KODIZILL
ZU MEINEM GEISTIGEN
LEHRWERK
Verlagslogo
KOBER'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG AG
BERN
UM DEN BEDINGUNGEN DES URHEBERRECHTES
ZU ENTSPRECHEN, SEI HIER VERMERKT, DASS
ICH IM BÜRGERLICHEN LEBEN DEN NAMEN
JOSEPH ANTON SCHNEIDERFRANKEN FÜHRE,
IN MEINEM EWIGEN SEIN HINGEGEN IMMER DER
WAR UND BLEIBE, DER DIESE BÜCHER ZEICHNET
BÔ YIN RÂ
2. Auflage
Unveränderter Nachdruck
der 1937 erschienenen Ausgabe
© 1969 Kober'sche Verlagsbuchhandlung AG, Bern
Alle Rechte vorbehalten, insbesondere die der Übersetzung
in fremde Sprachen und der Verbreitung in Rundfunk und
Fernsehen
Druck: Graphische Anstalt Schüler AG, Biel
 SEITENZAHLEN DER ABSCHNITTE  Seite
Erster
.Abschnitt
5
Zweiter
.Abschnitt
31
Dritter
.Abschnitt
53
Vierter
.Abschnitt
73
Fünter
.Abschnitt
91
Sechster
.Abschnitt
111
Siebenter
.Abschnitt
133
Originalscan
.Dieses „Kodizill” zu meinem geistigen Lehr‐ OO
werk ist mein letztes Wort, das ich über mein OO
Werk zu sagen hatte. Die Vielfältigkeit des In‐ OO
halts der einzelnen Abschnitte verhindert, ihnen OO
hinweisende Titel zu geben.
.Anfangs Mai 1937. Signatur
149 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
ERSTER ABSCHNITT
.Wenn ich auch weiß, daß ich in nicht OO
gar ferner Zeit vielen als Mitlebender feh‐ OO
len werde, da sie erst dann, wenn ich aus OO
ihrer Mitwelt abgeschieden bin, entdecken OO
werden, daß ich mitten unter ihnen war und OO
auch dann für sie lebte, wenn sie mir nie‐ OO
mals im Äußeren begegneten, so ist es mir OO
dennoch unmöglich, in Parallele zu den Mär‐ OO
chenmeistern, die sich ungebändigte Phan‐ OO
tastik schuf, mein Erdenhaftes ungezählte OO
Tage ‒ sei es auch in meinem Falle nurOO
für andere ‒ zu erhalten. Wie lange wird OO
es dauern, und ich werde nicht mehr Gast OO
in diesem greifbaren Körper sein, der mir OO
bis heute noch dient, obwohl er schon über OO
ein Jahrzehnt hin von Tag zu Tag erneutes OO
Wunder braucht, um sich mir willig immer OO
wieder zum Dienste darzubieten. Hätte ich OO
7 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
also aus purem Sagedrang, aus bloßem Willen, OO
zu helfen, aus Trieb zur Sprachformung oder OO
gar aus Lehrsucht das gewiß Außergewöhn‐ OO
liche und Überzeitliche bekundet, was in mei‐ OO
nem geistgegebenen Lehrwerk durch mich OO
aus Pflichtgehorsam dargeboten ist, so wäre OO
wahrhaftig der irdische Preis der hier von OO
mir zu fordern war, für diesen vergänglichen OO
Körper zu hoch gewesen. Nur aus dem Unver‐ OO
gänglichen her läßt sich verstehen, daß sol‐ OO
cher hohe Preis gefordert werden mußte und OO
darum denn auch von mir im Irdischen ent‐ OO
richtet wurde! Auch nach meiner Erdenzeit OO
werde ich ihn, so wie ich ihm zustimmte, OO
auf der anderen Seite des Lebens zu ent‐ OO
richten haben, und niemals wird er mir OO
lästig sein!
.Daß mein geistiges Lehrwerk schon in OO
recht nahen Generationen als unzerstörbare, OO
für alle irdische Zukunft außerordentlich OO
nötige, man könnte in heutiger Sprache sagen: OO
„stählerne” Armierung eines jeglichenOO
8 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Gottesglaubens erkannt werden wird ‒ wie OO
eminent „ketzerisch” konfessionell Satten, OO
ahnungslos stumpf Befriedigten und engher‐ OO
zig traditionell Gebundenen meine Schriften OO
heute auch noch erscheinen mögen ‒, ist mir OO
ohne jedes Verlangen nach solcher Voraus‐ OO
sicht zukünftigen irdischen Geschehens in OO
tiefster Ergriffenheit unbezweifelbar bewußt. OO
Allerdings weiß ich auch von Wurzeln des OO
Gottesglaubens zu künden, die tiefer im OO
Leben des ewigen Geistes gesichert und unbe‐ OO
rechenbar älter sind als alle alten „heiligen” OO
Schriften aller Menschheit auf Erden, ja OO
älter als diese Erde selbst!
.Aber auch ohne die unaufhaltsame, geistig OO
gelenkte und gesicherte kommende Erkennt‐ OO
nis Unzähliger aus vielen Rassen und Völ‐ OO
kern der Erde, nicht etwa ausschließlich OO
innerhalb Europas und des europäisierten OO
kirchlichen „Christentums” in betracht zu OO
ziehen, würde es vergebliches Bemühen sein, OO
an den Bezeugungen der ewigen Wirklich‐ OO
9 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
keit, die mein offenbarendes Lehrwerk ent‐ OO
hält, rütteln zu wollen. Seiner Notwendigkeit OO
entsprechend, ist es auch längst schon tief ins OO
Leben aufgenommen, wo immer Menschen OO
leben, die sich die deutsche Sprache, falls sie OO
nicht ohnehin die ihrer abstammungsmäßi‐ OO
gen Heimat ist, zu eigen gemacht haben, und OO
auch anderen Sprachbezirken durch Über‐ OO
setzungen nicht mehr ganz fremd, wenn auch OO
keine, noch so vorzügliche Übertragung seine OO
Kenntnis in der Ursprache jemals ersetzen OO
kann. Man wird eines Tages Deutsch ler‐ OO
nen, wie man ehedem Lateinisch und GrieOO
chisch lernte, weil man die alten Autoren OO
in ihrer Sprache verstehen wollte. Das ist OO
keine „Prophezeiung”, sondern unabänder‐ OO
liches Blickbild geistig gesicherter Einsicht, OO
das sich allerdings nur auf mein Werk und OO
ausschließlich auf seine Sprache ‒ um OO
ihrer selbst willen ‒ bezieht!
.Menschen, die nach den Ratschlägen mei‐ OO
nes geistigen Lehrwerkes zu leben wissen OO
10 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
oder wenigstens zu leben streben, gibt es OO
ja schon in fast allen Teilen der Erde und OO
unter allen Ständen, Glaubens-, Weltanschau‐ OO
ungs- und Lebenskreisen dieser Zeit.
.Menschen aber, die solche Bücher und OO
Schriften, wie sie in meinem, die Struktur OO
ewigen Geistes offenbarenden Lehrwerk ent‐ OO
halten sind, wirklich nach allen Seiten sicher OO
zu „wägen” und ihr Gewicht zu bestimmen OO
wüßten, bin ich bis heute ‒ wenn ich von OO
wenigen, mir menschlich nächsten, allem OO
Wesenhaften nüchtern zugewandten Freun‐ OO
den allenfalls absehen will, gewiß nochOO
nicht begegnet! ‒ Es wäre auch unbilliges OO
Verlangen, wollte ich die dazu nötige, jedes OO
Einzelgebiet, das hier in Betracht käme, ein‐ OO
dringlich beherrschende, unbeirrbar sichere OO
geistige Tatsachenkenntnis von Menschen OO
erwarten, denen mein Lehrwerk ja gerade OO
erst unumstößliche Urteils-Sicherheit und OO
nicht mehr zu zerstörende Gewißheit durch OO
seine Ratschläge bringen kann, falls das OO
11 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Erwachenwollen der Seele schon empfunden OO
wird, und der zu Erweckende die dazu nötige OO
innere Reife aufweist.
.Mein geistiges Lehrwerk wird sich über‐ OO
all dort als unentbehrliche, aus dem Ewigen OO
kommende Lebensförderung selbst bestä‐ OO
tigen und beglückend auswirken, wo man OO
seine Offenbarungen begrüßt, weil sie be‐ OO
reits innerlich ersehnt und herbeiOO
gewünscht worden sind.
.Wo man aber durch die jedes lichte Er‐ OO
kennen abschnürende Meinung gefesselt ist, OO
man habe schon längst alles, was man OO
brauche, oder man habe am Ende gar OO
kein Bedürfnis mehr nach dem, was OO
ich der heutigen Welt aus dem ewigen OO
Geiste zum Aufnehmen heranzubringen OO
wußte, dort wird man unvermeidlicherOO
weise eines Tages erfahren, daß man doch OO
einer Torheit erlegen war, die man sich OO
alsdann kaum noch zu verzeihen wissen OO
12 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
wird und nur sehr ungern von anderen er‐ OO
kannt sehen dürfte.
.Man wird sie nur leider dann erkannt OO
sehen müssen, da es auch Menschen gibt, OO
die ihr nicht erliegen!
.Ich bin zwar der Bezeuger dessen, in OO
dem ich lebe, und weiß daher nur zu gut OO
von so mancher folgefordernden Notwendig‐ OO
keit, um die sonst keiner wissen kann, aber OO
ich vermag wahrhaftig nicht, ewigkeitsbe‐ OO
stimmte Gesetze an ihrer unerbittlichen OO
Auswirkung zu hindern. Mir ist es unter OO
bestimmten Umständen möglich, Geschehens‐ OO
abläufe, die nicht von aller Ewigkeit her OO
ihre Notwendigkeit in sich tragen, sondern OO
ausschließlich durch zeitlich entstandene Im‐ OO
pulse die Anregung zu ihrem Ablauf emp‐ OO
fangen, vom ewigen Geiste her, fördernd, OO
leitend und segnend, zu ihren Gunsten zuOO
beeinflussen, welcher „Einfluß” allerdings OO
nur aus dem Geiste der Ewigkeit her seine OO
13 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Direktiven empfängt. Ihnen allein sind die OO
von mir ausgehenden geistigen Kräfte unter‐ OO
stellt.
.Wollte man mir auch ‒ im Stile früherer OO
Zeiten gesprochen ‒ „alle Königreiche der OO
Erde” anbieten, so wäre ich doch nicht in OO
der Lage, einen Wunsch zu erfüllen, der OO
meinen geistigen unausweichlichen Anwei‐ OO
sungen zuwider ginge, die gänzlich unberührt OO
bleiben von allen Wünschen, Sympathien OO
oder Antipathien meines erdkörperlichen OO
Daseins!
.Das alles sind meinetwegen „merkwür‐ OO
dige”, keinesfalls aber leicht verstehbare OO
Dinge, ‒ doch bin ich weder in der Lage, OO
sie abzuändern, noch etwa, sie leichter ver‐ OO
stehbar zu machen. Es handelt sich hier um OO
Unabänderliches! Seher, Philosophen und OO
Dichter haben sich wahrlich nach Kräften OO
abgemüht, hinter die Geheimnisse der Wirk‐ OO
14 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
lichkeit zu kommen, aber diese Geheimnisse OO
liegen für die sehende Seele, strahlend aus OO
sich selber, im Geistigen ganz offen vorOO
aller Augen, nur ‒ sind leider die geisti‐ OO
gen Augen des Erdenmenschen unvermeid‐ OO
licherweise „blindgeboren”!
.Um sie sehend zu machen, mußte mein OO
geistiges Lehrwerk erwachsen, dem ich zwar OO
pflichtgemäß kundiger Former wurde, das OO
ich aber in keiner Hinsicht meinem Ver‐ OO
gänglichen zurechne oder etwa für mich als OO
Bewertungsfaktor meiner irdischen PerOO
sönlichkeit in Anspruch nehme, obwohl OO
diese nun auch im Bewußtsein untrennbar OO
meinem Ewigen zugehört. Aber Ewiges will OO
nicht in irdische, konventionell gültigeOO
Münze umgewechselt werden!
.Ich „nenne” mich ja auch nicht aus Will‐ OO
kür ‒ wie ein Pseudonymus ‒ Bô Yin OO
Râ, sondern bin aus ewigem Sein, was OO
diese sieben Buchstaben oder drei Silben OO
15 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
im Diagramm geistig darstellen, substanOO
tiell im Ewigen! Ob man sich allerdings OO
das, was hier gemeint ist, wirklich und alsOO
Wirklichkeit vorstellen kann, erscheint mir OO
recht ungewiss. Eine Vorstellungshilfe bietet OO
allenfalls die Tonkunst in der Unterschei‐ OO
dung zwischen dem in Notenzeichen geOO
schriebenen und dem schwingenden, als OO
Klang zum Tönen gebrachten Akkord, ‒ OO
wenn auch dieser Vergleich nur sehr vor‐ OO
sichtig gebraucht werden darf. Dem wenigst OO
entwickelten Sprachgefühl schon sollten aber OO
diese drei Silben wahrlich mehr sagen, als OO
alle „Erklärung” je sagen könnte, denn hier OO
sind Laute: ‒ Lebensträger!
.Wem das alles etwa „zu phantastisch” er‐ OO
scheint, den bitte ich inständig, sich von OO
den Schriften meines Lehrwerkes fernhaltenOO
zu wollen! Er würde ihm sicher ‒ und viel‐ OO
leicht in aller guten Meinung ‒ Inhalte zu‐ OO
schreiben, die ihm so fern wie nur möglich OO
16 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
sind. Ich habe Entsetzliches in dieser Hin‐ OO
sicht erlebt und kann es durch deutungs‐ OO
lüsterne Vielbelesene immer noch erleben, OO
aber ich vermag dennoch dort nicht zu verOO
urteilen, wo nur wirkliche UnkenntnisOO
der vorausgesetzten unerläßlichen geistigen OO
Einsichten den Ahnungslosen, der sich viel‐ OO
leicht gerade für besonders unterrichtet hielt, OO
zu grotesker Ausdeutung meiner Worte ver‐ OO
führte.
.Wohl aber muß ich mich zu schärfster OO
Verurteilung entscheiden, wo meine WarOO
nungen, trotz aller Fähigkeit, sie zu ver‐ OO
stehen, einfach nicht beachtet wurden. ‒ OO
Wer sich um diese so nötigen Warnungen OO
nicht kümmert, der verdient nichts anderes, OO
als von jedem, die psychologische Urteils‐ OO
losigkeit seiner Mitmenschen ausnützenden, OO
pfiffig „frommen”, zielbewußten Schläuling OO
oder von gleichwertigen spiritistischen „Le‐ OO
muren” gefoppt zu werden! Auch das, was OO
so viele bewußte oder unfreiwillige „Spiri‐ OO
17 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
tisten” ihren „Schutzgeist” oder „Führer” OO
nennen, ist Ausgeburt übler Täuschungslust OO
aus der unsichtbaren physischen Welt, ‒ OO
soweit es nicht selbsterzeugter Schemen phan‐ OO
tastischer Selbsttäuschung ist.
.Wer aber gar nach allem, was er in meinen OO
Schriften lesen darf, noch glaubt, er könne OO
etwa schon zu meinen Lebzeiten oder doch OO
bald nachher außer dem, der in mir sich OO
selbst zum Bekenntnis wurde, einem „Leuch‐ OO
tenden des Urlichtes”, ‒ oder außerhalbOO
strengstens zurückgezogen lebender, ver‐ OO
borgener Kreise asiatischer Religionen, auch OO
nur dem niedersten wirklichenEinOO
geweihten” in die auch heute noch leben‐ OO
digen „Mysterien” begegnen, den muß man OO
allerdings weder bedauern noch stören. Möge OO
er durch den Verbrauch des Trüben zur OO
Klarheit gelangen! Die meisten, ihrer Ur‐ OO
teilskraft niemals mißtrauenden Menschen OO
machen sich keine Vorstellung davon, welche OO
platt niedrigen und geradezu „satanischen” OO
18 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Willenskräfte am Werke sind, nur um vor OO
allem die so Selbstsicheren und daher weit‐ OO
aus mehr, als sie ahnen, ‒ AhnungslosenOO
‒ durch Befriedigung ihres naiven Selbst‐ OO
bestätigungsverlangens schonungslos aus dem OO
Unsichtbaren her zu hintergehen, oder in OO
der Sichtbarkeit, um finanzieller Ausbeu‐ OO
tung willen, wie auch zu manchen anderen OO
Zwecken, sich hörig zu machen!
.Wer mein geistiges ‒ in einem anderen OO
Sinne genommen: ‒ „geistliches” ‒ Lehr‐ OO
werk „verstehen” lernen will, der wird ihm OO
von innen her nahekommen müssen und OO
keinesfalls glauben dürfen, daß er von außenOO
her sich ein Urteil darüber zu bilden ver‐ OO
möge. ‒
.Sein Gehirnverstand vermag ihn jedoch OO
sehr sicher aufzuklären, sobald ihm einer OO
der tausenderlei unverantwortlichen Seelen‐ OO
fänger aus der sichtbaren oder auch unsicht‐ OO
19 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
baren Welt auf seinem Lebenswege unver‐ OO
mutet gegenübersteht, und bei ihm probiert, OO
aus menschlichem seelischen Suchen „Kapital OO
zu schlagen”, mag es sich auch vielleicht zu‐ OO
weilen nicht einmal um klingende Münze, OO
sondern um die Befriedigung des „Geltungs‐ OO
bedürfnisses” eines Menschen handeln, der OO
anders seine „Minderwertigkeitsgefühle” OO
nicht loszuwerden vermag, oder um die bloße OO
Jagdlust eines unsichtbaren Seelenjägers, OO
wie sie mein Lehrwerk ja genügend charak‐ OO
terisiert. Die weitaus meisten Opfer aller OO
dieser Verderber hätten sich selber bewahren OO
können, wären sie nicht zuvor ihrem eigenen, OO
gerne gehegten Aberglauben anheimgefallen, OO
wodurch sie alles Unterscheidungsvermögen OO
bereits verloren hatten.
.In den zweiunddreißig Einzelstücken OO
meines geistigen Lehrwerkes finden sich: OO
Lehre, Bericht und Ratschlag in leben‐ OO
diger Vereinigung. Von den ersten Worten OO
20 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
an, die ich im Druck erscheinen ließ, habe OO
ich offen bekannt, daß es mir um anderesOO
geht als etwa um die Darbietung irgend‐ OO
welcher ‒ vielleicht durch Nachdenken oder OO
geistige Erleuchtung ‒ gewonnener „Über‐ OO
zeugungen”, die, als nur private Meinung, OO
mich gewiß nicht zur Mitteilung veranlaßt OO
hätten. Ich habe niemals verhehlt, daß die OO
Lehre, die durch mich in meiner Mutter‐ OO
sprache Gestaltung fand, viele Jahrtausende OO
altes Erbgut einiger weniger, ihrem ewigen OO
Sein bewußt geeinter Erdenmenschen ist, OO
die jeweils zu ihrer Zeit, verhüllt, in Ver‐ OO
borgenheit, als Leuchtende des ewigen Ur‐ OO
lichtes ihre ihnen zubestimmten Erdentage OO
erleben. Ich habe immer wieder bekannt, OO
daß aller Bericht über die Struktur des OO
ewigen geistigen Lebens, den ich zu geben OO
vermag, aus meinem eigenen, mir irdisch OO
bewußt gewordenen urewigen Leben im OO
Lichte des sich selbst erlebenden ewigen OO
Geistes hervorgeht, und daß die von mir OO
erteilten Ratschläge oder Weisungen nicht OO
21 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
primär von mir ‒ dem irdischen Verkünder OO
‒ stammen, sondern in ganz bestimmten OO
Forderungen begründet sind, die sich un‐ OO
abänderlich aus der Struktur geistig sub‐ OO
stantiellen Lebens ergeben, das nur in sich OO
aufnehmen kann, was aus ihm hervorging, OO
und nur dann, wenn das voreinst von seinem OO
Lebensgrunde Hinwegstrebende wieder mit OO
allen Kräften ihm zustrebt.
