
.Wenn ich auch genötigt bin, ‒ um OO
wenigstens von denen verstanden zu wer‐ OO
den, die am meisten in Gefahr sind, ‒ an OO
schon Bekanntes, und zuweilen auch an OO
die Terminologie des Orients anzuknüpfen, OO
so wie sie durch „theosophische” Schriften OO
alltagsbekannt geworden ist, so wird doch OO
der Tieferschürfende bald herausfinden, OO
daß ich von Dingen rede, von denen bis‐ OO
her nur recht verzerrte Bilder Kunde OO
gaben.
.Auch der gelehrte Orientalist, der alle OO
bis heute zugänglichen Texte des Ostens OO
173 Das Buch vom Jenseits
kennt, wird darin nur verschleiertenOO
Hinweisen auf das Verborgene begegnen, OO
denn die alten, heilig gehaltenen Schriften OO
waren ausnahmslos für Menschen geschrie‐ OO
ben, die bereits „von Mund zu Ohr” geOO
heime Belehrung erhalten hatten.
.Die Gestalter der alten religiösen Bücher OO
mengten mit Absicht nüchterne Berichte, OO
Chroniken oder Erzählungen, die nichtOO
das Mindeste an verborgener Lehre ent‐ OO
halten, unter die Niederschriften, die nurOO
dem dafür Vorbereiteten verstehbar sein OO
sollten, während der bloße wörtliche Sinn OO
oft das Gegenteil von dem besagt, was die OO
Kundigen dem gleichen Schriftteil entneh‐ OO
men konnten.
.Die Lehren, denen ich hier zum Sprecher OO
werde, sind überdies auch, selbst in verOO
hüllender Form, nur äußerst selten, und OO
dann immer nur bruchstückweise auf‐ OO
gezeichnet worden.
174 Das Buch vom Jenseits
.Die Handschriften aber, in denen diese OO
Bruchstücke vereint zu finden sind, wer‐ OO
den auch heute und in künftiger Zeit nieOO
mals Unberufenen zugänglich sein, und OO
„unberufen” ist hier jeder, der noch nicht OO
auf geistige Weise in sich erfahren hat, OO
was lapidar, als „Kanon” gedacht, in diesen OO
Handschriften als erfahrungsmöglich dar‐ OO
gestellt erscheint.
.Bis vor kurzem wurden seitens der OO
wenigen Menschen, die diese Lehren lebenOO
und sie darum auch „lehren” können, ur‐ OO
alte Vorschriften streng respektiert, die eine OO
öffentliche Weitergabe auch nur so weniger OO
Andeutungen, wie ich sie zu geben nun OO
verpflichtet bin, unter allen Umständen OO
untersagten.
.Erst eine Milderung der rigorosen Auf‐ OO
fassung jener Vorschriften konnte die öffent‐ OO
liche Darlegung dieser Lehren im hier ge‐ OO
175 Das Buch vom Jenseits
gebenen Zusammenhang möglich machen, OO
nachdem die erhabenen Lenker der gei‐ OO
stigen Hierarchie, deren niederste Stufe OO
ihre wenigen Glieder auf unserem Planeten OO
bilden, diese mildere Auslegung, als dem OO
Wohl der Zeit entsprechend, angeordnet OO
hatten.
.Wer das, was ich nun öffentlich lehre, OO
erfassen will, der wird die Meinung auf‐ OO
geben müssen, als handle es sich hier um OO
eine neue Abart irgendwelcher Glaubens‐ OO
lehren, oder gar um Werbung für eines der OO
Systeme östlicher Philosophie.
.Wer Spuren des Erkennens, dem ich OO
diene, in der Menschheitsgeschichte zu fin‐ OO
den sucht, der wird sie gewiß zu finden OO
wissen.
.Am reinsten war dieses Erkennen in OO
Menschen lebendig, zur Frühzeit antikerOO
Mysterienkulte.
176 Das Buch vom Jenseits
.Geübten Ohren sprechen allerdings die OO
Stimmen aller Jahrhunderte eine deut‐ OO
liche Sprache, und es kostet nicht allzuviel OO
Mühe, um festzustellen, daß der AusgangsOO
ort dieser hier vorliegenden Erkenntnis‐ OO
bezeugung bis in die neueste Zeit weithin OO
wirksam war auf der Erde, als inspirato‐ OO
rische Quelle für jede Menschenvereinung, OO
deren erhabenstes Ziel die Erreichung höchOO
ster Menschenwürde bildete, oder auch OO
heute noch bildet. ‒
.Vieles wäre hier zu sagen, was zurzeit OO
nicht besprochen werden kann, weil es Dinge OO
betrifft, die von denen selbst gefunden wer‐ OO
den müssen, die das hier Verschwiegene OO
angeht.