.Bei denen, für die mein geistiges Lehr‐ OO
werk bestimmt ist, wird die möglicherweise OO
vorhandene anfängliche „Fremdheit” in glei‐ OO
chem Grade von innerster Vertrautheit ab‐ OO
gelöst, in dem das Empfindungsvermögen OO
sich öffnet für mein geistiges Leben in meinen OO
Schriften. Nicht Bericht und Weisung sind OO
die höchsten Werte dieses Lehrwerkes! Über OO
alledem steht sein übertragbarer Inhalt an OO
wirklichem ewigen geistigen Leben, das OO
ich meinen Worten mitgegeben habe, damit OO
es der Empfindungsfähige erlangen könne. OO
Nicht durch Denkarbeit, sondern durch Ein‐ OO
22 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
fühlung und Aufnahme in sein eigenesOO
Leben!
.Das, von dem ich als von uraltem „Erb‐ OO
gute” spreche, ist irdische Tradition derOO
Offenbarungsform, gründet aber letztlich OO
im Erlebenkönnen substantiellen geistigen OO
Lebens. Es handelt sich da um das irdisch OO
bewußt gewordene, in ewiger Dauer sich un‐ OO
ausgesetzt erlebende Leben des ewigenOO
lebengebenden Geistes, von dem keiner OO
künden kann, der nicht unermeßliche Zeiten OO
vor seiner irdischen Inkarnation in ihm be‐ OO
reits seiner selbst bewußt gewesen war! OO
Alle Erkenntnis der bewunderungswürdig‐ OO
sten irdischen Gehirne war und ist nur einOO
Spiel mit Spielmarken, gegenüber der OO
vollwertig reinstes Gold greifbar dar‐ OO
bietenden Einsicht, die wirkliches ErlebenOO
ewigen Lebens den Wenigen aller Zeiten OO
eröffnet, die aus ihm künden können!
.Ich vermag es nicht zu ändern, daß ich OO
für diese Zeit und auf recht zahlreiche Jahr‐ OO
23 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
hunderte hin der einzige der hier Gemeinten OO
auf dieser Erde bin, dem Offenbarung seines OO
geistigen Wissens aus eigenem ewigen geisti‐ OO
gen Erleben, nicht nur vom ewigen Geiste OO
her „erlaubt”, sondern zur heiligsten Auf‐ OO
gabe des Erdenlebens zubestimmt ist. TäuOO
schern freilich wird man gewiß immer, und OO
so auch in Zukunft begegnen, denn sie fehlen OO
zu keiner Zeit auf Erden und finden immer OO
wieder ihre Hörigen.
.Um keinerlei Irrtum irgendwo irgend‐ OO
welchen Raum zu lassen, muß ich hier noch OO
eindeutig sagen, daß sämtliche in dem OO
meinem geistigen Lehrwerke zugehörigen OO
Buche: „Welten”, sowie in der im Buch‐ OO
verlag der Kunstanstalt Franz Hanfstaengl, OO
München, erschienenen Monographie: „Der OO
Maler Bô Yin Râ” teilweise zu farbiger Re‐ OO
produktion gelangten oder auch in Schwarz‐ OO
druck wiedergegebenen „geistlichen BilOO
24 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
der”, ‒ die in künstlerischem Ringen um OO
das gegebene Problem, aus dem wachen Er‐ OO
leben der Struktur innerster, alle KräfteOO
der Seele erschütternder GestaltungsOO
welten im ewigen Geiste Gottes hervor‐ OO
gingen, ‒ ohne Ausnahme, untrennbar OO
meinem geistigen Lehrwerke einverOO
woben sind. Das gilt natürlich auch von OO
den nicht reproduzierten Originalen, soweit OO
die privaten Besitzer die geistigen Kräfte OO
verlangen, die in diesen Bildern leben. OO
.Für die Vorstellungswandlungen, die OO
zur Aufnahme des konkreten geistigen LeOO
bens in meinen Lehrschriften unerläßlich OO
sind, können diese Darstellungen geistiger OO
Welten mit den Mitteln der Farbe und Linie OO
den Aufnahmefähigen sogar sehr ErhebOO
liches gerade dort bedeuten, wo das Wort OO
der Sprache seine Grenzen gezogen sieht, OO
auch wenn nicht nötig ist, jede Darstellung OO
zu kennen. Ich fand das durch Menschen OO
aller Bildungsgrade, ‒ die aus meinen OO
25 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Worten geistig „leben” lernten, ‒ deutlich OO
bestätigt.
.Die „Wurzeln” unseres geistigen und ‒ OO
irdischen ‒ Lebens sind nun einmal ganz OO
anders gestaltet, als das nach allen religiösen OO
und philosophischen, zu Gemeingut gewor‐ OO
denen Lehren angenommen wird! ‒ Hier OO
ist die dringlichste Umformung der bis‐ OO
herigen Vorstellungsinhalte nötig, wenn der OO
irdische Mensch sich ein auch nur halbwegs OO
der Wirklichkeit nahekommendes Wahr‐ OO
bild schaffen will, an dem sein ohnehin vor‐ OO
erst bestenfalls nur „ahnendes” Erkennen OO
sich erfaßbaren, gesicherten Halt zu erwirken OO
vermag. Hier muß die Haftung am „Her‐ OO
gebrachten” wahrlich überwunden werden, OO
will man die wirklichen Werte heben, die OO
das Überkommene in sich verbirgt! ‒
.Ich muß aber ernstlich daran erinnern, OO
daß ich niemals um „Gläubige” geworben OO
26 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
habe oder gar „Anhänger” zu gewinnen OO
suchte! Wenn der in den Schriften meines OO
geistigen Lehrwerkes Lesende meinen Worten OO
glaubt, so wird das für ihn selbst gewißOO
bedeutsam sein, aber ‒ er soll seinen OO
Glauben nicht wie ein „Geschenk” bewerten, OO
das er mir darbringen zu können meint! OO
Die authentische Wirklichkeitsentsprechung OO
meiner Lehrworte über die Struktur des OO
ewigen Geistes kann weder durch den in‐ OO
brünstigsten Glauben verherrlicht, noch OO
durch Unglaube, Behinderung, Kritik oder OO
Bekämpfung herabgemindert werden! Ich OO
habe zu keiner Zeit nach menschlicher „Zu‐ OO
stimmung” gestrebt, weil ich nichts lehrte, OO
was ihrer hätte bedürfen können, und noch OO
unermeßlich weit ferner lag und liegt mir OO
jedes Erstreben irgendwelcher eigenen irdi‐ OO
schen „Macht” ‒ sei es auch nur der so OO
zeitbedingten und ganz im Vergänglichen OO
wurzelnden Macht, Menschen von der Wahr‐ OO
heit eigener Worte zu überzeugen! Ich will OO
nicht, daß man mir „glaube”, sondern lehre, OO
27 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
wie man sich selbst geistige Gewißheit OO
schaffen kann. ‒ Das ist alles, was ich zu OO
geben habe!
.Denen, die in einer irrigen Beurteilung OO
meines Erdenwerkes befangen, sich von einer OO
persönlichen Begegnung noch mehr verspre‐ OO
chen, als was sie von mir in meinem Lehr‐ OO
werk erhalten haben, muß ich leider sagen, OO
daß ich ihnen im Gespräch keinesfalls auch OO
nur entfernt das zu geben haben würde, OO
was ich in meinen Büchern aus dem Geiste OO
Gottes gab, ‒ in ihm allein bewußt und OO
durch ihn allein bestimmt! Man muß hier OO
resolut eine sehr scharfe Trennungslinie OO
ziehen zwischen allen Menschen, die sich OO
des Buchdrucks bedienen, um ihre Gedan‐ OO
ken darzulegen oder über ihre Gefühle zu OO
reflektieren, ‒ und mir, der aus demOO
Ewigen spricht und seine Worte zu Trägern OO
seines eigenen ewigen Lebens werden ließ. OO
Man muß in heller Nüchternheit sich klar OO
darüber sein, daß ich in das Leben dieser OO
28 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Erde mein urewiges Erbe mitgebrachtOO
habe, ‒ nicht erst das Geistige in mir durch OO
irdisches Suchen erlangte. Wer den Worten OO
meiner Bücher begegnet, der empfängt allesOO
Geistige und alles Persönliche, was in OO
mir auf dieser Erde lebt! Meine leibhafte OO
Gegenwart hätte ihm das niemals vermitteln OO
können. Überdies bin ich kaum in der Lage, OO
auch nur die mir allervertrautesten Menschen OO
dann und wann bei mir sehen zu können, OO
aber außerstande, statt dessen etwa mir un‐ OO
bekannte Besucher zu empfangen. Ebenso‐ OO
wenig ist es mir möglich, durch Briefe OO
privaten Rat zu erteilen, oder gar private OO
Kommentare meines Lehrwerkes zu formu‐ OO
lieren, so erwünscht das auch Einzelnen er‐ OO
scheinen mag, und für wie „wichtig” sie OO
auch ihre Fälle ‒ von ihrem Blickpunkte OO
her gesehen ‒ nehmen mögen. AnderesOO
und weitaus Nötigeres braucht nunmehr Tag OO
um Tag, aus dem Geiste gefordert, bis zum OO
letzten Atemzug meine erdhaften Kräfte, so‐ OO
lange ich noch körperlich in diesem Erden‐ OO
29 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
leben bin. Dieses „Andere” aber läßt nichtsOO
anderes zu!
.Was diese Worte in ihrer Gesamtheit OO
besagen, vermag nur ich selbst zu ermessen, OO
obwohl der Abschlußband meines geistigen OO
Lehrwerkes, „Hortus conclusus”, wahrhaftig OO
alles darüber berichtet, was in irdischer OO
Sprache sich zur Not berichten läßt. Dort‐ OO
hin, wohin ich täglich gehen muß, mein OO
Werk zu wirken, das mir nunmehr noch OO
während des irdischen Leibeslebens geist‐ OO
gewollt zu tun obliegt, dorthin kann ich OO
niemand mit mir nehmen. So kann ich denn OO
auch keinem zeigen, was meine Kräfte ferner OO
geistig, wie im irdisch Dinglichen braucht, OO
denn keiner kennt Beispielhaftes, das ich OO
ihm nennen könnte, um daran meine Worte OO
anzuknüpfen.
30 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
ZWEITER ABSCHNITT
.Mein geistiges Lehrwerk ist eine nach Mög‐ OO
lichkeit objektive Darstellung der Struktur OO
des ewigen Geistes, von seiner ihm fernsten, OO
dem Erdmenschen aber nächsten erdgemäßen OO
Bekundung bis zu seinem allerinnersten, OO
höchsten und heiligsten Sein in sich selbst. OO
„Nach Möglichkeit” objektiv will besagen, OO
daß absolute Objektivität nur im ewigenOO
Geiste selbst besteht, aber in sprachlicher OO
Darstellung unerbittlich und gegen alles OO
Wollen des Darstellenden, durch die unter OO
allen Umständen subjektiv bestimmte Art OO
seines Darstellungsvermögens zu einer reOO
lativen wird, was sich auch durch keine OO
Kraft des ewigen Geistes gänzlich verhüten OO
läßt. So gebe ich also das, was ich als einer, OO
der des Geistes ist, zu geben habe, in der OO
Darstellungsform, die mir in meinem Erd‐ OO
33 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
menschlichen dargeboten ist, aber stets kor‐ OO
rigierender bewußter Kräfte des ewigen OO
Geistes in mir selber bewußt. Der Vorgang OO
ist nicht ganz so einfach, wie er hier be‐ OO
schrieben steht, und dennoch, in anderer OO
Hinsicht, zugleich von unmitteilbarer Ein‐ OO
fachheit! Das Allereinfachste im substan‐ OO
tiellen ewigen Geiste ist nicht mehr mit‐ OO
teilbar, weil es nichts anderes außer sich OO
bewußt bleiben läßt, von dem es bei der OO
Mitteilung zu unterscheiden wäre.
.Wie immer aber auch die sprachliche OO
Darstellung des Ewigen sich der absolutenOO
Objektivität naturgedrängt enthalten muß, OO
so könnte doch niemals ein wirklicher Irrtum OO
sich dabei ereignen, denn was aus Ewigem OO
vernehmbar wird, bleibt ewiger Erkenntnis OO
eingefügt und ungeschieden von ewiger Wirk‐ OO
lichkeit. Eben darum ist alle Rede über ewige OO
Dinge erfüllt mit Trug, wenn sie nicht aus OO
34 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
dem Munde eines Menschen kommt, der OO
selber vollbewußter geistiger Mensch ist in OO
dieser Wirklichkeit des einzigen UnverOO
gänglichen! Auch Religionen sind nicht OO
vor solchem Trug gesichert! Soweit sie aus OO
Irdischem Anstoß schaffen, schlafende Seelen OO
zu Zellen ewiger Liebe zu erwecken und als‐ OO
dann in Glut und Inbrunst erwacht zu halten, OO
wie Kult und Gebet das vermag, sind Reli‐ OO
gionen geistgewollte erdenhafte Bünde, die OO
nicht zu entbehren wären. Wo aber ihre OO
Diener das, was sie empfangen haben aus OO
der Wahrheit eines Wirklichkeitsbewußten, OO
unter andere und eigene Rede mengen um OO
ein Wissen darzustellen, das nur ein WorteOO
wissen bleibt, dort können die gleichen Re‐ OO
ligionen zu allerärgsten Hemmnissen auf den OO
Wegen der Seelen werden! Es gibt keine OO
Religion auf Erden, die hier nicht der Selbst‐ OO
reinigung bedürftig wäre, und am dringlich‐ OO
sten ist diese Reinigung dort, wo man sich OO
derart vermessen konnte, daß man sich nicht OO
scheute, aus religiösem Urgut den Stoff zu OO
35 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
einer scheinbaren Wissenschaft zu machen, OO
statt ehrerbietig hinzunehmen, was allein OO
Menschen „verstehbar” ist, die selbst als OO
Ewigkeitsbewußte leben in ewiger Wirklich‐ OO
keit. Daß wahrhaftig solche Menschen jeder‐ OO
zeit auf dieser Erde erstanden sind und er‐ OO
stehen werden, kann freilich nur ein Mensch OO
bezeugen, der selber zu ihnen gehört! Als OO
solcher habe ich diese bis zur Identität ge‐ OO
hende Vereinung Gleicher, aus dem Geiste OO
her aller Menschheit bewußtseinsnahe zu OO
bringen gesucht durch das Wort!
.Ich habe die mir untrennbar Geeinten OO
gleichnishaft als im Geistigen geborene OO
„Brüder” bezeichnet, in Analogie mit dem OO
irdischen Begriff, der männliche Menschen OO
aus gleichem Elternblute meint. Kein Ver‐ OO
gleich, den die Erde bietet, wäre jedoch hinOO
reichend, um die vollkommene Einung in‐ OO
dividueller Geister begreifbar zu machen, OO
36 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
die real vollzogen ist in des Urlichtes Leuch‐ OO
tenden. Am allerwenigsten darf man den OO
von mir schließlich gewählten auf die „Men‐ OO
talität” irdischer Brüder aus dem gleichen OO
Elternhause beziehen, denn ausschließlich OO
nur auf das gleiche Blut bezogen, wird er OO
von mir gebraucht! Irdischer Leibesursprung OO
aus gleichen Wurzelstämmen, soll zum BildeOO
dienen für eine ewige geistige Herkunft in OO
der geistigen Welt. Seinem Inhalt nach ihr OO
inkommensurabel und darum aufs schärfste OO
von ihr geschieden, bleibt mein Vergleich von OO
aller Gepflogenheit, nach welcher Menschen, OO
die gleiche Ziele erstreben, sich auf Grund OO
gedanklicher Zustimmung oder gleicher Ver‐ OO
pflichtung „Brüder” nennen! Jeder der Leuch‐ OO
tenden des Urlichtes ist nicht nur Formung OO
gleichen ewigen Willens im substantiellen OO
göttlichen Geiste, sondern als solche Formung, OO
unbeschadet aller geistgewollten Unterschei‐ OO
dungsmöglichkeit, dem Sein im Geiste nach OO
mit allen ihm Gleichgeformten substantiell OO
identisch.
37 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
.Genugsam habe ich wahrhaftig betont, OO
daß aus geistig gegebenen Gründen niemals OO
ein Mensch, in dem ein Leuchtender des Ur‐ OO
lichtes sich darlebt, zugleich Diener oder OO
Leiter irgend einer irdischen Religion sein OO
kann. Auch der Meister von Nazareth war OO
wahrlich keines von beiden, was immer für OO
Worte sie ihm auch späterhin zugeschoben OO
haben, um sich selbst in dem neuen Glaubens‐ OO
kreise nicht als überaltert zu empfinden. Es OO
ist törichtes Beginnen, nachdem man kaum OO
von denen erfahren hat, aus deren Mitte OO
ich spreche, alle Religionsbezirke der Welt OO
zu durchstöbern um innerhalb ihrer Gefilde OO
etwa Leuchtenden des Urlichtes zu begegnen, OO
denn die Leuchtenden des Urlichtes waren OO
weder Mysterienpriester noch Hierophanten, OO
und sind weder Verpflichtende noch im Ge‐ OO
wissen Verpflichtete irgend einer Religion. OO
Nicht etwa, weil sie, ‒ die geistigen Er‐ OO
wecker aller echten Religiosität, ‒ „Reli‐ OO
gionsgegner” wären, sondern weil sie als im OO
ewigen Geiste Lebende, ewiger Ordnung OO
38 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
eingefügt sind, und Gesetze überzeitlicherOO
Art befolgen! So mußte ich denn auch zur OO
Einsicht mahnen, wo ich die Meinung Ah‐ OO
nungsloser Verwirrung stiften sah, die Leuch‐ OO
tende des Urlichtes unter Brahmanen, Pun‐ OO
dits, Sâdhus, Sannyâsins und Bikshus, unter OO
Lamas und ihren „Wiedergeborenen”, unter OO
Derwischen und Fakiren oder auch wirkli‐ OO
chen „Yogis” verborgen glaubte. Auch jene OO
gehen nicht minder fehl, die vermeinen, sie OO
könnten sich aus den Tempeln östlicher Reli‐ OO
gionen Begriffsbilder borgen, in deren Nim‐ OO
bus etwa ein Leuchtender des Urlichtes ein‐ OO
zubeziehen wäre. Alles das ist verwirrende OO
Sucht nach Bestätigungen der unkontrol‐ OO
lierten Wunschträume einer phantastischen OO
Romantik! Man muß von alledem absehen OO
lernen, wenn man auch nur ahnungsweise OO
sich den lauteren, kristallklaren, firnen‐ OO
frischen Regionen geistig nähern will, die OO
uns geistiger Seinsodem sind.
.Alle Einwirkung ewigen Geistes auf die OO
39 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
physische Gestaltung der Erde, ‒ alle BeOO
nützung dieser Gestaltung durch geistige OO
Kräfte der Ewigkeit, ‒ schafft Situationen, OO
die als Symbole sprechen. Es ist kein „Zu‐ OO
fall”, daß die für die Aufnahme ewiger OO
Wellenströme und Schwingungen in ihrer OO
höchsten Potenz einzig vorhandene Stelle OO
auf diesem Planeten, hoch in der Region OO
seiner höchsten Berge liegt, mitten in Schnee OO
und Eis! Erdenmenschlichen Träumen läge OO
es weit näher, diese Kontaktstelle, die es OO
den lichten Kräften ewigen Geistes möglich OO
macht, die zähe düstere Erdaura zu durch‐ OO
dringen, um durch das Innere der Erde die OO
Seelen der aus ihr lebenden Erdmenschen OO
zu erreichen, auf einer paradiesischen Insel, OO
mitten in lichtübergossenen südlichen Meeren OO
zu suchen, oder zum mindesten doch dort, OO
wo der physische Körper die seinem Leben OO
und Gedeihen gemäße Förderung findet. OO
Aber gerade die für ein Leben im physischen OO
Erdenkörper nötigen Voraussetzungen sind OO
in der meilenweiten Hochzone des inner‐ OO
40 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
halb der ganzen Erdaura einmaligen Kraft‐ OO
feldes, das hier gemeint ist, wahrhaftig nicht OO
gegeben. Menschlicher Impuls vermag hier OO
nur dann sich auszuwirken und die ihm OO
einmalig hier gebotenen Möglichkeiten zu OO
nützen, wenn er sich einem anderen Bewußt‐ OO
seinsträger als dem physischen Körper an‐ OO
zuvertrauen imstande ist: ‒ einem Bewußt‐ OO
seinsträger, den die in diesem gemeinten OO
Erdraum gegebenen physikalischen Verhält‐ OO
nisse meteorologischer Art in keiner Weise OO
behindern. Es ist aber beileibe nicht etwa OO
die Rede von der sogenannten „Aussendung OO
des Astralkörpers”, der hier noch rascher OO
aufgelöst würde als der alpinistisch genügend OO
ausgerüstete Außenmensch zum Erliegen OO
käme, der immerhin mit geeigneten Hilfs‐ OO
geräten ähnliche Bereiche zu durchqueren OO
vermag! Der Vorgang, von dem ich rede, OO
erfolgt bei völlig klarem gehirnlichen Be‐ OO
wußtsein durch einen im eigenen ewigen OO
Geiste geschehenden, unendlich sublimen OO
Auslösungsakt, und ist allein den Leuchten‐ OO
41 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
den des Urlichtes möglich, gleichgültig, wo OO
sich der physische Körper befindet. Er darf OO
nur nicht vor einer Narkose oder irgend OO
einer sonstwie drohenden Betäubung und OO
Bewußtseinsverengung stehen, weil er dann OO
nicht mehr erwachen würde, sondern der OO
Seele verlorenginge durch sofortigen Tod. OO
Daher käme auch jeder „Trancezustand” OO
hier einem Selbstmord gleich! Leben im OO
Geiste kennt keinerlei „abgeblendete” Be‐ OO
wußtseinszustände, sondern bewirkt viel‐ OO
mehr erweitertes Wachsein in allenOO
Bewußtseinsreichen, zu gleicher Zeit!
.Die geistige Gestaltung des „Tempels der OO
Ewigkeit”, von dem ich in meinem Lehr‐ OO
werk spreche, konnte nur an dieser einzigen OO
Stelle des Planeten erfolgen, die ich hier OO
nun nochmals charakterisierte. Von dieser, OO
durch ein feinstmaterielles Kraftfeld, das nur OO
ihr eigen ist, auch im Physischen überaus OO
bedeutungsvoll separierten Stätte allein, die OO
42 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
sich allerdings über einen gewaltigen Erd‐ OO
raum hin erstreckt, vermag es ewiger Geist, OO
wieder mit den in die physische Erschei‐ OO
nungswelt gefallenen Geistesfunken, die im OO
Menschen dieser Erde ihre Erlösung suchen, OO
in Vereinung zu gelangen. An dieser Stätte OO
ist auch die absolute „Unio mystika” der OO
Erdenmenschen, in denen sich die Leuch‐ OO
tenden des Urlichtes darleben, allein auf die‐ OO
ser Erde erreichbar. Es versteht sich von OO
selbst, daß die geographische Bestimmung OO
dieser Stätte selbst den Menschen, in denen OO
sich die Leuchtenden des Urlichtes erleben, OO
versagt bleiben muß, da das bloße WissenOO
um die genaue erdräumliche Lage des Ortes OO
in menschlichen Gehirnen schon genügen OO
würde, um Schwingungen zu erzeugen, die OO
alle rein geistigen Impulse empfindlichst OO
stören, wenn nicht gänzlich an ihrer Auswir‐ OO
kung hindern würden. Daß die Impulse aus OO
dem ewigen Geiste ihren Weg durch dasOO
Innere der Erde nehmen, weil die Erdaura OO
durch den Menschen, infolge des Mißbrauchs OO
43 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
der in seiner Tiernatur ‒ im weitesten OO
Sinne ‒ gegebenen Möglichkeiten, grauen‐ OO
haft verunreinigt ist, ‒ wurde ebenso Ur‐ OO
sache der Symbolbildung: ‒ heilige Grotten OO
und Höhlen! ‒ wie das geistige Geschehen OO
selbst, ‒ das von hohen Bergen her erfolgt! OO
Die Erdaura, die wie eine über und über OO
beschriebene Schriftrolle angefüllt ist mit OO
den dunklen Zeichen des Erdenmenschen, OO
ist der tötende „Buchstabe”, während Geist OO
der Ewigkeit „lebendig macht” aus dem OO
Innern der Erde her, ‒ in die Erde ein‐ OO
gedrungen an einer Stelle, an der die Erd‐ OO
aura nicht durch den Menschen entheiligt OO
ist, und wie nirgends fähig, geistige Strah‐ OO
lung einzulassen. Durch geistig gelenktes Ge‐ OO
schehen war mir dieser im höchsten Sinne OO
heiligste Ort der Erde schon in meiner frü‐ OO
hen Jugendzeit innerlich zugänglich gewor‐ OO
den. Ich habe damals nicht geahnt, daß er OO
mir so sehr viel später dann jederzeit zu‐ OO
gänglich werden würde, und ich verstand OO
noch weniges von dem, was ich heute weiß. OO
44 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Ich fand mich nur, wenn man mich „holte”, OO
ohne jede Bewußtseinstrübung für meine OO
gewohnte Umgebung, zugleich an dem so OO
fernen geheimnisvollen Erdort bewußt, aber OO
dort in einer unnennbaren erschütternd feier‐ OO
lichen Glückseligkeit, und weinte nach der OO
„Rückkehr” heiße Tränen, wenn ich zur Be‐ OO
fürchtung kam, daß ich vielleicht zum letz‐ OO
tenmal „hingeholt” worden sei. Es folgten OO
dann auch tatsächlich viele Jahre, in denen OO
ich nicht im Traume mehr geglaubt hätte, OO
die gleiche Stätte könne mir jemals wieder OO
erreichbar werden. Das war bedingt durch OO
Entwicklungen mannigfacher Art, die ich erst OO
übersehen lernte, nachdem sie durchlaufen OO
waren.
.Gewiß ist es nicht das äußere Erleben‐ OO
können unvergleichlicher hochalpiner Land‐ OO
schaft, das uns hierherzieht, ‒ so gewaltig OO
auch der Eindruck dieser unzähligen Gipfel‐ OO
pyramiden, Eisnadeln und Felswandschrof‐ OO
45 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
fen, die hier aus einem Meere von unermeß‐ OO
lichen Schneefeldern und Gletschern hervor‐ OO
ragen, die Seele erregt. Es erfolgt ja eine OO
Übertragung dessen, was dem physischen OO
Auge wahrnehmbar wäre, fände es sich an Ort OO
und Stelle, in die fernen Gehirnregionen des OO
physischen Körpers, die normalerweise Au‐ OO
geneindrücke zu Bewußtsein bringen! Wer OO
in seinen jungen Jahren, wie es mir geschah, OO
Äquivalente zu allen diesen Eindrücken, OO
wenn auch nur in alpinen Gebieten erfahren OO
hat, die sich hier als Vergleichsobjekte nicht‐ OO
einmal nennen lassen, dem ist es freilich wie OO
ein unbegreifliches Wunder, wenn er hier mit‐ OO
ten im Toben der Elemente auch zu einem OO
Erleben kommt, das ihn vernichtet hätte, OO
wäre es körperlich zu erleben gewesen. OO
Aber das alles ist ja wahrhaftig nicht Grund OO
unseres gemeinsamen Erlebens in dieser Re‐ OO
gion! Die geistigen Träger unseres Bewußt‐ OO
seins sind vielmehr nur darum hierher diri‐ OO
giert, weil wir nur von hier aus bewirken OO
können, was uns aufgetragen ist. Um was OO
46 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
es sich da handelt, ist in meinem Lehrwerk OO
oftmals beschrieben. Ich möchte nur in dieser OO
Eisregion gar zu gerne zuweilen einen der OO
Philosophen neben mir haben, ‒ von denen OO
der Antike bis zu denen neuester Zeit, ‒ OO
aus deren gedanklichen Spekulationen sich OO
alle Vorstellung vom ewigen Geiste bis auf OO
diese Tage nährt. Wie würden diese wahr‐ OO
haftig zu verehrenden Männer, deren Namen OO
jedem Gehirnanbeter als geheiligt gelten, OO
bestätigt durch die Unfehlbarkeit ihrer Ge‐ OO
dankenschlüsse, vor der Wirklichkeit des OO
Geistes erbeben und in sich zusammensinken, OO
gerade weil ihre Ehrlichkeit es nicht ertragen OO
könnte, nunmehr noch aufrechtzuerhalten, OO
was sie vor solchem Erleben stets besten OO
Glaubens für die gedanklich gesichertste OO
Erkenntnis hielten! Es ist wahrhaftig etwas OO
anderes, ob man sich mit einem „ewigen OO
Geiste” zufrieden gibt, der nur Produkt OO
der körperlichen Gehirnzellen und ihrer OO
ihnen gemäßen Erregung ist, oder ob man OO
den unvorstellbar gewaltigen wirklichenOO
47 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
ewigen Geist in seiner Allgewalt am Werke OO
sieht, wie er sich selbst wieder seinem Ge‐ OO
bilde mitteilt, das gleichsam im „Leerlauf” OO
sich unvermeidlich zugrunde richten würde, OO
könnte es nicht neuer Einung mit seinem OO
Ursprung, aus einer nun aufs neue geistkraft‐ OO
erfüllten fluidischen Substanz des Erdpla‐ OO
neten her, teilhaftig werden.
.Die Allgewalt der Wirklichkeit ewigen OO
Geistes bleibt allen erdmenschlichen Defini‐ OO
tionen unerreichbar. Der „Geist”, der sich OO
erdenken und durch Gedanken bestimmen OO
läßt, existiert nur in den Gehirnen die ihn OO
erdacht haben und in denen, die das Er‐ OO
dachte nachzudenken trachten. Wenn auch OO
alles Irdische ‒ einschließlich des „Fürsten OO
der Finsternis”, von dem Jesus sprach ‒ OO
nur geistfernste physikalische ProjektionOO
von Reflexwirkungen wirklicher Geistes‐ OO
kraftstrahlungen ist, so finden sich dennoch OO
in der physischen Welt Fährten zu der OO
Wirklichkeit ewigen Geistes. Man findet OO
48 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
sie überall, wo unsichtbare aber urgewaltige OO
bloße Naturkräfte schon die erstaunlichsten OO
Vorgänge und Veränderungen innerhalb der OO
physikalisch faßbaren Formenwelt hervor‐ OO
bringen durch ihre bloße Manifestation. OO
Solcher Manifestation ähnlich ‒ wenn OO
auch keineswegs gleich ‒ muß man sich OO
die Einströmung des wirklichen ewigen, OO
substantiellen göttlichen Geistes vorstellen, OO
wenn man als Erdmensch endlich aus jahr‐ OO
tausendealtem gedanklichen Irren wieder zu OO
einem fühlenden Vorahnen des WirkliOO
chen gelangen will, das in menschlich er‐ OO
faßbare, fühlbare Form gewandelt, im Men‐ OO
schen dieser Erde erlebbar werden kann! OO
Wandlung in solche menschenfaßbare Form OO
zu bewirken, ist Trachten und Tun der im OO
ewigen Urlichte Leuchtenden.
.Wo immer auf der ganzen Erde echte OO
Religiosität nach dem ewigen Ziele des Men‐ OO
schen strebt, dort wird der suchenden oder OO
49 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
gläubig verehrenden Seele Hilfe, Trost, Er‐ OO
leuchtung und Führung durch die dazu be‐ OO
stimmten Leuchtenden des Urlichtes aus dem OO
Geiste Gottes zuteil, von dieser heiligsten OO
Stätte der Erde her. Darum sagte ich bereits OO
im Buch vom lebendigen Gott, daß „die ver‐ OO
borgenen geistigen Helfer weiter führen als OO
nur zu jenen Himmeln, die jede Zeit sich OO
erschuf als Auswirkung ihres frommen Seh‐ OO
nens.” Freilich ist der Leuchtenden Hilfe und OO
innere Lenkung gänzlich unabhängig davon, OO
ob der Mensch, der sie empfängt, von dieser OO
Instanz innerhalb der Struktur des ewigen OO
Geistes etwas vernommen hat oder nicht. Da OO
es jedoch für zahlreiche Menschen Zeit dazu OO
geworden war, daß sie Authentisches darüber OO
erfahren sollten, mußte ich, als der einzige OO
dazu Befähigte unter den mir Geeinten, der OO
Wirklichkeit die ihr gemäßen Worte sprechen OO
und mein geistiges Lehrwerk bringen. Nicht OO
ohne Bedeutung war hierbei, daß ich zugleich OO
der einzige Mensch des Abendlandes unter OO
ihnen bin. Sollte die Offenbarung wirkliche OO
50 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Hilfe bringen, so mußte einer sie formen, OO
der europäisches Denken und seine Schwierig‐ OO
keiten geistigen Dingen gegenüber aus ei‐ OO
gener Erfahrung von Jugend auf kennt. Wie OO
ich aber das im Johannesevangelium verkün‐ OO
dete Wort Jesu, ‒ allerdings weitab von aller OO
kirchlichen Lehrmeinung, ‒ nunmehr auf OO
meine Erscheinung in der Welt bezogen, OO
auf Grund der Struktur des Lebens im ewigen OO
Geiste, wiederholen darf: „Wer mich sieht, OO
der sieht auch den Vater!” ‒ den ewigen OO
geistigen Vater in dem ich lebe, ‒ so muß OO
ich zugleich sagen: Wer meine Worte ver‐ OO
nimmt, der empfängt auch die Worte der OO
mir im Ewigen Geeinten!
.Die auf dieser Erde dem Bewußtwerden OO
geistiger Erleuchtung zustrebenden Men‐ OO
schen bilden sehr verschiedenartige und ver‐ OO
schiedenwertige Kategorien. Mit keinerOO
dieser, der Mehrzahl nach schon untereinOO
ander inkommensurablen Kategorien see‐ OO
51 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
lisch Suchender, die gewiß vom Geiste her OO
„gefunden” werden können, wenn sie so zu OO
suchen wußten, wie es der ewige Geist aus OO
seinem eigenen Leben heraus erheischt, dür‐ OO
fen etwa die Leuchtenden des Urlichtes ver‐ OO
wechselt werden, die eben das von aller OO
Ewigkeit her sind, was ihre zum ewigen OO
Geiste strebenden Mitmenschen in einer für OO
sie erfaßbaren Form zu erreichen suchen. OO
Die „Schulung”, die auch der vergänglichen OO
erdgeborenen Erscheinung eines im Urlichte OO
Leuchtenden nicht erspart werden kann, ist OO
nicht auf das Finden eines gesuchten Zieles OO
gerichtet, sondern auf das irdische Aufneh‐ OO
men dessen, was aus dem Ewigen „mitge‐ OO
bracht” wurde und ‒ vorerst sich dem Ver‐ OO
stande durchaus versagend ‒ in dieses ir‐ OO
dische, vergängliche Dasein Eingang fand. OO
Auch ich mußte lange genug solche Schulung OO
erleiden!
52 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
DRITTER ABSCHNITT
.Das im ewigen Geiste mir zur Formung OO
vertraute Lehrwerk, dem ich jahrzehntelang OO
diente, will die aus seinen geheiligten Schätzen OO
Schöpfenden nicht etwa ‒ wie manche aus OO
ihnen zu meinen scheinen ‒ zu einer ab‐ OO
sonderlichen oder gar überheblichen Haltung OO
dem irdischen Leben gegenüber führen, son‐ OO
dern vielmehr zu wahrer Liebe dieses, nur OO
dort, wo es die Liebe nicht trägt, der Seele OO
oft allzuschweren Lebens! Um es tragen und OO
ertragen zu können, bedarf der Mensch dieser OO
Hilfe der Liebe, und um solche Hilfe zu er‐ OO
langen, muß er der Liebe aus sich selber OO
Nahrung bieten, Tag um Tag. Er muß sich OO
selbst zum seelischen Entbrennen bringen, OO
damit die Liebe in ihm nicht friert und in OO
Frost erstarrt. Sehr ungleich dem, was in OO
der tierhaften Natur tierhafte Form der OO
55 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Liebe ist und wahrlich keine Entfachung OO
des Glutbegehrens verlangt, bleibt die hohe OO
Liebe der ewigen Seele scheu und verhalten, OO
solange der Mensch in sich nicht den Willen OO
erweckt, ihr Nahrung und Erwärmung zu OO
schaffen. Das triviale Allerweltswort, daß OO
man sich zur Liebe „nicht zwingen” könne, OO
mag gerne gelten in allen Lebensbereichen, OO
die letztlich aus Trieben der Tiernatur ihre OO
Bewegung erhalten. Für die hohe seelischeOO
Form der Liebe gilt es nicht! Hier ist der OO
Mensch vielmehr fähig, selbst da noch Liebe OO
empfinden zu können, wo alles tierhaft Be‐ OO
dingte in ihm sich auflehnt und widersetzt. OO
Wo der Wille die hohe seelische Form der OO
Liebe will, dort hält ihm kein körperlich OO
erzeugter Widerwille stand!
.Der Wille will aber noch nicht die OO
hohe, seelische Form der Liebe, solange ein OO
Mensch noch meint, es bedürfe erst außer‐ OO
ordentlicher Ereignisse, damit er Liebe wolOO
56 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
len könne. Nur im gewöhnlichen Lebens‐ OO
ablauf des nicht übersteigerten Alltags gedeiht OO
der Wille, der den Menschen in seiner Seele OO
Liebe wollen lehrt! Keine menschliche Be‐ OO
ziehung im Alltag ist zu unbedeutend, als OO
daß sie nicht den Willen zur Liebe wecken OO
könnte, ‒ zur Liebe in ihrer rein seeliOO
schen Form, die sich selbst die Möglich‐ OO
keiten schafft im Tun und Lassen, durch die OO
sie zur Auswirkung kommt.
.Mit sich selbst muß der Mensch anfangen, OO
denn an sich selber kann er am besten die OO
Anfangsgründe des nicht instinktgefesselten OO
seelischen Liebenkönnens lernen! An sich OO
selber wird er am ehesten entdecken, wo ihm OO
der seelische Liebeswille mangelt, und was OO
zu tun ist, um diesen Mangel auszugleichen. OO
Ist die Einsicht bis dahin gelangt, dann weiß OO
sie schon leichter den seelischen Willen zur OO
Liebe für die Menschen des leiblich und OO
seelisch nächsten Kreises zu erwecken, OO
und ist sie hier erst seiner sicher geworden, OO
57 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
dann wird sie weiter und weiter wirken, so OO
daß der Liebe Wollende zu einem Helfer OO
aller wird, die seine Lebenswege im weite‐ OO
sten Alltag kreuzen.