.Wer immer aber die Früchte erntenOO
will, die im Garten der hier vorgetragenen OO
Lehren wachsen, der muß sein ganzesOO
Leben zu einer immerwährenden „Übung” OO
machen!
177 Das Buch vom Jenseits
.Das neue Leben, das er finden will, OO
ist bereits in seinem Alltagsleben enthalten, OO
‒ nur vermag er das ihm Neue nocht nicht OO
zu erkennen. ‒
.Er hat nicht nötig, sich von „Geheim‐ OO
lehrern” übelwirkende „Übungen” auftragen OO
zu lassen, denn sein alltägliches Leben ist OO
selbst die wirksamste, wirklich geistigeOO
„Übung”, die ihm das ewige Urlicht täg‐ OO
lich neu zur Bearbeitung gibt. ‒
.Im alltäglichen Leben, ‒ in allerOO
einfachster Form und ohne jede myOO
steriöse Geste, ‒ wird er im Laufe der OO
Zeit seine ihm erreichbare Vollendung hier OO
auf Erden finden, ‒ niemals aber in „esote‐ OO
rischen Schulen” und überheblichen Zirkeln OO
angeblicher Eingeweihter die ihre Unver‐ OO
frorenheit die Rolle geistiger „Lehrer” spielen OO
läßt, und denen man nur Vergebung er‐ OO
bitten kann, weil sie nicht wissen, was OO
sie tun...
178 Das Buch vom Jenseits
.Die geistige Vollendung verlangt den OO
ganzen Menschen!
.Körper” und „Seele” sind bei der OO
Erstrebung dieser Vollendung niemals geOO
trennt zu empfinden!
.Es gibt kein „Körperliches”, das nicht OO
zugleich ein „Seelisches” wäre, und es OO
handelt sich nicht um „Vergeistigung” des OO
Körpers, sondern um die irdisch mögliche OO
und irdisch faßbare Verkörperung desOO
ewigen Geistes durch die Kräfte der OO
Seele. ‒ ‒
.Die den Körper verachten und denOO
noch in das Reich des wesenhaften ewigen OO
Geistes zu gelangen hoffen, finden statt OO
dessen nur ein neues Reich der Illusion! OO
.Vom Körper aber wird verlangt, daß er OO
glauben” lerne an das in ihm verborgene OO
ewige, überpersönliche „Ich”, dem er DarOO
stellung werden soll.
179 Das Buch vom Jenseits
.Das ewige, geistgezeugte „Ich” ist die OO
reine Quelle der geistigen Kräfte im Men‐ OO
schen der Erde, aber der Körper ist der OO
Schöpfeimer, um diese Kräfte aufzuneh‐ OO
men und heraufzuholen ins irdische Leben. OO
.In diesem ewigen „Ich” finden wir unsOO
selbst, so wie wir ewig sind im Ewigen! OO
.Nur in diesem innersten „Ich” finden OO
wir den allumfassenden ewigen, substanOO
tiellen Geist!
.In deinem, dich selber erzeugenden „IchOO
allein findest du deinenlebendigenOO
Gott! ‒
.Nicht durch Verstand und reiche Schrift‐ OO
gelahrtheit” wird das Höchste erlangt, was OO
Menschen zu erlangen vermögen!
.Die geistige Vollendung ist eine Aus‐ OO
wirkung des Lebens, ‒ nicht etwa Er‐ OO
arbeitung des messerscharfen Denkens!
180 Das Buch vom Jenseits
.Es gibt wahrlich etwas, das nur mit dem OO
Verstande erlangt werden kann.
.Dieses soll man zu erdenken suchen OO
um es zu „wissen”!
.Alsdann aber erhebt sich der Weise OO
über das Wissen, bis er denken lernt, wieOO
Kinder denken! ‒
.Nicht „kindisch” sollst du denken ler‐ OO
nen, sondern erneut zur Einheit des DenOO
kenden und des Gedachten kommen.
.In solcher Einheit hast du voreinst, als OO
du ein Kind warst, deine ersten Gedanken OO
gefaßt, und in gleicher Einheit nur lassen OO
sich die letzten und höchsten Gedanken OO
denken.
.So, wie dein frühestes Denken sein Ma‐ OO
terial nicht „erdachte”, sondern in erster OO
irdischer Erfahrung fand, so muß dir zuletzt OO
deine geistige Erfahrung die Bausteine OO
181 Das Buch vom Jenseits
liefern, mit denen du deiner Erkenntnis OO
hohen Dom überwölben sollst...
.Dann hast du dein Erdenleben nicht OO
umsonst durchlebt und nicht fruchtlos sein OO
Leid durchlitten!
.Sicher in deinem „Diesseits” geborgen, OO
wirst du dein „Jenseits” getrost erwarten OO
können, ‒ schon heute gewiß deinesOO
ewigen Lebens im göttlichen Licht!
182 Das Buch vom Jenseits
ENDE