.Wer das Lehrwerk, dem ich die Form OO
gab, nur wie eine Fundgrube sonst nicht OO
erreichbarer Erkenntnisse auswühlt, der OO
hat noch nicht entdeckt, daß es nur Men‐ OO
schen gegeben ist, die durch ihren Willen OO
mit allen Kräften zu Liebenden ewiger Liebe OO
geworden sind. Ihnen erst kann es sich ganz OO
erschließen. Auch denen wird es nicht dauernd OO
unerschlossen bleiben, die, von irgend einer OO
seiner Darstellungen ausgehend, sich selbst OO
davon überzeugen, daß es für die Seele OO
notwendig ist, ewige Liebe empfinden zu OO
wollen, wenn sie jemals in dieser Liebe OO
selbst ihre Erlösung finden soll, zu der OO
ihr jedes Einzelstück meines geistigen Lehr‐ OO
werkes den Weg zeigt. Es handelt sich also OO
darum, zu begreifen, daß alle Beschäftigung OO
58 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
mit meinen Lehrworten, alles Durchforschen OO
der in ihnen gegebenen Offenbarung und OO
alle Zustimmung ganz gleichgültig ist, wenn OO
die hier Suchenden nicht vor allen Dingen OO
danach trachten, Ausübende ewiger Liebe OO
zu werden und als Liebende der Tat sich OO
dem ewigen Geiste zu eigen zu geben in OO
ihrem Willen! Ich muß aber sehr vor einer OO
Art Bekundung vermeintlicher „ewiger OO
Liebe” warnen, die nichts anderes ist als OO
eine Ausdrucksweise der Selbstgefälligkeit, OO
oder aber gar der scheelsüchtigen Furcht, OO
man könne am Ende die ewige Glückselig‐ OO
keit anderen überlassen müssen, ohne selbst OO
daran teilzunehmen, wenn man solche schein‐ OO
heiligen Liebesäußerungen unterlassen hätte. OO
Im Geistigen ist es auch dem raffiniertesten OO
Charlatan unmöglich gemacht, zu betrügen, OO
und keine „fromme” Gebärde kann hier die OO
Täuschung bewirken, die ihr im irdischen OO
Außenleben doch allzuleicht gelingt! Man OO
darf aber auch anderseits nicht glauben, das OO
irdische Leben sei von den dieses Lebens OO
59 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Müden verleumdet worden und die Abfin‐ OO
dung mit diesem Leben sei für alle, die an OO
ein ewiges Leben glauben, nur ein Kinder‐ OO
spiel! Das zeitliche Leben ist dem irdischen OO
Menschen wahrhaftig nicht leicht gemacht! OO
Er stammt aus einer dem Irdischen durchaus OO
inkommensurablen Region und findet sich OO
nun in eine Welt der tierhaften Instinkte OO
und Triebe verhaftet, die seiner geistigen Art OO
in jeglicher Weise unangemessen ist. Kein OO
Wunder, wenn Irrtümer, Fehler und trieb‐ OO
haft bestimmte irrige Entscheidungen für OO
den Erdenmenschen unvermeidlich sind!
.Man hat das alles wohl „Sünde” genannt, OO
aber: ‒ Sünde ist nur dort vollzogen, wo OO
der Mensch im vollen Bewußtsein der gei‐ OO
stigen Verwerfung seines Tuns, dennoch un‐ OO
bekümmert tut, was ihm gefällt. Dieser Tat‐ OO
bestand aber ist nur in den allerseltensten OO
Fällen unentschuldbar gegeben, und weitaus OO
häufiger glaubt sich der Erdenmensch der OO
60 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Sünde schuldig, wo er nur die Kraft nicht OO
in sich zu fassen vermochte, die ihm ge‐ OO
holfen hätte, allem tierhaft bedingten Trieb OO
entgegen, nach seiner höchsten seelischen OO
Entscheidung zu handeln. Ja, ich kannte OO
eine bejahrte christlich-fromme Frau bäuer‐ OO
licher Herkunft, die sehr gerne lachte, aber OO
jeden Ausdruck spontaner Fröhlichkeit gleich‐ OO
sam „rückgängig” zu machen suchte durch OO
den Ausruf: „Gott verzeih' mir mein' Sünd'!” OO
‒ Soweit kann die Sündfurcht auch die OO
prachtvollsten Gestalten dieses Erdenlebens OO
bringen, denn diese Frau war meine leib‐ OO
liche Mutter und sie hätte keinen geringen OO
Platz eingenommen unter den einfachen OO
bäuerlich bestimmten Frauengestalten Gott‐ OO
helfs, wäre er ihr in seinem Leben begeg‐ OO
net. Es ist noch lange nicht alles Sünde, OO
was man „Sünde” heißt, und vieles ist wirkOO
liche Sünde, was kein Mensch als solche OO
bezeichnen würde! ‒ Unbezweifelbare und OO
nicht leichte Sünde ist es, wenn einer eine ge‐ OO
ringe Anstrengung aus Bequemlichkeit unter‐ OO
61 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
läßt, durch die er einem Mitmenschen eine OO
Freude bereitet haben würde, ‒ aber sehr OO
fraglich bleibt es, ob überall Sünde zu suchen OO
ist, wo klares Unrecht geschah, weil etwa Affekt OO
dazu trieb. So ist es auch keinerlei Sünde, OO
mein geistiges Lehrwerk, obwohl man es OO
kennt, zu mißachten, ‒ wohl aber ist es OO
Sünde, dieses Lehrwerk oder auch nur ein‐ OO
zelne Lehren, Menschen aufdrängen zu wollen, OO
die nicht danach begehren! Ein Tier zu töten, OO
das Menschennahrung werden darf, ist nieOO
mals eine Sünde! Ebensowenig die Tötung OO
eines Tieres, das menschliches Leben auf die‐ OO
ser Erde behindern will. Wohl aber ist es OO
Sünde, ein solches Tier ohne Zwang mehr OO
als unbedingt nötig, leiden zu machen, OO
oder auch nur das kleinste Insekt zu OO
quälen, weil es Unbehagen zu erzeugen OO
wußte durch seinen Stich! Es ist Pflicht OO
aller Menschen, die Herr über ihre Grau‐ OO
samkeitstriebe geworden sind, ihren noch OO
nicht soweit gelangten Nebenmenschen die OO
Befriedigung roher Triebe an Mensch und OO
62 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Tier unmöglich zu machen oder zum aller‐ OO
wenigsten wirksam zu verleiden, aber das OO
darf nicht zu der Empfindungsverwirrung OO
führen, die dem Tiere Gutes zu erweisen OO
meint, wenn sie es in der Vorstellung zu OO
vermenschlichen sucht. Man muß sich OO
klar darüber sein, daß durch solche Ver‐ OO
wirrung des menschlichen Empfindens, im OO
Tiere nicht das Geringste zu des Tieres OO
Gunsten geändert wird, während im Men‐ OO
schen ‒ das Bewußtsein, daß außer seiner OO
vergänglichen Tierseele, eine andauernde OO
Entelechie: eine unzerstörbare, allem phy‐ OO
sischen Leben überordnete Seele Trägerin OO
seiner ewigen Seinsmöglichkeit ist, durch OO
die Aufhebung der klaren Scheidungsgrenze OO
zwischen beiden Emanationen, mehr und OO
mehr verkümmert. ‒ Es ist eine ganz folge‐ OO
richtige Erscheinung, daß Menschen, denen OO
sich diese Grenze gänzlich verwischt hat, OO
zu so perversem Empfinden kommen, daß OO
ihnen das Tier unverletzlich wird, aber OO
jede Hemmung fortfällt, wo es sich um die OO
63 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Achtung des Leibeslebens ihrer Mitmen‐ OO
schen handelt, sobald diese den eigenen OO
Strebungen im Wege stehen. Tierliebe, die OO
das Tier vermenschlichen will, führt zu OO
Menschenhaß! Dem gleichen Gegnertrieb OO
gegen den Menschen, der in jedem wider‐ OO
standsfähigen waffenbewehrten wilden Tiere OO
brennt.
.Während aber die, durch verhängnisvolle OO
Schemen überspitzten Denkens geförderte OO
Projektion des Empfindens der ewigen Seele OO
in die niedere und wie alles Irdische vergäng‐ OO
liche Seele des Tieres dazu führen kann, daß OO
der Mensch jeglichen wachen Bewußtseins‐ OO
kontakt mit seiner ewigen Seele verliert, OO
schafft der Wille zur Liebe gegenüber demOO
Nebenmenschen wachsendes Bewußt‐ OO
werden in der eigenen ewigen Seele, und OO
immer klarere Bestimmung der wirklichen OO
Grenzen zwischen eigener vergänglicher Tier‐ OO
seele und der den Menschen so unermeßlich OO
64 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
hoch über seine eigene wie jede Tierheit OO
erhebenden „Menschenseele”. Hier ist Ein‐ OO
fühlung Pflicht! Hier ist Einfühlung OO
kein gemeinschaftvortäuschendes Projizieren OO
eines Empfindens in eine Wesenheit, die OO
von solchem Empfinden nichts weiß, wie OO
das beim Tiere der Fall ist, dem nur unser OO
tierseelehaftes Empfinden korrespondiert, OO
sondern ein Beiseitelassen der Tierseele‐ OO
situation, um in der eigenen ewigen Seele OO
erfühlen zu können, was in der ewigen Seele OO
des Nebenmenschen ersehnt, erhofft und er‐ OO
wartet wird. Es ist oft nur so weniges nötig, OO
damit solches Ersehnen, Erhoffen oder Er‐ OO
warten Erfüllung findet, und es handelt sich OO
zumeist keineswegs um große oder schwer OO
erlangbare Dinge, die da in der exilierten OO
ewigen Seele des anderen um ein wenig OO
Widerhall bitten. Nicht große Anstrengungen OO
kommen in Betracht, sondern nur ein recht OO
unbedeutender Willensimpuls, der die Träg‐ OO
heit und Eigenliebe überwindet um der OO
Freude des andern willen! Das ist die OO
65 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Liebe, zu der man sich wahrhaftig „zwingen” OO
kann, und weniges wirkt so wohltätig auf OO
die eigene Seele zurück, als dieser „Zwang”! OO
.Aber das will durchaus nicht etwa heißen, OO
daß man nun wahllos jedem Menschen seine OO
Liebe entgegenbringen müsse! Die vielver‐ OO
langte „allgemeine Menschenliebe” ist wahr‐ OO
haftig ein allzuungenügendes und allzubilli‐ OO
ges Surrogat für die wirkliche Liebe, von der OO
dieser Abschnitt handelt, denn was bei sol‐ OO
chem Selbstbetrug: „Liebe” genannt wird, OO
hat mit echter Liebe auch nicht das Mindeste OO
zu tun. Wirklicher Liebe allererstes Kenn‐ OO
zeichen ist die Auswahl! ‒ Wo das ver‐ OO
langte Gefühlsgeträume allen und jedemOO
gelten soll, dort kann von Liebe, wie sie wirk‐ OO
lich ist, nicht die Rede sein! Sorge sich keiner, OO
daß dann viele Menschen ungeliebt bleiben OO
müßten! Die hohe seelische Liebe kann viel‐ OO
mehr erst dann diese Erdenmenschheit einen, OO
wenn jeder Einzelne seine Liebe nach seiOO
66 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
ner Auswahl lenkt. Infolge der Verschie‐ OO
denheit der Sympathien, die den Willen be‐ OO
stimmen, müßte jeder Mensch die Liebe OO
derer finden, die sich zu ihm hingezogen OO
fühlen, wenn einmal wahre seelische Liebe OO
allen Menschen Willensbedürfen würde! OO
Aber auch innerhalb selbstgezogener Kreise OO
der Auswahl bleibt die Notwendigkeit be‐ OO
stehen, sorglichst zu differenzieren, damit OO
jeder in solcher Auswahl das empfange, was OO
ihm als persönliches Liebeszeichen gilt, OO
denn ‒ jeder wird hier anderes erwarten, OO
ersehnen und erhoffen. Nicht anders als im OO
Bereiche der im weitesten Umfang durch OO
die Tierseele bestimmten Liebe zwischen OO
Weib und Mann, wäre es auch in der Region OO
rein seelischer Liebe verächtlich, erbärm‐ OO
lich und unwürdig, wollte ein Mensch seine OO
Auswahl mit Seitenblicken auf das, was ihm OO
erdenhaft nützlich werden könne, treffen. OO
Selbst eine Auswahl im Hinblick auf jen‐ OO
seitigen, postmortalen Vorteil wäre nicht we‐ OO
niger zu verachten und bliebe außerdem gänz‐ OO
67 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
lich zwecklos. Noch bedenklicher aber muß OO
sich jede fehlgreifende Abstufung inner‐ OO
halb des eigenen Auswahlkreises auswirken OO
‒ und man darf wohl, ohne daß da ein Rächer OO
wäre, sagen: „rächen” ‒ denn wenn man OO
die allgemeine Auswahl mit der Wägung OO
durch eine Marktwage vergleichen will, wird OO
hier nun auf einer Goldwage gewogen! Hier OO
ist auch nichts rückgängig zu machen oder OO
zu revidieren, und wer sich hier „geirrt” OO
hat, wird seinen Irrtum noch im irdischen OO
Leben bitter büßen müssen. Es ist darum OO
sehr zu erwägen, wie man in seinem Willen OO
zur Liebe seine Sympathien verteilen will! OO
Hier wird das angeblich oder vermeintlich OO
so ernste Erdenleben wirklich ernst, denn OO
überall sonst läßt sich der Fehler, der Irrtum, OO
die irrige Handlung noch korrigieren, ‒ OO
hier aber nicht!
.Zuletzt aber kommt auch hier alles darauf OO
an, daß der Mensch in seinem Innersten voller OO
uneigennütziger Güte sei. Wirkliche „Güte” OO
68 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
ist seelische Hingabe, ohne Frage, Bedin‐ OO
gung und Einschränkung, zum Wohle de‐ OO
rer, die solche Hingabe anderer benötigen, OO
wenn sie nicht durch ihr eigenes Unvermögen OO
zugrunde gehen sollen. Etwas von solcher OO
Hingabe muß jeder Mensch in sich haben, OO
wenn er nicht seine dereinstige Erlösung OO
aus erdentierhaft bedingter Fessel ernstlich OO
in Frage gestellt sehen will! Und was hier OO
vom einzelnen Menschen gilt, das gilt auch OO
von den einzelnen Völkern! Der Bund, in OO
dem sich die Völker der Erde zu einigen OO
suchen, wird zu einem Trennpunkt wer‐ OO
den, wenn nicht hingebungsbereite GüteOO
und Wille zur Liebe, dieses Bundes Ver‐ OO
bindungsbänder weben! Noch ist die Kata‐ OO
strophe keineswegs unvermeidlich, jedoch OO
wird sie ganz ohne Frage unvermeidlich OO
werden, ‒ trotz aller herrlichen Gebäude OO
und des ganzen von ihnen umschlossenen OO
Apparats, ‒ wenn nicht in letzter Minute OO
die Erkenntnis durchdringt, daß von neuem OO
begonnen werden muß, auf neuen Fundamen‐ OO
69 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
ten! Wille zur Liebe kann auch hier noch OO
wahrhafte Güte erwecken! So töricht mein OO
Wort auch politischen Weisen klingen mag, OO
so sicher dürfen sie alle sein, daß jede bisher OO
geleistete Arbeit im Interesse eines Bundes OO
der Völker, in den Schüttstein geworfen wer‐ OO
den darf, wenn nicht zuletzt noch, an Stelle OO
eines Scheinbundes gegenseitig sich mißtrau‐ OO
ender Politiker, ein in menschlicher GüteOO
wurzelnder Bund leibhaftiger, einander in OO
seelischer Liebe verstehen wollender VölOO
ker tritt! Solche Wandlung ist selbst heute OO
noch möglich! Ich rede hier allerdings nicht OO
als ein Mensch mit politischen Ambitionen, OO
denn alles, was mit Politik auch nur im ent‐ OO
ferntesten zusammenhängt, war mir jeder‐ OO
zeit fremder als fremd. Ich spreche hier OO
nur aus, was die Zukunft so oder so be‐ OO
stätigt finden wird. Ich habe nicht von po‐ OO
litischen Dingen, sondern von der ewigen OO
Liebe zu sprechen! Ich wüßte nicht, wie sie OO
mit Politik in dem verhängnisreichenOO
Sinne dieses Wortes, zu vereinigen wäre! OO
70 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Wohl aber weiß ich, daß Wille zur Liebe OO
politisches Streben dorthin zu bringen ver‐ OO
möchte, wohin es im Grunde ja doch ver‐ OO
langt und zu Zeiten sogar notgetrieben OO
drängt, ohne sein selbstgestecktes Ziel je‐ OO
mals allein von sich aus ohne praktisch OO
geübte Liebe erreichen zu können.
.Ich will hier nicht nochmals begründen, OO
weshalb die Dinge so liegen, deren ich in OO
diesem Abschnitt gedachte, denn die in Frage OO
kommenden Begründungen sind bis zu den OO
letzten Einzelheiten ausführlichst in meinem OO
geistigen Lehrwerk gegeben, das der StrukOO
tur des ewigen Geistes ja nur deshalb Dar‐ OO
stellung schuf, weil der Erdmensch außer‐ OO
stande ist, die Begründung geistiger Forde‐ OO
rung zu verstehen, solange ihm die StrukturOO
des ewigen Geistes nicht vorstellungsgeOO
genwärtig ist. Daß die Vorstellungsbilder, OO
die im Umlauf sind, sich nur an sehr weni‐ OO
gen Stellen mit den Konturen der Wirk‐ OO
71 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
lichkeit decken, braucht nicht erst bewiesen OO
zu werden. Die drastische Folge ist, daß es OO
Einzelmenschen wie Völkern mehr und OO
mehr als ein vergebliches Bemühen er‐ OO
scheint, nach gegenseitigem Verstehen zu OO
streben. Jeder Einzelne und jedes Volk OO
hängt an Vorstellungen, die viel zu ver‐ OO
härtet sind, als daß sie noch gemeinsam OO
sich der ewigen Wirklichkeit angleichen OO
lassen könnten, ohne zu zerbrechen. Es gibt OO
aber kein dauerndes gütliches Miteinander‐ OO
leben der Menschen auf Erden ohne ge‐ OO
meinsame nachgiebige Bezogenheit auf das OO
für alle Ewig-Wirkliche!
72 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
VIERTER ABSCHNITT
.Jede sprachliche Formulierung ist für OO
mich eine rechte Qual. Die zweiunddreißig OO
einzelnen Schriften, in denen mein gesamtes OO
geistiges Lehrwerk umschlossen vorliegt, sind OO
überdies zumeist trotz vielen und schwer OO
überwindbaren äußeren HinderungenOO
entstanden. Die einzelnen Lehrstücke und OO
Hilfstexte mußten in immer neuer Weise OO
die Offenbarung ewigen Geistes zur Darstel‐ OO
lung bringen, die fordernde Ursache der Ver‐ OO
kündung war, aber zugleich sollten sie der OO
Seele in solcher Weise dienen, daß jedem OO
Seelenzustand und jeder individuellen Sehn‐ OO
sucht der Einzelseelen Genüge geleistet OO
würde. Es handelte sich nicht darum, ein OO
Lehrgebäude zu errichten, bei dem jedes neue OO
Stockwerk aus dem vorher erbauten erwächst, OO
oder das, was ich zu bringen hatte, durch OO
75 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
möglichst schlüssige „Beweise” gedanklicher OO
Art der Annahme zu empfehlen, sondern OO
darum: ‒ das, was sich offenbaren wollte, OO
in Reihen lebendiger SprachdarstelOO
lungen aufzuzeigen. Was nicht sagbar war, OO
mußte durch Bild und Gleichnis gegeben OO
werden, und was auch Bild und Gleichnis OO
nicht umfassen konnte, in der weiteren OO
Spannung einzelner Abhandlungen oder er‐ OO
zählender Stücke Ausdruck finden. Die Seele OO
des Lesers sollte nicht durch die Dar‐ OO
legungen „überzeugt” sondern wiedererOO
weckt werden, durch Aufruf ihrer eigenen, OO
bis dahin noch schlafenden Erinnerung. OO
Das Geistmenschliche in mir hat wahrhaftig OO
nicht durch meine Verkündung zu einem OO
Glauben im Sinne eines Fürwahrhaltens OO
überreden und „bekehren” wollen, was mir OO
gleichzeitig auch in meiner allerirdischesOO
ten Menschlichkeit gegen allen Geschmack OO
gegangen wäre. Ich habe nie ein Wort nieder‐ OO
geschrieben in der Absicht, „überzeugen” zu OO
wollen. Es muß der freien Entscheidung OO
76 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
jeder einzelnen Seele überlassen bleiben, OO
mein Lehrwerk anzunehmen oder abzuleh‐ OO
nen. Sie allein kann auch entscheiden, was OO
von den einzelnen Lehrstücken speziell ihrer OO
Eigenart entspricht, und was offenbar an‐ OO
derer Seelenart zubestimmt ist. Nur darf OO
das nicht zu der Meinung führen, man OO
könne sich das Lehrwerk auch dann noch OO
zu eigen geben, wenn man nach Gutdünken OO
sondere, was man annehmen und was man OO
ablehnen wolle! Wer auch nur ein einziges OO
wesentliches Wort dieser Lehrschriften seiner OO
eigenmächtigen Entscheidung zur Ausson‐ OO
derung anheimgestellt glaubt, der erbringt OO
sich nur den Beweis, daß er dem Ganzen OO
noch nicht gewachsen ist, und würde viel OO
besser tun, das Ganze abzulehnen. Nur, OO
wenn man nichts davon fortnimmt und OO
nichts dazutut, kann ich für den Einzelnen, OO
dem es dienen soll, die ewige VerantOO
wortung für mein geistiges Lehrwerk tra‐ OO
gen. Wo aber der Einzelne sich selber be‐ OO
rufen meint, fröhlich aussondern zu dürfen OO
77 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
was ihm nicht gefällt, oder einzufügen, was OO
irgendwo in seinem Kopfe als Lesefrucht OO
von andern Lesegelegenheiten her verwahrt OO
ist, dort muß ich strikte meine Verantwor‐ OO
tung entziehen! Da ich um jeden Erden‐ OO
menschen bitter leide, der sein ewiges Ziel OO
versäumt, welcher Farbe, Rasse und Stufe OO
der Zivilisation er auch zuzuzählen sein mag, OO
so liegt mir gewiß der Wunsch nicht allzufern, OO
es möge jedem Menschen während seines OO
irdischen Daseins die Einsicht in sein Ewiges OO
werden, die jedem durch Aufnahme und Be‐ OO
folgung der Schriften meines Lehrwerkes OO
allmählich erreichbar werden kann. Aber OO
dieser Wunsch ist nicht nur unerfüllbar, OO
sondern auch aller Eigensucht entrückt, OO
denn was ich geschrieben habe, wurde nicht OO
geschrieben, um den Schriften „Erfolge” zu OO
erringen, sondern damit es da sei für die, OO
denen zubestimmt ist, sich das Gegebene zu OO
eigen zu machen. In deutlichen Worten muß OO
ich immer wieder einzelnen Lesern meiner OO
Schriften sagen, daß sie mir keinerlei Ge‐ OO
78 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
fallen tun, wenn sie mir den Glauben an OO
mein Lehrwerk und damit an mich, wie OO
eine liebe Freundlichkeit, die man mir sagen OO
will, bekennen, und daß sie mich ebenso‐ OO
wenig „kränken” könnten, wenn sie mir mit‐ OO
teilen wollten, sie hielten alles, was ich OO
geschrieben habe, für leere Worte und OO
wesenloses Hirngespinst. Aus rein sprachOO
lichen Gründen verwahre ich mich jedoch OO
gegen die unleidliche Redensart: man „stehe OO
in der Lehre”. Diese muffig konventikel‐ OO
mäßige Phrase sollte wahrhaftig jedem Men‐ OO
schen, der etwas von dem kennt, was ich OO
lehrte, wider den guten Geschmack gehen OO
und unaussprechbar sein!
.Daß nicht alles, was zu erörtern oder OO
zu beschreiben nötig war, von den Lesern OO
so aufgenommen werden darf, als ob es OO
wahllos jedem, der meine Anweisungen OO
befolgt, erreichbar wäre, liegt auf der Hand. OO
Diese Anweisungen sind jedem für ihre Be‐ OO
79 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
folgung reifen Leser dargeboten. Wenn er OO
sie nicht eulenspiegelartig scheinwörtlichOO
nimmt, sondern sich von ihrem wirklichen OO
Sinn durchdringen läßt, ohne sie mit Vor‐ OO
schriften zu vermengen, die ihm etwa von OO
anderer Seite her bekannt sind und für OO
deren Wert oder Unwert ich nicht bürgen OO
kann, dann wird er geistig erlangen was OO
ihm nötig und was seiner Art gemäß ist! OO
Um aber Einsicht in die geistigen Zusammen‐ OO
hänge zu vermitteln, wie sie zu einer wirk‐ OO
lichen Befolgung der gegebenen Weisungen OO
nötig ist, durfte ich nicht nur beschreiben, OO
was der Suchende für sich selber zu er‐ OO
warten hat! Diese Einsicht ist ohne gerei‐ OO
nigte und nach jeder Richtung hin richtig OO
bestimmte Vorstellungen von der Struktur OO
ewigen substantiellen Geistes unmöglich zu OO
erlangen, was mir, wenn ich wirksame Hilfe OO
bieten will, die Pflicht auferlegt, den Leser OO
in weitreichendem Maß an meiner eigenen OO
geistigen Erfahrung aus vorgeburtlicher wie OO
postnataler Existenz her teilnehmen zu las‐ OO
80 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
sen. Es ist schon unstrittig schuldhafteOO
Torheit, wenn der Leser sich nun kurzer‐ OO
hand mit dem ihm nur zur Förderung seiner OO
Erkenntnis Nahegebrachten einfach identi‐ OO
fiziert, ja frischweg aus den ihm dargebotenen OO
Mitteilungen her Forderungen für sich selber OO
ableitbar glaubt. Abgesehen davon, daß es OO
auch im Außenleben töricht ist, nach Dingen OO
zu verlangen, die man nicht erlangen kann, OO
führt im Geistigen ein Fordern des Uner‐ OO
füllbaren ‒ zum Sturz! Wenn es gut geht, OO
zum mindesten in ein Labyrinth von Selbst‐ OO
täuschungen, aus denen erst nach vielen OO
Jahren ‒ vielleicht erst lange nach der Ab‐ OO
kehr vom Dasein auf der Erde ‒ ein mühe‐ OO
bringender Ausweg im Dämmerlicht später OO
Selbsterkenntnis entdeckt werden kann.
.Aber eine so „mechanische” Sache, wie OO
manche das Lehrwerk Begrüßende glauben, OO
ist das Befolgen seiner Anweisungen wahr‐ OO
haftig nicht! Und dann ist auch diese Be‐ OO
folgung ganz unmöglich, wo ein Mensch sich OO
81 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
vermißt, ihr „nur so nebenbei” gerecht‐ OO
werden zu wollen. Wer nicht mit seinem OO
ganzen Menschtum ‒ mit Leib und Seele OO
‒ dem Bewußtwerden im Ewigen zustrebt, OO
der darf sich nicht wundern, wenn in ihm OO
alles bei zeitweilig aufleuchtenden Ahnungen OO
bleibt, die in Kürze wieder vom Dunkel ver‐ OO
drängt werden und nicht mehr wiederkehren, OO
wie sehr auch nach ihnen gerufen wird. Wer OO
sein Suchen sachlich kühl wie eine Labora‐ OO
toriumsarbeit betreibt und meinen Weisun‐ OO
gen zu folgen glaubt, wenn er sie wie Rezepte OO
ausprobiert, der macht seine Sache ebenso OO
verkehrt wie einer, der sich in schwärme‐ OO
rische Verzückungen treibt und nicht merkt, OO
daß er sich selber immer weiter entgleitet, OO
im Wahn, sich selber „begegnet” zu sein und OO
im Ewigen zu atmen! Wer aber noch siche‐ OO
rer sein will, daß er sich Selbsttäuschungen OO
schafft, der braucht nur an meine Anweisun‐ OO
gen heranzugehen ohne den Willen zur Liebe, OO
von dem ich im vorigen Abschnitt sprach! OO
Es ist schade um jede Mühe, wenn man OO
82 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
glaubt, man könne dem, was vom ewigen OO
Geiste erwartet wird, entsprechen, auch wenn OO
man den Kontakt, den allein geistige Liebe OO
zu erwählten Mitmenschen schafft, vom Rost OO
der Herzensträgheit zerstören läßt! Uner‐ OO
bittlich wird im Geiste jeder Selbstbetrug OO
offenbar, durch den ein Mensch sein Ver‐ OO
halten gegenüber anderen Menschen vor sich OO
selbst zu beschönigen sucht. Der Weg zur OO
Erkenntnis verläuft in gleicher Richtung OO
wie der Weg zur Liebe. Man kann nicht zur OO
Erkenntnis kommen, wenn man auf dem OO
Wege zur Liebe die umgekehrte Richtung OO
einschlägt, auch wenn man sich gut gerecht‐ OO
fertigt glaubt! Jede ungenützte Gelegenheit, OO
einem Mitmenschen Freude zu bereiten, wirft OO
den Suchenden wieder und wieder zurück, OO
auch wenn er sich einreden mag, auf seinem OO
Wege zum Geiste erhebliche Strecken er‐ OO
wandert zu haben! Die geistverlangte Hal‐ OO
tung ist aber durchaus nicht schwer zu finden, OO
wenn man seinen Nebenmenschen ‒ liebt OO
„wie sich selbst”!
83 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
.Man darf aber auch nicht glauben, daß OO
man den Weisungen, die ich anzuraten habe, OO
nachkommen könne, wenn man ihre Befol‐ OO
gung zu einem Scheingrund dafür werden OO
läßt, dem Alltag, vermeintlich mit Recht, zu OO
entziehen, was er zu verlangen hat. Mit OO
anderen Worten: ‒ es ist nicht nötig und OO
es geht nicht an, sein Tagewerk leiden zu OO
lassen, wenn man befolgen will, was nötig OO
ist, um dieses Tagewerk im Ewigen zu ver‐ OO
ankern! Wer nicht sein äußeres Leben so OO
liebt, daß er ihm gewährt, was es von ihm OO
verlangt, der hat auch hier noch nicht dieOO
Liebe in sich erweckt, die in ihm brennen OO
muß, wenn er sein ewiges Ziel dereinst er‐ OO
reichen will. Was meine Lehrschriften raten, OO
will nicht als lebensgelöstes abseitiges Tun OO
betrachtet, sondern muß dem Weltleben ein‐ OO
gewoben werden Tag um Tag und Stunde OO
um Stunde! Nicht neben und nach der OO
Arbeit des Tages soll man sich einer neuen OO
„Arbeit” im Sinne der durch mich vermit‐ OO
84 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
telten Ratschläge widmen, sondern mitten OO
im regen Werktagsleben muß man an sich OO
geistig „arbeiten” lernen, und jede Tätigkeit OO
um des leiblichen Lebens willen wird dann OO
zu einer Quelle geistiger Erkenntnis werden! OO
Was ich zugleich für Stunden der Stille an‐ OO
geraten habe, wird dem, der sein Werktags‐ OO
tun vom Geiste durchdringen ließ und es OO
aus dem Geiste lieben lernte, wahrlich dann OO
Schätze zu geben haben, die keinem erlang‐ OO
bar wären, der nur in ständiger Ruhe ver‐ OO
harren wollte. Ruhe und Tat sind im Zu‐ OO
stande ewiger Dauer ewig vereinigt. Die nur OO
der Ruhe ergebenen Träumer, die sich in OO
ewiges Bewußtsein einzuruhen glauben, sind OO
Gefesselte eines argen Wahns, der sie zwar OO
immer ungeheuerlichere Schemen ihrer un‐ OO
gezähmten Phantasie gewahren läßt, aber un‐ OO
fähig macht, das Göttliche noch jemals wahr‐ OO
zunehmen. Der mitten im lauten Getriebe OO
einer heutigen Großstadt mit allen seinen OO
Kräften Tätige, der sein Tun dem Geiste dar‐ OO
zubieten strebt, ist Göttlichem wahrhaftig OO
85 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
näher als ein Mensch, der sich vor allem OO
Zwang zum Tun versteckt!
.Wer dem zu entsprechen sucht, was meine OO
Ratschläge meinen, der wird bald gewahren, OO
daß auch seinem Werktagsleben ein Zustrom OO
an geistigen Energien kommt, von dessen Da‐ OO
sein er vordem nichts ahnte. Der Ertrag jeder OO
irdischen Arbeit, die im Bewußtsein getan OO
wird, in ihr, ‒ mag sie noch so „geisttötend” OO
erscheinen, ‒ dem ewigen Geiste in sich zu OO
entsprechen und sich ihm durch sie zu einen, OO
erhöht sich deutlich sichtbar oder indirekt OO
und in der Folge für den so Handelnden, OO
wie die Menge des Saatgutes sich durch die OO
Aussaat in einem überreichen Erntejahr er‐ OO
höht!
.Daß jeder derer, die Licht in die Dunkel‐ OO
heit dieser Erde brachten, auf irgend eine OO
Weise auch leiblichen Tribut an die nächtige OO
Macht des „Fürsten der Finsternis” zu ent‐ OO
richten hatte, ist nur durch die Weite des OO
86 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Wirkens der Tat dieser wenigen Einzelnen OO
provoziert, und hatte immer nur wenig mit OO
ihrem Dasein als Erdenmensch zu tun, das OO
gänzlich unbehelligt geblieben wäre, hätte OO
das zeitliche Fernsehen, das in der bezeichne‐ OO
ten Naturmacht seine zentrale Stätte besitzt, OO
keine wesentlich über die Zeit des Erden‐ OO
lebens der Wirkenden hinausreichendeOO
Auswirkung gewahrt. Es scheint fast, als ob OO
man sich durch mich bestätigt sähe, wenn OO
man die Ursache unerfreulichen irdisch leib‐ OO
lichen Schicksals in der Rache des Fürsten OO
der Finsternis gefunden sehen will, die dem OO
Streben nach dem Lichte gelte. Aber in meiner OO
Abhandlung „Der große Kampf”, die von OO
dieser Wesenheit handelt, steht kein WortOO
von einer rächenden Einwirkung auf irOO
disch leibliches Schicksal! Es ist aus‐ OO
schließlich von innerem Kampfe und seeliOO
scher Gefahr die Rede, und auch hier wird OO
gezeigt, daß beide überwindbar sind. „Der OO
große Kampf” findet seinen Austrag aus‐ OO
schließlich nur in der Seele, obwohl er OO
87 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
auchvon außen her”, sinnlich unwahr‐ OO
nehmbar in die Seele hineingetragen wird. OO
Auf mich darf man sich wahrhaftig nicht OO
berufen, wenn man widriges Erdenschicksal OO
oder irgendwelche Leibespein gar zu billig OO
und abergläubisch als von dem geistfeind‐ OO
lichen Herrn der Erde verhängte „Strafe” OO
deuten will! Nur ist solche bequeme Deu‐ OO
tung sehr verhängnisvoll, weil der mit ihr OO
leicht-fertig Zufriedene sich selbst verhin‐ OO
dert, nach den wahren Ursachen seines Un‐ OO
gemachs zu suchen. ‒ Es ist die gleiche OO
Geschichte wie mit den „okkulten Angriffen”, OO
die manche erfahren zu haben meinen, seit OO
dem sie sich auf dem Pfade zum ewigen OO
Geiste fühlten. ‒ Man darf ganz sicher OO
sein, daß einer, der in solchem Zusammen‐ OO
hang leichthin von „okkulten Angriffen” OO
redet, ‒ wobei er sich selbst sehr interes‐ OO
sant vorkommt und es gar zu gerne auch OO
für andere wäre, ‒ keine Ahnung davon OO
hat, wie sich wirkliche okkulte Angriffe OO
vollziehen, und nicht ein einziges Mal in OO
88 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
seinem Leben einen erduldete, denn auch OO
der leichteste okkulte Angriff drängt den OO
von ihm Betroffenen einer Grenze des im OO
physischen Körper Ertragbaren zu, hinter OO
der nur noch Irrsinn lauert und Tod! Ich OO
bin noch keinem Menschen des Erdteils, OO
in dem mir mein Leib geboren wurde, be‐ OO
gegnet, der fähig gewesen wäre, einen wirkOO
lichen okkulten Angriff abzuwehren. An OO
Opfern okkulter Angriffe fehlt es allerdings OO
in den Irrenhäusern und in den Leichen‐ OO
hallen wahrhaftig nicht. Möchten sie eines OO
Tages seltener werden! Die rechte Befol‐ OO
gung der von mir dargebotenen geistigen OO
Anweisungen, wie man zu seinem auch schon OO
hier erreichbaren geistigen Bewußtsein ge‐ OO
langen könne, ist das wirksamste Mittel, um OO
die Zahl solcher Opfer zu verringern. So OO
sollte denn auch der „gesunde Menschen‐ OO
verstand”, auf den man sich weitherum gar OO
zu gerne bezieht, wahrhaftig genügen, um OO
zu begreifen, daß dem Menschen, der sich OO
aus all seinen Kräften in Übereinstimmung OO
89 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
mit den Forderungen ewigen Geistes setzt, OO
die Aufgaben des irdischen Lebens in jeg‐ OO
licher Hinsicht unvergleichlich leichterOO
lösbar werden als jedem seiner Neben‐ OO
menschen! Voraussetzung bleibt freilich OO
immer, daß der Mensch nicht sich selber OO
betrügt. ‒ Wer da glaubt, er handle nach OO
meinen Anweisungen, während er nur nach OO
seinem eigenen Gutdünken handelt, für das OO
er bei mir sich Stützen und Krücken leiht, OO
der wird sich gewiß nicht zu denen rechnen OO
dürfen, auf die ein alter Wissender seine OO
Worte bezogen sehen wollte, als er verkün‐ OO
dete: „Und wenn Tausende fallen zu deiner OO
Rechten und Zehntausende zu deiner Linken, OO
so wird es doch dich nicht treffen”,... OO
„der unter dem Schutze des Höchsten OO
wohnt!” Es wohnt durchaus nicht, wie so OO
manche selbstgerechten Frommen meinen, OO
‒ jeder unter diesem Schutz, sondern nur, OO
wer auf Leben und Tod sich der ewigenOO
Liebe anvertraut!
90 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
FÜNFTER ABSCHNITT
.Ich habe meinem gesamten geistigen OO
Lehrwerk den Namen seines letzten Bandes: OO
„Hortus conclusus” vorbehalten und das OO
Ganze zum Abschluß in diesem Namen zu‐ OO
sammengefaßt, denn es ist wahrhaftig ein OO
„Hortus conclusus”, ‒ ein verschlossener OO
Garten, in den kein Mensch gelangt, wenn OO
ihn seine eigene geistige Führung nicht hin‐ OO
einführt. Ich habe wohl diesen „Garten” an‐ OO
gelegt und mit Liebe, Sorgsamkeit und Hin‐ OO
gabe gepflegt, bis er herangewachsen war, OO
aber ich bin nur der Gärtner, nicht der Herr OO
des Gartens, und kann ihn keinem öffnen, OO
wenn er nicht von dem Herrn des Gartens, OO
‒ der mein ewiger Vater ist, ‒ erwartet OO
wird als Freund. Ich kenne die Freunde OO
meines Vaters in dem ich lebe, und meines OO
Vaters echte Freunde kennen auch mich und OO
93 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
wissen, wo ich zu finden bin, damit ich ihnen OO
öffnen könne. Wer aber kein Recht hat, in OO
diesen verschlossenen Garten zu gelangen, OO
weil er von meinem Vater nicht erwartetOO
wird, dem könnte ich nicht öffnen, auch OO
wenn ich gegen das Gebot verstoßen wollte, OO
das mir auferlegt ist!
.Mit anderen Worten gesagt: ‒ wenn OO
auch alle Schriften, die zusammen mein gei‐ OO
stiges Lehrwerk ausmachen, öffentlich er‐ OO
schienen und dort, wo man Werke des Geistes OO
sucht, zu kaufen sind, so wird doch keiner, OO
der diese Bücher erwirbt, ihre verborgenen OO
Werte erlangen, der dazu nicht bereits be‐ OO
rufen ist! Er kann wohl die Worte lesen und OO
ihren Sinn sich deuten, aber dennoch wird OO
er nicht fassen, was er hier fassen lernen OO
könnte, wenn er bereits dazu berufen wäre. OO
.Nun ist aber in meinen Schriften zugleich OO
alle Anleitung enthalten, wie ein Mensch zu OO
der hier gemeinten Berufung gelangenOO
94 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
kann, und was hier in Betracht kommt ist OO
jedem Leser verständlich, wie auch Bäume OO
und Gebäude eines verschlossenen Gartens OO
denen sichtbar sein können, die noch keinen OO
Einlaß haben, um sich auf den Wegen des OO
Gartens in seine Tiefen zu verlieren. So ist OO
dennoch die Möglichkeit gegeben, daß man OO
mein geistiges Lehrwerk deuten lerne, noch OO
in dieser Erdenzeit. Nur muß solche Deu‐ OO
tung von innen her erfolgen und ist nicht OO
durch Bitten oder Fragen zu erhalten. Ich OO
kann wahrhaftig keinen in mein geistiges OO
Lehrwerk einführen, mag er auch alle meine OO
Schriften besitzen und kennen, wenn er OO
nicht selbst sich dazu bereitet, daß man ihm OO
innerlich zu eröffnen vermag, was ihm OO
derzeit noch verschlossen ist.
.Obgleich dieses geistige Lehrwerk voll OO
Ehrfurcht im Dienste ewigen Offenbarungs‐ OO
willens erwachsen ist, blieb dennoch viel OO
mehr Inhalt in Verborgenheit, als offenbar OO
95 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
werden konnte. In den Schlußrhythmen des OO
„Buches der Königlichen Kunst”, ‒ das in OO
hohen symbolischen Bildern vom Wege zum OO
Geiste spricht und bereits alles im Lichte OO
aufleuchten läßt, was dann in den anderen OO
Schriften der Seele im Einzelnen von allen OO
Seiten her erkennbar wird, ‒ habe ich OO
darauf hingewiesen, daß die mir im Geiste OO
Vereinten, ja im Geiste mit mir bis zur OO
Identität Verschmolzenen doch in ihrem OO
Irdischen zuerst den Gedanken nur schwer OO
ertrugen, daß da nun im Westen durch den OO
Buchdruck jedem der lesen könne, ohne OO
jede Erprüfung dargeboten werden solle, OO
was sie selbst gewohnt waren, erst nach OO
härtesten Prüfungen den dafür Vorberei‐ OO
teten mitzuteilen. An gleicher Stelle ist je‐ OO
doch sodann ausgesprochen, wie diese mir OO
wahrhaftig auch aus dem Fühlen meinesOO
Blutes wohlverständliche Besorgnis entkräf‐ OO
tet wurde durch die Erwägung, daß man OO
mit Namen nennen kann, was verborgen OO
ist, ohne es denen offenbart zu haben, denen OO
96 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
es noch nicht offenbar werden kann. ‒ Es OO
ist im Grunde die ewige Erkenntnis selbst, OO
die alle Offenbarung bewirkt, und nicht etwa OO
der Bildner der Texte in denen sie beschlos‐ OO
sen bleibt für alle, denen sie nicht selbst OO
sich offenbaren will.
.Dahinter steckt keinerlei Geheimnis‐ OO
krämerei, und nichts liegt mir ferner, als OO
das Bestreben, den von mir verfaßten Schrif‐ OO
ten einen mysteriösen Nimbus anzudichten! OO
Sie haben das auch wahrhaftig nicht nötig, OO
denn sie sind selbst Mysterium und leuchten OO
aus ihrer eigenen Lichtesfülle. Ich kann nur OO
immer wieder vor der Torheit warnen, die OO
da vermeint, den „Inhalt” dieser Schriften OO
erfaßt zu haben, weil die Worte dieser OO
Schriften gelesen wurden. ‒ Man kann OO
sie hundertmal „lesen”, ohne ihren Inhalt OO
auch nur zu ahnen, weil der erst dann OO
sich mitteilt, wenn der Lesende sich vor‐ OO
her selbst zu seiner Aufnahme bereitet hat. OO
Ein volles Gefäß kann nichts anderes in sich OO
97 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
aufnehmen, als was es bereits in sich umfaßt. OO
Erst muß darum der Leser zur Leere kom‐ OO
men, bevor er die Lehre meiner Schriften OO
in sich aufnehmen kann! Erst muß er sich OO
selber gereinigt haben, ehe die reinste OO
Erkenntnis, die in den Schriften meines OO
geistigen Lehrwerkes sich verbirgt, ihn zu OO
erfüllen vermag! ‒ Das ist kein Spiel mit OO
Worten, sondern nüchterne Feststellung.
.Man kann auch nicht durch „Hinter‐ OO
türen” in den „verschlossenen Garten” ge‐ OO
langen! Es nutzt nichts, daß man alte und OO
neuere mystische Schriften, alte und neuere OO
Philosophen, oder gar noch okkultistische OO
Bücher befragt um seinen Blick zu schärfen OO
für die Dinge, die in meinen Schriften OO
stehen, ohne daß sie einer finden könnte, OO
der nicht dazu berufen ist. Wer solcher Be‐ OO
rufung teilhaft werden will, der muß nicht OO
nur leben, wie ich ihn leben lehre, und tun, OO
was ich ihm zu raten habe, sondern auch OO
98 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
tagtäglich wieder und wieder ohne Ungeduld OO
die Seiten meiner Lehrschriften abfragen, OO
die ihm noch so vieles verbergen, daß er OO
später kaum fassen kann, wie ihm vormals OO
verborgen sein konnte, was ihm dann son‐ OO
nenklar entgegenleuchtet, wenn er die glei‐ OO
chen Sätze liest. Das ist eine Erfahrung, die OO
jeder macht, der sich zu den Schriften meines OO
Lehrwerkes hingezogen fühlt, auch wenn sie OO
ihm längst mehr zu geben haben, als was OO
er von ihnen zu erhalten erwartet hatte. Und OO
es gibt kein Gebiet des irdischen mensch‐ OO
lichen Lebens, für das nicht Rat und Hilfe OO
aus diesen Büchern zu holen wäre. Weit OO
mehr, als nach Buch- und Kapitelbezeich‐ OO
nung jemals erhofft werden dürfte! Ich sage OO
das nicht nur ohne die leiseste Regung zu OO
Ruhmredigkeit, sondern auch fast ohne OO
Wissen um meine Autorschaft, wie wenn OO
ein Fremder das geschrieben hätte, dem ich OO
Formung geben durfte. Freilich kann ich OO
nicht verhüten, daß ich darum weiß, was OO
dieses geistige Lehrwerk umschließt, und OO
99 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
was daher in ihm zu finden ist. So wäre OO
unnatürlich, wollte ich nicht, daß es mög‐ OO
lichst viele meiner Mitmenschen schon in OO
ihren Erdentagen fänden. Ich habe wahr‐ OO
haftig dieses Findenkönnen, soweit es an OO
mir lag, so leicht gemacht wie ich konnte, OO
und ich suche es ja auch hier durch dieses OO
Kodizill zu meinem geistigen Nachlaß noch OO
zu erleichtern. Das ist wahrhaftig der einzige OO
Grund, der mich veranlaßt hat, das was hier OO
zugefügt wird, noch aufzuzeichnen, und ich OO
wüßte keinen anderen, der mich noch zu OO
dieser Niederschrift nach dem Abschluß des OO
Lehrwerkes hätte bestimmen können. Das OO
Wesentliche muß aber der Leser tun, und OO
wie er es tun kann, habe ich ihm hier noch‐ OO
mals gezeigt.
.Nur in äußerem Zusammenhang sei hier OO
der Zuschriften gedacht, die mir entweder OO
in recht wenig erfreulichem Gönnerton mit‐ OO
zuteilen pflegen, man habe sich die Sache OO
100 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
etwas kosten lassen und sich für „die teurere OO
Halblederausgabe” der Bücher entschieden, OO
oder aber ‒ unverblümt ihrem Befremden OO
Ausdruck geben, daß ich mir meine Unter‐ OO
schrift „so hoch bezahlen” ließe. Allen diesen OO
guten Leuten sei hier zu ihrer besseren OO
Orientierung gesagt, daß mein Honoraran‐ OO
teil an den Büchern, den ich im Erdenda‐ OO
sein nicht entbehren kann, so gern ich auch OO
auf ihn verzichten möchte, und so wenig er OO
gesammelt ergibt, lediglich nach dem Laden‐ OO
preis errechnet wird, den eine broschierte OO
Ausgabe kosten würde, wenn es eine solche OO
gäbe, und daß sich dieser Anteil weder bei OO
Leinen- noch bei Halbledereinband erhöht, OO
da diese dem Verlag ja nur Mehrkosten berei‐ OO
ten. Meine Unterschrift aber erfolgt selbstver‐ OO
ständlich ohne jegliche Honorierung und OO
verursacht mir nur die zusätzliche Mühe OO
neuer Verpackung wie die Kosten und Um‐ OO
stände der Rücksendung. Damit dürften die OO
wunderbaren Errechnungen, die nach den OO
Preisverzeichnissen meiner Bücher ‒ offen‐ OO
101 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
bar an vielen Orten! ‒ vollzogen wurden, OO
wohl endlich richtiggestellt sein. Ich muß OO
diese Dinge für alle Zukunft ausgesprochen OO
haben, denn ich bin es dem Offenbarungs‐ OO
willen im ewigen Geiste, der alleinige Ursache OO
meines Lehrwerkes ist, in meinen Erdenta‐ OO
gen schuldig, dafür zu sorgen, daß dieses OO
geistige Lehrwerk nicht in den Ruf kommt, OO
es sei um des Geldes willen entstanden. OO
Zugleich aber muß ich zu bedenken geben, OO
daß doch die Anzahl signierter Sonder‐ OO
exemplare in jedem Einzelfall mit Absicht OO
so klein gehalten wird, daß aus diesen Vor‐ OO
zugsausgaben für bibliophil interessierte OO
Leser unmöglich nennenswerte Gewinne für OO
Autor und Verleger erwachsen könnten!
.Ich besitze keine Erdkrume des Bodens, OO
auf dem ich mietweise wohne, und die Kon‐ OO
zentration auf die Niederschrift meines Lehr‐ OO
werkes ließ wahrhaftig keinen Erwerb irdi‐ OO
scher Güter zu. Damit aber dieser kleinen OO
Abschweifung auch der Humor nicht fehle, OO
102 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
sei sie abgeschlossen mit dem Bericht, daß OO
mir auch zuweilen in aller Unschuld Briefe OO
geschrieben wurden mit Bitten, dies oder OO
jenes in meinen Büchern doch ein wenig OO
abzuändern, da ich „bei nochmaligem Über‐ OO
legen” sicher zu Resultaten käme, die der OO
Meinung des Lesers „Recht geben” müßten... OO
.Daß Leser, die sich zu solchen Äuße‐ OO
rungen gedrängt sehen, noch keinen Hauch OO
des Geistes verspüren, der das Lehrwerk ver‐ OO
anlaßt hat, dem ich die sprachliche Form OO
geben mußte, wird allen, dem Gegebenen OO
etwas näher gekommenen Freunden des OO
Werkes gegenüber nicht erst „zu beweisen” OO
sein. Wer in solcher schiefen Einstellung OO
seines Denkurteils an die Bücher heran‐ OO
kommt, der wird recht lange Zeit brauchen, OO
um zu entdecken, daß er hier nicht vor will‐ OO
kürlichen Mitteilungen steht, und daß er den OO
Autor allein aus dem durch ihn Gestalteten OO
103 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
erspüren könnte. ‒ Es wäre für solche Leute OO
besser, sie würden nicht eine einzige von mir OO
niedergeschriebene Zeile lesen, weil sie dann OO
wenigstens ohne Verantwortung vor ihrem OO
Ewigen blieben! Wer das geistige Lehrwerk, OO
das hier in Rede steht, einmal kennt, auf OO
dem liegt Verpflichtung, die Erfüllung er‐ OO
wartet. Verpflichtung gegenüber sich selbst! OO
Es war kein „Zufall”, daß er diesen Bü‐ OO
chern im Bereich seiner Sprache begegnen OO
mußte, so zufällig ihm auch vielleicht die OO
Begegnung erschien, da ihm ja in Wahrheit OO
etwas zu-gefallen war, von dem er vordem OO
nichts wußte, und dessen Wert für ihn er OO
vorerst noch nicht abschätzen konnte. Die OO
hier gemeinte Verantwortung wird niemals OO
als eine Last zu empfinden sein. Darum muß OO
ich die Leser dieser Bücher bitten, ihre Ver‐ OO
antwortung sich selbst gegenüber nicht zuOO
vergessen, auch wenn sie auf ihren Schul‐ OO
tern kaum zu spüren ist, denn sie ist nicht OO
minder bedeutsam, als wenn ihre Schwere OO
den Träger keuchen lassen würde! Leider OO
104 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
kommt diese Verpflichtung gegen sich selbst OO
den wenigsten Lesern von sich aus in den OO
Sinn, obgleich fast jede Seite, die ich ge‐ OO
schrieben habe, dazu Anlaß geben sollte, OO
sich zu fragen, ob man weiterhin nicht vor OO
sich verpflichtet sei, aus dem Gelesenen auch OO
Konsequenzen für sich abzuleiten. Viel OO
lieber nimmt man meine Ratschläge hin wie OO
die Aufgaben eines Schulungskurses, in dem OO
man „Fortschritte” zu machen sucht, oder OO
sich quält, wenn sie zuweilen auf sich warten OO
lassen. Aber diese Art, meine Weisungen OO
zu verwenden, ist leider ‒ ihr Mißbrauch, OO
und kann nicht dahin führen, wohin ich OO
den Weg durch mein Werk neu bereitet OO
habe! Diese unerfreuliche, gleichsam alt‐ OO
kluge Art, vermeintlich „in der Lehre zu OO
stehen” ‒ wie man das immer wieder in OO
seltsamer Geschmacksbescheidenheit nennt, OO
ist ein Erlebenwollen neben dem Leben, OO
während mein Lehrwerk gegeben ist, um OO
das Leben leben zu lernen! Alles, was ich OO
anrate, soll das Leben bereichern! Es darf OO
105 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
nicht ein Faden vermeintlichen Erlebens OO
neben dem Leben gesponnen und auf se‐ OO
parater Spindel aufgewickelt werden, in der OO
irrigen Meinung, so würden meine Wei‐ OO
sungen befolgt!
.Alles, was ich in meinem geistigen Lehr‐ OO
werk gegeben habe, lehrt die Liebe zum Leben. OO
Man wird einst auf der anderen Seite wenig OO
Anlaß haben, sein Weiterleben zu lieben, OO
wenn man sein Leben ‒ wie es auch sein OO
mag ‒ hier auf dieser Seite nicht liebt! OO
Selbst einer, der weiß, daß er in wenigen OO
Minuten diesen Erdenkörper verlassen muß, OO
wird noch gut tun, in diesen letzten Augen‐ OO
blicken dem Leben Liebe zu erzeigen. Dem OO
gleichen Leben, das er vorher vielleicht hun‐ OO
dertmal verfluchte, trotz aller Angst, es wirk‐ OO
lich zu verlieren! Wer so sehr das Leben OO
zu verlieren fürchtet der „braucht” zwar OO
das Leben, auch wenn er es nur zum MißOO
brauch braucht, aber ‒ er hat das Leben OO
106 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
niemals geliebt! Wie sollte er auf der anOO
deren Seite des Lebens urplötzlich das Leben OO
lieben lernen?! Wie sollte er in derer Be‐ OO
wußtseinsreich gelangen, die dort das Leben OO
lieben in lichter Glut!? Wie sollte sein eigenes OO
Leben nunmehr in der Liebe leuchten, da OO
es nie in ihm Liebe fand!? Er wird auch OO
auf der anderen Seite das Leben nur „brau‐ OO
chen” und dann kaum ertragen, daß es sich OO
nicht durch ihn verbrauchen läßt... So OO
ist aber auch hier auf Erden kein geistiges OO
Licht zu erlangen ohne glühende Liebe OO
zum Leben! Es ist ein schrecklicher Irrtum, OO
dem jene erliegen, die meinen, sie müßten OO
die Liebe zum Leben ertöten, um „in den OO
Geist” zu kommen! Unsagbares ist durch OO
solchen Wahn an Erdenmenschen gesündigt OO
worden! Freilich hervorgerufen durch den OO
anderen Wahn, als ob Liebe zum Leben OO
gleichbedeutend sei mit Versinken in tier‐ OO
menschlichen Gelüsten und Affekten. Davon OO
aber kann keine Rede sein! Auch wer in OO
den Lüsten des Tiermenschlichen versinkt, OO
107 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
der liebt das Leben nicht, das ihm in seinem OO
tierhaften Leibe anvertraut ist, sondern läßt OO
sich vielmehr nur von dem, was er lenken OO
und leiten sollte, dorthin treiben, wohin er OO
im Grunde nicht einmal wirklich will, ‒ OO
und darum kann er das Leben nicht wahr‐ OO
haft lieben, das ihm erst liebenswert er‐ OO
scheinen würde, hätte er es für alle Dauer OO
in seiner Gewalt.
.Mein geistiges Lehrwerk lehrt weder OO
Askese, noch begünstigt es ungebändigten OO
Sinnenrausch, wobei hier durchaus nicht OO
nur an Sexualität zu denken ist, ‒ weder OO
im Sinne der Verneinung, noch dem unge‐ OO
bändigter Triebhaftigkeit. Alle Erlebens‐ OO
möglichkeit auf Erden, die dem Menschen OO
Kraftquelle werden kann zur Erkräftigung OO
seines Seelenlebens, kann leider ebenso‐ OO
wohl in einer anderen Weise ausgenützt OO
werden, die zu seelischer Not, ja zum Be‐ OO
täuben und Ersticken der Seele führt. Wenn OO
108 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
ich von der Liebe zum Leben spreche, so OO
will ich den Willen im Leser wecken, seiner OO
Seele Nahrung zu schaffen aus dem Leben OO
hier auf dieser Erde. Darum lehre ich den OO
Willen zur Freude! Darum zeige ich, wie OO
alles Geschehen im irdischen Leben das OO
rechte Beten lehren kann! Darum ist allem, OO
was ich lehre, alles Leben dieser Erde ein‐ OO
bezogen, wie immer es dem Menschen in OO
seinen Bereichen hier erlebbar werden mag! OO
Man lese selber im „Buch vom Jenseits” OO
nach, was ich aus geistiger Urerfahrung über OO
die Identität des Lebens, ‒ werde es nun OO
als „Diesseits” oder als „Jenseits” in der An‐ OO
schauung erlebt, ‒ zu sagen habe! Was OO
dort gesagt ist, will Aberglaube und Irrtum OO
aus dem Wege schaffen, damit die Seele OO
sich auch hier auf dieser Erde dem gleichen OO
Leben anvertraut wisse, das ihr ewig er‐ OO
halten bleiben soll. In dieser Identität des OO
Lebens hier im Irdischen wie in allen nach‐ OO
irdischen Bewußtseinsreichen ist alles, was OO
ich zu lehren kam, gegründet! Der Mensch OO
109 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
dieser Erde ist nur eine untergeordnete, tier‐ OO
gebundene Art des ewigen geistigen Men‐ OO
schen, aber unausgesetzt, wenn auch un‐ OO
bewußt, mit jedem, auch dem höchstenOO
Menschtum in innerster geistiger Verbindung, OO
mag er sich ihrer würdig erweisen oder nicht. OO
Soweit er ahnend erfühlt, daß sein Erden‐ OO
leben nur ein kleines Teilstück des Le‐ OO
bens ist, nennt er das ihm noch unbekannte OO
andere Leben „jenseitig”, aber sehr wenigen OO
nur kommt zu Bewußtsein, daß alles irdi‐ OO
sche Erleben nur ein physisch-sinnlichesOO
Gewahren des gleichen Lebens ist, das OO
als „Jenseits” geahnt, geglaubt oder empOO
funden wird, und zugleich jeglicher erd‐ OO
menschlicher Willenswirkung letzte FolgeOO
in sich verwahrt.
110 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
SECHSTER ABSCHNITT
.Ich weiß um eine Zeit, da es mir wahr‐ OO
haftig noch überaus unbehaglich war, meinen OO
Mitmenschen bekennen zu müssen, daß mir OO
im ewigen Geiste wohlvertrauter Besitz ist, OO
was ihnen unmöglich während der irdischen OO
Lebenszeit bereits zugänglich werden könnte. OO
Dieses Unbehagen war um so heftiger, weil OO
meine irdisch ererbte, Wald und Feld ent‐ OO
sprossene Natur allem sich selbst Voran- und OO
Hinausstellen geradezu grimmig entgegen‐ OO
gerichtet ist, und sich mit allen Kräften OO
wehrt, wo immer ihr abgezwungen werden OO
soll, aus ihrer Reserve herauszutreten. Ich OO
habe es wahrlich niemals irgendwo erstrebt! OO
So war es mir aber auch lange Zeit hin kaum OO
erträglich, daß mir verwehrt sein sollte, mei‐ OO
ner irdischen Neigung entsprechend, alle mit OO
mir im ewigen Geiste Identischen, ‒ alle OO
113 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
„eingeborenen” Söhne des Vaters, ‒ soweit OO
sie noch im sichtbaren Erdenkörper lebten OO
und leben, mit ihren irdischen Namen nen‐ OO
nen zu dürfen und ihre irdischen Wohn‐ OO
stätten postgenau bezeichnen zu können, denn OO
dazumal fehlte es mir sehr empfindlich, daß OO
ich vor meinen anderen Mitmenschen nicht OO
wenigstens meine Person durch eine all‐ OO
gemein nachprüfbare äußere Bestätigung aus OO
aller Diskussion gezogen sehen durfte. Es OO
hat recht lange gedauert, bis ich fassen konnte, OO
daß ich mich selbst allein bestätigen müsse OO
vor den Menschen, und durch mein eigenesOO
Wort für mich Zeugnis abzulegen gezwungen OO
sei. ‒ Selbst das Evangelienwort: „Wenn ich OO
für mich selber Zeugnis gebe, so ist mein OO
Zeugnis wahr, weil ich weiß, woher ich ge‐ OO
kommen bin, und wohin ich gehe; ihr aber OO
wißt nicht, woher ich komme, oder wohin ich OO
gehe.” Joh.8,14, konnte mir die irdische OO
Tröstung nicht bringen, die mir im Äußeren OO
vonnöten gewesen wäre, ‒ und wenn ich OO
mir auch selbst sagte, daß einer, der meinenOO
114 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Worten nicht zu vertrauen vermöge, auch OO
keinem Worte derer Vertrauen schenken OO
würde, die in meinen Worten mit mir ver‐ OO
eint, durch mich bereits zu ihm sprechen, OO
so blieb mir das doch nur ein im irdischen OO
Alltag allzu wenig befriedigender Trost. OO
Wenn es mir aber seinerzeit hart und grau‐ OO
sam erschienen war, daß man mir so sorglich OO
jede Möglichkeit verwehrte, im Außenleben OO
Daten zu sammeln, auf die ich notfalls mich OO
hätte berufen können, so bin ich heute nur OO
dankbar für solche Bewahrung vor nicht OO
mehr zu tilgender Schuld, wie sie durch OO
Preisgabe der Verborgenen, die sich selbst OO
im Äußeren nicht der Welt offenbaren kön‐ OO
nen, entstanden wäre, mich niedergeworfen OO
und zertrümmert haben würde, ohne an‐ OO
deren das Geringste zu helfen. Es blieben OO
mir Momente nicht erspart, die einen Wider‐ OO
stand gegenüber guten Verstandesgründen OO
erfordert hätten, den der äußere Mensch am OO
Ende doch in seiner ihn quälenden Bedrän‐ OO
gung nicht mehr aufgebracht haben würde, OO
115 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
so daß mir heute das ehedem nicht Gewährte OO
so wenig verlangenswert erscheint, daß ich OO
darum bitten müßte, mich um des Himmels OO
Willen nicht damit zu belasten, falls man OO
nunmehr die Besorgnis nicht mehr für nötig OO
halten wollte... Glücklicherweise ist solche OO
Entscheidung nun mir allein überlassen! OO
.In ähnlicher Weise, wenn auch durch we‐ OO
sentlich andere Notwendigkeiten bestimmt, OO
bin ich gezwungen, dem Leser der Bücher OO
meines geistigen Lehrwerkes um seinetwillen OO
manches verborgen zu halten und auf manche OO
„Erklärung” des Dargebotenen zu verzichten. OO
Ich bin allerdings der mir ja von meinen OO
früheren Tagen her nur zu gut bekannten OO
Sucht des Verstandes, alles „erklärt” zu sehen, OO
dennoch bis zur alleräußersten Grenze des OO
noch Verantwortbaren entgegengekommen, OO
was freilich keiner bemerkt, der diese Grenze OO
nicht kennt. Man sollte aber dessen dennoch OO
bei der Aufnahme meines Lehrwerkes ein‐ OO
gedenk bleiben, auch wenn man das Mit‐ OO
116 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
geteilte nicht selbst überprüfen kann! Es OO
läßt sich so manches nicht vorher überprüfen, OO
was nachmals recht spürbar zu werden ver‐ OO
mag. Es ist zwar nichts gegen das Suchen OO
nach Erklärung für die Dinge, die dem Erd‐ OO
menschen nicht durchsichtig und verstehbar OO
sind, zu sagen, aber dieses Bedürfnis nach OO
„Erklärung” ist lediglich in der tiermenschOO
lichen Natur begründet und hat mit der OO
ewigen geistsubstantiellen Seele nicht OO
das mindeste zu tun. Es entspricht vielmehr OO
durchaus der Neugier der Tiere, wenn auch OO
auf einem dem Menschen vorbehaltenen OO
höheren ‒ oder genauer gesagt: ‒ durch OO
seine Fähigkeit, auch abstrakt denken zu OO
können, bestimmten Niveau. Erklärungsbe‐ OO
dürfnis ist ein niederes, lediglich gehirnOO
liches Verlangen, und darf nicht mit Sehn‐ OO
sucht nach geistiger Erkenntnis verwechselt OO
werden! Jede „Erklärung” weckt neue „Fra‐ OO
gen”, es sei denn, das Gehirn beruhige sich OO
freiwillig, oder seiner Unzulänglichkeit für OO
wirklich geistige Einsichten bewußt, bei OO
117 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Axiomen. In der Struktur des ewigen Geistes OO
gibt es das nicht, was man im gehirnlichen OO
Bereich „Erklärung” nennt! Hier wird erOO
kannt, aber nicht „erklärt”! Erkenntnis OO
weiß sich fraglos begründet im L e b e nOO
ewigen Geistes, unabhängig von erdachOO
ter Begründung. Wo Erkenntnis erreicht OO
ist, hört jedes Bedürfnis nach „Erklärung” OO
auf. Die Klarheit wirklicher Erkenntnis beOO
darf keiner weiteren Er-klärung und steht OO
hoch über allem, was sich „erklären” lassen OO
könnte. Mein geistiges Lehrwerk aber ist OO
gegeben um zur Erkenntnis zu führen, OO
‒ nicht um die Dinge geistigen Lebens OO
zu ‒ „erklären”! ‒
.Man sage sich los von dem verhängnis‐ OO
vollen Drängen nach „Erklärung”, wenn man OO
den hohen Kräften des Erkennens erreich‐ OO
bar werden will! Erkenntnis wird nur dort OO
erlangt, wo das Verlangen nach „Erklärung” OO
im Menschen überwunden ist. Die Frage OO
„Warum?” ist ein Überbleibsel aus chthoni‐ OO
118 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
scher, erdgefesselt nächtiger Vorzeit, und ist OO
nur dort noch angebracht, wo der Mensch sich OO
um Aufdeckung mechanistischer Zusammen‐ OO
hänge müht! ‒ Im Vokabular der suchen‐ OO
den Seele, die nach dem Bewußtwerden im OO
ewigen substantiellen Geiste strebt, ‒ nach OO
dem Leben in Gott, ‒ darf dieses Wort OO
nicht mehr gefunden werden! Wer anderesOO
lehrt, ist ein Täuscher der Seelen, auch wenn OO
er fest an seine Weisheit glaubt und ehrlichen OO
Herzens helfen will! ‒ Nie könnte ein Erden‐ OO
mensch zur Erkenntnis kommen, wenn es OO
vonnöten wäre, erst allem „Warum?” eine OO
Antwort zu finden, denn auch hinter der OO
letzten Antwort erhebt sich neue Frage. OO
Hier ist die Ur-Schuld zu finden, die jeder OO
Mythos von einem ersten Fall in die Sünde, OO
das ist: ‒ in ein geist-widriges, gott-abOO
gewandtes Verhalten, ‒ aufzeigen will! OO
Längst glaubt der Mensch der jüngeren Zeit, OO
wenn nicht Religionsbekenntnis ihn noch OO
bindet, solchen Mythen hoch sich überhoben, OO
und es ahnen nur wenige, was diese Ge‐ OO
119 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
staltungen weit höherer Einsicht als sie selbst OO
heute besitzen, für alle Zeiten der Seele zu OO
verwahren suchen. „Gott sprach” ‒ will OO
besagen: Gott ließ den Menschen erkennenOO
und sprach aus eines Leuchtenden sprechen‐ OO
dem Mund. Wo aber der Mensch das „Gebot” OO
übertrat, dort handelte er entgegen der ihm OO
gewordenen Erkenntnis. Es ist die im wört‐ OO
lichsten Sinne des Wortes „un-schuldige” OO
Tierseele, die im Kinde tausende Male OO
„Warum?” fragt und jedesmal ein „Weil!” OO
erwartet. Unzählige Menschen bleiben ihr OO
ganzes Erdenleben lang ihrer Tierseele hörig, OO
und nur verhältnismäßig wenige lernen all‐ OO
mählich ihre ewige, geistsubstantiell im lau‐ OO
teren Lichte lebendige Seele kennen. Diese OO
ewige Seele aber kennt kein „Warum?” und OO
„Weil!” aus eigenem Bedürfen, wohl aber OO
weiß sie den Drang der Tierseele mitzufühOO
len und in deren Unvermögen zur Erkenntnis OO
begründet. So sucht sie selbst diesem Drang OO
zu geben, was ihm gegeben werden kann, OO
um ‒ ihn zurückzudrängen, damit OO
120 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
sie der Tierseele Vertrauen finde und willige OO
Einordnung in die Planung ewigen Geistes‐ OO
willens im Menschen dieses Planeten, dem OO
niemals durch „Erklärung” die Befreiung OO
aus der Hörigkeit unter der Tiernatur kom‐ OO
men kann, sondern nur durch Erkenntnis. OO
.Erkenntnis im ewigen Geiste ent‐ OO
stammt aber wahrlich anderen und uner‐ OO
meßlich höheren Regionen als das, was OO
man in den Bezirken irdischen DenkensOO
und gehirnlichen Forschens wohl auch ge‐ OO
wohnterweise als „Erkenntnis” bezeichnet. OO
Erkenntnis im ewigen Geiste ist eine leben‐ OO
dige, ihrer selbst, auch außer dem Bewußt‐ OO
sein des Erdenmenschen, bewußte Kraft, die OO
ewigem Geiste entstrahlt, und wie das Ur‐ OO
gute selbst, alles Gute, alle Liebe und alles OO
Lichte in sich umfaßt. ‒ Was hier gemeint OO
ist, hat nichts zu tun mit den Denktriumphen, OO
die das manische Grübeln überzüchteter öst‐ OO
licher Gehirne schon vor Jahrtausenden als OO
121 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
„Erkenntnis” pries! Erkenntnis im ewigen OO
Geiste ist ein Ewiges, das sich im Zeitlichen OO
menschlichem Bewußtsein zu eigen gibt. OO
Nichts, was durch Folgerungen aus Gedanken OO
entstanden ist! Nichts, was durch Denken OO
etwa zu „beweisen” wäre oder solchen Be‐ OO
weises bedürfte! Aber nach dieser Erkennt‐ OO
nis verlangt alles Sehnen im Menschen, auch OO
dann, wenn sein Denken alle Reiche der OO
äußeren Natur und gedanklicher Spekulation OO
durchwandert, oder die Meere der Gedanken, OO
die jemals von Menschen gedacht worden OO
sind, mit geschwellten Segeln durchfährt. OO
Was immer auch an „Erkenntnissen” auf OO
diesen Fahrten und Wanderungen erlangt OO
werden mag, ‒ stets ist solche „Erkennt‐ OO
nis” nur Feststellung. Aller Freude diesesOO
„Erkennens” folgt die Resignation und das OO
Bedauern, daß man am Ende ist, wo man OO
seinem Streben noch lange kein Ende setzen OO
würde. Nicht in der Weise solchen Forschens OO
und Denkens wird man meinem geistigen OO
Lehrwerk begegnen dürfen, wenn man er‐ OO
122 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
langen will, was es darzubieten hat! Darum OO
warnte ich auf so manchen Seiten dieser OO
Bücher ebenso vor dem unfruchtbaren geOO
danklichen Zerspalten wie vor dem bloßen OO
Einsammeln dessen, was in ihnen zu finden OO
ist. Wenn nicht ohne Grübeln und Speku‐ OO
lieren aufgenommen wird, was bei dem Leser OO
Aufnahme erwartet, dann kann es sein Bestes OO
nicht bei ihm lassen. Er liest und merkt nicht, OO
daß er nicht das, was ich niedergeschrieben OO
habe, sondern ‒ seine eigenen GedankenOO
liest, so wie sie eben meine Worte in ihm OO
erregten. Eine Anregung zu Abwandlungen OO
eigener Gedanken kann freilich aus jedem OO
Satz eines jeden Autors kommen, aber es OO
ist nicht der Zweck meiner Schriften, den OO
Leser zum Weiterdenken zu überreden, auch OO
wenn sie gewiß genügend dazu Anlaß geben OO
können. Wie der Sand, den die Gold‐ OO
wäscher sieben, gewiß noch zur Mischung OO
guten Mörtels gebraucht werden könnte, in‐ OO
dessen man ihn beiseite läßt und nur das OO
gefundene Gold verwahrt, so handelt es sich OO
123 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
auch in meinen geistigen Lehrschriften wahr‐ OO
haftig um anderes, als um Anregungen des OO
Denkens! Dieses Andere ist in erster Linie, OO
‒ da es das Nötige, Unerläßliche ist, aus OO
dem alles Weitere erwächst, ‒ die Erwirkung OO
der Erkenntnis im ewigen Geiste, die mit OO
Sicherheit erfolgt, wo die Lehre das LebenOO
durchdringt und nicht nur das Gehirn!
.Ist es einmal dem Leser gelungen, die OO
rechte Weise des Lesens zu finden, in der die OO
Bücher dieses geistigen Lehrwerkes gelesen OO
sein wollen, so wird er sehr bald entdecken, daß OO
sie ihm die Schätze ihrer Texte nur dann zu OO
eigen geben können, wenn er auch dort, wo OO
Notwendigkeit verlangt, daß er sein Fragen OO
zügle, sich zu meistern weiß. Er wird dann bald OO
nichts mehr zu fragen haben, da er Erkennt‐ OO
nis erlangte, die keine Frage mehr in der OO
Seele findet! Es handelt sich, wie ich oft genug OO
betont haben dürfte, um ein Werden, nicht OO
um ein Wissen! Inhalt und Form meiner OO
124 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Bücher, die das Lehrwerk bilden, schließen OO
sich zusammen, um den Leser das werdenOO
zu lassen, was er sein muß, wenn er zur Er‐ OO
kenntnis im Ewigen kommen soll. Anders OO
ist das nun einmal hier auf Erden unerreich‐ OO
bar, und der Leser schädigt sich selbst, wenn OO
er meine Worte mit seinen schweifenden Ge‐ OO
danken mengt, die allzumeist nicht einmal OO
die seinen sind, auch wenn er längst ver‐ OO
gessen hat, aus welcher obskuren Küche sie OO
ihre Nahrung empfingen, bevor er ihnen OO
Obdach und Nahrung bot. ‒ Lernt lesen, OO
wie man meine Bücher lesen muß. Ihr OO
werdet es nicht bereuen! Es ist unmöglich, OO
das, was diese Bücher vermitteln können, OO
zu empfangen, wenn man sie wie die Zei‐ OO
tung liest, oder wie Eisenbahnromane! Vor OO
allem muß man ihnen Zeit geben, in die OO
Seele einzudringen, um die der Staub so OO
mancher Nichtigkeit eine dicke Hülle legte. OO
Je ruhiger der Leser während dieser Zeit OO
seine Gedanken hält, desto eindringlicher OO
wird ihm bewußt, was zu ihm gekommen OO
125 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
ist. Das alles ist von vielen lange schon und OO
oft erprobt, doch dürfte es vielen anderen OO
immer noch anzuempfehlen sein.
.Ich sehe auch viele, die sich mir zu‐ OO
gehörig und bei mir geborgen glauben, aber OO
nur sich selber meinen, wenn sie den Namen OO
nennen, der mich im Geiste bezeichnet. Sie OO
glauben in vermessenem Glauben, daß ihnen OO
alles zu eigen sei, was sie hier auf Erden OO
sich zu eigen geben, und ahnen nicht, daß OO
sie dereinst vor der Frage stehen werden, OO
‒ mit welchem Rechte sie sich dessen be‐ OO
dienten, was ihnen nicht zugehörte... Ich OO
muß sie warnen, solange Warnung sie noch OO
vor Selbstverurteilung bewahren kann, und OO
wahrlich wollte ich, daß meine Warnung OO
sie bewahren würde! Aber ich kann nicht OO
verhüten, daß sie am Ende dennoch zu OO
Schaden kommen, wenn sie zu rechter Zeit OO
nicht noch erkennen, daß die Gesetze ewigen OO
Geistes keine Phantasiegebilde sind, die sich OO
der Erdmensch nach seiner Neigung zurecht‐ OO
126 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
zubiegen vermag. Wenn Wahl und Willkür OO
gestaltet hätten, was ich in meinem geistigen OO
Lehrwerk dargeboten habe, dann wäre gewiß OO
auch der Wahl und der Willkür anheimgestellt, OO
was sie davon sich zueignen wollten. Da ich OO
aber nicht aus irdischem Ermessen irdische OO
Meinung formte, sondern Worte des Vaters OO
in dem ich lebe, darbot wie ich sie durch OO
mein eigenes Wort gestalten konnte, so steht OO
alles, was dieses Lehrwerk umfaßt, nicht mehr OO
in meiner, des Formers Hand, sondern unter OO
geistigem Gesetz! Ich hätte gewiß auch, wenn OO
mich nur Schaffensdrang bestimmt haben OO
würde und Wille zu helfen, nach freier OO
irdischer Neigung viel lieber ein systema‐ OO
tisches Werk aus meinem inneren Wissen OO
heraus gestaltet, das in einem wohldurch‐ OO
dachten Lehrgang den Leser Stufe um Stufe OO
emporgeführt haben würde. So aber war ich OO
gehalten, jeweils zu formen, was ich im Vater OO
empfing, und alles in so freier Folge zu geben, OO
wie sich Natur gibt, wo sie der Mensch der OO
Erde nicht in seine Regeln zwängen kann. OO
127 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
.Zu gutem Ende sei hier nun noch ein OO
Hinweis wiederholt, auch wenn er längst in OO
meinem Lehrwerk gegeben wurde, dort, wo OO
ich vom „Wert des Lachens” sprach. Es war OO
wie eine Probe aufs Exempel, daß ehedem OO
gerade das Buch, in dem diese Abhandlung OO
zu finden ist, ein Bild von mir beigeheftet OO
erhielt, das wohl auch vorher mir wenig ent‐ OO
sprach, das ich aber so, wie es die Kunst‐ OO
anstalt für den Druck bereitet hat, nicht mehr OO
ausstehen konnte, so daß mir nur übrig OO
blieb, herzhaft ‒ zu lachen. Wer es fertig OO
bringen würde, die Worte des Buches mit OO
dem Bild zu vereinen, der sollte es ruhig OO
beigeheftet lassen, und wer fühlte, daß da OO
„ein Riß” durch das Buch ging, der konnte OO
ja wählen, was ihm lieber war: ‒ Bild oder OO
Buch, und das, was ihm nicht gefiel, entfer‐ OO
nen. Hier aber will ich darum bitten, doch OO
öfters nachzulesen, was dort über den Wert OO
des Lachens zu lesen steht. Es ist für die OO
rechte Aufnahme meines geistigen Lehr‐ OO
werkes wesentlich! ‒ Ich meine freilich ge‐ OO
128 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
wiß nicht, daß man über ernste Dinge lachen‐ OO
den Mundes dahinlesen soll, aber ich möchte OO
den Leser befreit sehen von der leidigen Ge‐ OO
pflogenheit, sogleich eine Leichenbittermiene OO
aufzusetzen, wenn von ewigen Dingen und OO
von Gott die Rede ist! Ein merkwürdiger OO
„Gott” malt sich da in den Gehirnen, wenn OO
man ruhig von ihm glauben kann, er erwarte, OO
daß die Seinen ihm nur trist und mit hän‐ OO
genden Ohren begegnen sollten, weil sie, um OO
ihre Sünden wissend, voll Trauer sein müß‐ OO
ten! Daß diese traurig enge Gottesvorstel‐ OO
lung der Wirklichkeit gegenüber einer Got‐ OO
teslästerung gleichkommen würde, wenn Gott OO
wirklich zu „lästern” wäre, was ja ebenfalls OO
eine solche schauerliche Vorstellungsverir‐ OO
rung ist, wird den armen Hirngefesselten, OO
die ihrem erträumten Gott nur in der „Zer‐ OO
knirschung des Herzens” vor Augen kommen OO
zu dürfen glauben, natürlich nicht bewußt, OO
so daß sie schuldlos bleiben in ihrem Wahn. OO
Sie, wie ihre glaubensstarken Lehrer solchen OO
Glaubens, möge er christlichen oder anderen OO
129 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Lehren zugetan sein! Wer aber klarsehen OO
will, dem muß ich mit aller Unbedingtheit OO
sagen, daß jede vermeintliche „Gottesnähe” OO
eitel Täuschung ist, wenn der Mensch ‒ seiOO
nen Humor dabei verliert! Ich bitte auch OO
nachzulesen, was ich in den Lehrworten OO
rhythmischer Fügung: „Ewige WirklichOO
keit” über „Göttliches Lachen” und unter OO
„Selbstüberlegenheit” zu sagen hatte!
.Da nun mein geistiges Lehrwerk nicht OO
dazu da ist, den Trieb nach Wissen verbor‐ OO
gener Dinge zu stillen, sondern ins LebenOO
eingehen soll, so ist es notwendig, sich vor OO
Augen zu halten, daß nur ein Leben, dem OO
das Lachen nicht fehlt, das rechte Leben im OO
Willen meines Lehrwerkes ist. Bei sauer‐ OO
töpfigem Brüten kommt man damit nicht OO
weiter! Und es behaupte keiner, daß die Er‐ OO
denmenschen heute weniger als je einen OO
Anlaß zum Frohsein fänden! Hier ist im OO
Gegenteil zu sagen, daß alles weit besser wäre OO
auf dieser Welt, wenn die Menschen sich OO
130 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
dazu verschwören würden, vor allem frohOO
sein zu wollen und einen bewußten star‐ OO
ken Willen in sich zu wecken, allem Trüben, OO
Gräßlichen und Schauerlichen, das sie um‐ OO
gibt, ihr Streben nach Lebensliebe entgegen OO
zu setzen. Man kann das Böse, das immer OO
noch da ist, auch wenn einer meinte, in ein OO
„Jenseits” von Gut und Böse führen zu können, OO
nicht dadurch aus der Welt schaffen, daß man OO
darüber „böse” ist. Man kann es nur eindäm‐ OO
men durch eigene Güte. Freilich wirkt Güte OO
nicht so plötzlich wie Kanonenschüsse, denn OO
Güte will ‒ helfen, ‒ nicht zerstören!
.Wer meine Bücher liest und nicht von OO
Tag zu Tag mehr der Herzensgüte, voll froher OO
Lebensliebe, Zuwachs in seinem Dasein schafft, OO
so daß er mehr und mehr für seine Nächsten OO
und Fernsten zu einer lichten Sonne der Güte OO
und des frohen Lebens wird, ‒ erst recht, OO
wenn aller Anlaß vorliegt, tief traurig zu sein, OO
‒ der lernt vielleicht diese Bücher: „ausOO
wendig” und könnte sie aufsagen wie das OO
131 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Kind sein erlerntes Gedicht, aber er ist demOO
wirklichen Inhalt meines Lehrwerkes noch OO
unendlich fern! Mir sind Leser lieber, die OO
nichts „im Kopf” behalten, weil alles in ihrOO
tägliches Leben eingeht, sobald sie es ge‐ OO
lesen haben!
.Was ich hinterlasse, ist weder eine neue OO
„Religion” noch schließt es Verpflichtung zu OO
einem bestehenden „Glauben” ein. Es ist viel OO
mehr im ewigen Geiste lebendige, mit mir OO
selbst identische Lehre, wie der Mensch auf OO
Erden, wo er auch stehe, sein Leben glück‐ OO
lich und der heiteren Sicherheit des Erken‐ OO
nenden froh, leben lernen kann, um dann OO
in heller, freudvoller Zuversicht dem Über‐ OO
gang zu begegnen, wenn dieser Erdenkörper OO
eines Tages die ihm zu Dank verpflichtete OO
Seele freigeben wird, die in ihm und durch OO
ihn sich zeitbestimmt in dieser äußeren Erden‐ OO
welt erlebt. Möchten sich aber nur jene um OO
meinen Nachlaß bemühen, die hier wahrhaft OO
„erbberechtigt” sind!
132 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
SIEBENTER ABSCHNITT
.Wesentlich, und für den wahrhaft in OO
sich zu Gott Wollenden wichtig wie die OO
ewige Liebe von ihrer zartesten bis zu ihrer OO
urmächtigen Äußerungsform ist die DankOO
barkeit! Das Empfinden seiner selbst als OO
eines Dankenden muß die Grundhaltung OO
jedes Erdmenschen sein, der danach ver‐ OO
langt, daß sein lebendiger Gott sich in OO
ihm „gebäre” und ihn mit seinem ewigen OO
Lichte erfülle! Alles, was mein Lehrwerk OO
umfaßt, setzt unausgesprochen den innerlich OO
Dankenden voraus: ‒ den Menschen, OO
der nicht nur für sein Dasein voll Dank OO
ist, möge es ihm auch nur irdische Marter OO
bringen, sondern auch für das KleinsteOO
Dank empfindet, was jemals an Freundlich‐ OO
keit, allerbescheidenster Schönheit, Gütig‐ OO
keit, Mitgefühl und sorgender Liebe in sein OO
Leben trat. Wer sich Rechenschaft gibt, der OO
sieht zu seinem Erstaunen, daß all sein Erden‐ OO
leben erfüllt ist mit Tausenden von kleinen OO
135 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
und kleinsten Dingen, die noch Dank von OO
ihm erhoffen, so wenig er sie auch bis heute OO
beachtet hat. Hier sind die allermeisten OO
Menschen unbewußt undankbar, auch OO
wenn sie tief dankbar sind aus Natur, für OO
jegliche Förderung, jegliche Hilfe und jede OO
Wohltat, die sie als solche empfinden.
.Alle Freude gedeiht erst zu bleibender OO
Kraft, wo Dank für genossene Freude ihr OO
den Boden bereitet. Daß man seinem Beten OO
die innerste Kraft entzieht, wenn nicht der OO
Dank auch das Bittgebet erfüllt, ist deut‐ OO
lich in meinen Worten vom Gebet gesagt. Es OO
darf aber nie dazu kommen, daß man erst dort, OO
wo Dank „unumgänglich” ist, ein Dankgefühl OO
mühsälig*) und unter Zwängen in sich er‐ OO
zeugt, sondern die Dankbarkeit muß LebensOO
bedürfnis werden, ‒ muß im Tiefsten Nah‐ OO
rung finden und alles Erdenleben durch‐ OO
dringen. Vor allen Lebensempfindungen muß OO
sie bevorzugt sein, und ihr muß das wärmste OO
* Ich weiß, daß man sonst „mühselig” schreibt!
136 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
Strahlen der Liebe gehören! Dankbarkeit OO
ist keine bloße „schöne Eigenschaft”, keine OO
„Tugend” und keine „Pflicht” vererbter Kon‐ OO
vention, sondern eine Grundkraft der ewigen OO
Seele des Menschen. Unzählige andere Kräfte OO
werden aus dieser Grundkraft genährt. Da OO
auch die vergängliche Tierseele seines Körpers OO
sich im Erdmenschen erlebt, so ist es kein OO
Wunder, daß er auch das Sympathiegefühl OO
in sich verspürt, das zuweilen Tiere, wo Er‐ OO
innerung an Wohltat in ihnen haftet, so stark OO
zum Ausdruck bringen, daß man von einer OO
„Dankbarkeit der Tiere” spricht, ‒ aber von OO
dieser Art „Dankbarkeit” ist hier nicht die OO
Rede. Wenn auch das Tier aus seinem Sym‐ OO
pathiegefühl heraus imstande ist, sich selbst OO
zu opfern, sobald es Gefahr für den Menschen OO
erkennt, dem seine Zuneigung gehört, die OO
vielleicht durch eine empfangene besondere OO
Wohltat vormals ausgelöst worden war, so OO
ist doch bei alledem nichts von jener Dank‐ OO
barkeit im Spiele, die als Voraussetzung jedes OO
Menschenleben durchdringen muß, in dem OO
137 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
zu irdischer Zeit sein lebendiger Gott zum OO
Bewußtsein der ewigen Seele gelangen soll. OO
Man darf nicht sagen, ich hätte davon zu OO
selten gesprochen. Fast jede Seite meiner OO
ersten Schriften schon zeigt deutlich, was OO
vorausgesetzt wird! Wenn ich nicht wört‐ OO
lich und im besonderen von „Dankbarkeit” OO
sprach, so hielt mich Besorgnis zurück, daß OO
man solchen Worten die Deutung unterlegen OO
könne, es sei auf persönliche Dankbezei‐ OO
gung für mich selber hingezielt. Heute aber OO
hoffe ich, solcher Besorgnis mich entziehen OO
zu dürfen, so daß ich dieses „Letzte Wort” zu OO
meinem geistigen Lehrwerk nicht abschließen OO
will, ohne des hohen Lebenswertes der Dank‐ OO
barkeit noch ausdrücklich zu gedenken.
.Da ich aber wohl annehmen darf, daß OO
man weithin jetzt weiß, wie ferne mir jeg‐ OO
liches Dankesbegehren liegt und wie wenig OO
sich meine Art dazu eignet, auch nur im OO
Gebiet des äußeren Lebens Dankesworte OO
anzuhören, so läßt sich wohl auch erwarten, OO
138 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
daß man es nicht mißdeutet, wenn ich mir OO
dennoch, dort wo es unausweichlich geboten OO
ist, danken lasse für die irdische Mühe der OO
Übermittlung dessen, was mir im ewigen OO
Geiste vertrautes Besitztum ist. ‒ Ich würde OO
die geistige Kraft der Dankbarkeit an ihrerOO
Entfaltung in der ewigen Seele des Dan‐ OO
kenden hindern, wollte ich dort, wo wirk‐ OO
lich Dank empfunden wird, mich einer OO
hemmenden irdisch ererbten Idiosynkrasie OO
überlassen und mich dem Ausdruck des OO
Dankes entgegensperren. Ich muß hier HelOO
fer sein, indem ich zum Empfänger des OO
Dankesausdruckes werde!
.Dankbarkeit, wie sie vonnöten ist um OO
in Ewiges Eingang zu finden, bedarf aber OO
kaum des Wortes. Von den ersten Tagen an, OO
als sie begonnen hatten, den Sinn meiner OO
Rede zu verstehen, hörten meine Kinder OO
von mir, daß zwar die selbstverständliche OO
Höflichkeit verlange: „Danke!” zu sagen, OO
daß aber das schönste Dankeswort so gut wie OO
139 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
gar nichts bedeute, gegenüber dem Dankes‐ OO
Empfinden und dem daraus folgenden OO
Dank-Tun! Sie können heute selbst be‐ OO
zeugen, wie reich an innerem Glück das OO
„Danktun” machen kann. Dank-Tun läßt OO
nicht ruhen in dem an sich schon beglücken‐ OO
den Suchen nach im Bereiche des Rechten OO
und Guten zu findenden Möglichkeiten, OO
gleichfalls Dankeswürdiges zu tun, werde es OO
nun dem Menschen, dem gegenüber Dank OO
empfunden wird, bekannt oder nicht. Solches OO
Bestreben aber kann die besten Kräfte der OO
Seele zur Entfaltung bringen, den WillenOO
bei einem bestimmten Ziele halten und den OO
Verstand ermuntern, alles zur Erreichung OO
dieses Zieles aufzubieten. Der höchsteOO
Gewinn aber bleibt für die Dauer erhalten, OO
als Durchdringung des ganzen LebensOO
mit jenem Danken-Können, das Vorbedin‐ OO
gung eines jeden echten Aufstiegs zu ewig OO
geistiger Erkenntnis ist. Niemals darf man OO
ein Kind zum Danken zwingen! Man hat OO
als Erwachsener hingegen die seelisch ge‐ OO
140 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
forderte Pflicht, ihm zu helfen ‒ wie es OO
sich freiwillig helfen läßt ‒ das Glück OO
des Danken-Dürfens empfinden zu lernen! OO
Von dem, der zum innersten UrsprungOO
seines Lebens, ‒ zur Bürgschaft der ewigenOO
Dauer dieses Lebens in GottgemeinsamOO
keit strebt, wird aber im ewigen Geiste ver‐ OO
langt, daß er auch für das Danken-DürfenOO
schon dankbar ist, damit er innewerde, was OO
ihm in diesem „Dürfen” an Glückesmöglich‐ OO
keit gegeben wurde...
.Das Danken-Können muß allmählich OO
so entwickelt werden, daß es auf den leise‐ OO
sten Anlaß reagiert, der Dankesempfinden OO
hervorrufen könnte. Es ist nichts leichter OO
als diese Entwicklung, wenn man sie wirk‐ OO
lich will! Man muß sich nur daran ge‐ OO
wöhnen, Tag für Tag und auf jedem Schritt, OO
nach Anlaß zu Dankesempfindungen in sich OO
selbst und in der Außenwelt bewußt zu ‒ OO
suchen. Hier läßt sich schwerlich des Guten OO
zuviel tun, aber was sich finden läßt, kann OO
141 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
alles Erwarten hoch übersteigen. Freilich OO
nutzt hier die bloße Selbsteinrede oder gar OO
die leere Geste nichts! Man darf sich auch OO
nicht zwingen wollen zu einem Gefühl, OO
dem alles im Innern widerstrebt und das nur OO
Vortäuschung bleibt, auch wenn man es OO
schlecht und recht zu empfinden glaubt! OO
Der Himmel aber halte diese Worte des Rates OO
allen denen fern, die ohnehin schon der OO
Schrecken ihrer Umgebung sind, weil sie von OO
morgens bis abends keine Gelegenheit ver‐ OO
säumen, die Ohren zu langweilen mit ihrer OO
ständig wiederholten Predigt über all das, wo‐ OO
für ‒ die anderen ‒ dankbar sein müßten! OO
.Soll die große seelische Kraft der echten OO
Dankbarkeit zur Auslösung kommen, so ist es OO
am besten, möglichst wenig von Dank und OO
Dankesempfinden zu reden. Ist sie aber ein‐ OO
mal entfaltet worden, so daß jeder Grashalm, OO
jedes Blütenreis, jeder Sonnenstrahl, jedes OO
leidlich gute Wort eines fremden Menschen, OO
den man nach dem Wege fragte, oder schließ‐ OO
142 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
lich schon das eigene Wohlbefinden bei guter OO
Gesundheit, wie die geringste Erleichterung, OO
wenn der Körper Schmerz oder Krankheit OO
bewältigen muß, voll Dank im Bewußtsein OO
begrüßt wird, dann ist auch der Weg nicht OO
mehr weit zu jener steten Dankes-BereitOO
schaft, die fast ein Vorher-Darbieten des OO
Dankes ist, und die kraftvollste Hilfe eines OO
jeden Menschen, der den Weg beschreitet, OO
den mein Lehrwerk finden lehrt! Von solcher OO
Dankes-Bereitschaft bis zu dem Seelen‐ OO
frieden, „den die Welt nicht geben kann”, OO
weil er nur in der selbst herbeigeführten OO
eigenen inneren Ruhe erlangbar wird, ist OO
dann nur noch ein Schritt!
.Aber auch diese innere Ruhe muß Tag OO
um Tag gepflegt, geübt, und bei ihrem Kön‐ OO
nen erhalten werden. Sie wird nur äußerst OO
selten als eine Folge angeborener Neigung OO
gefunden, sondern muß fast in jedem Falle OO
durch den Willen erworben werden und OO
durch Übung zum „Können” kommen. Mit OO
143 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
dem bloßen Empfinden innerer Ruhe, solange OO
auch außen alles ruhig bleibt, ist noch wenig OO
getan. Erst wenn jede äußere Unruhe nur OO
die Nerven und die Gehirngedanken zu OO
erregen vermag, während im seelischen Innern OO
alles ruhig bleibt und den ganzen Sturm be‐ OO
trachtet, als trage er sich zu auf einer fernen, OO
fremden Welt, obwohl man sich sehr genau OO
daran beteiligt weiß und seine Stöße heftig OO
empfindet, ‒ erst dann darf man sagen, man OO
habe seine innere Ruhe erlangt. Viele Men‐ OO
schen aber kommen niemals zu dieser Ruhe, OO
weil sie zuviel von sich verlangen. Statt nach OO
der Erregung ihrer Nerven und Gehirngedan‐ OO
ken nun nach innen zu gehen, wo die Ruhe erOO
halten blieb, meinen sie, es könne in ihnen OO
erst wieder Ruhe geben, wenn Nerven, Affekte OO
und Gedanken sich im Äußeren beruhigt ha‐ OO
ben würden. Das ist nur ungeheuerliche Kraft‐ OO
vergeudung, denn die innere Ruhe ist sofortOO
in der Seele, wo sie erhalten blieb, auch wieder OO
zu erlangen, und die verstörten Nerven finden OO
alsbald danach wieder ihr Gleichgewicht.
144 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
.Alles aber, was dieser letzte Abschnitt OO
bisher noch beschrieben hat, ist gleichnis‐ OO
weise nur „Vorland” vor dem „Hortus con‐ OO
clusus”, der mein geistiges Lehrwerk in sich OO
umschließt, und muß längst bekanntes Ge‐ OO
lände geworden sein, wenn man mit einigem OO
Recht nun Einlaß zu finden hoffen will. OO
Aber das Dorngestrüpp dieses Vorlandes OO
wurde immer wieder von mir gerodet, und OO
Pfade wurden getreten, die nicht zu ver‐ OO
fehlen sind. Gehen muß man sie freilich OO
selbst! Ich fürchte, daß noch viele weit OO
draußen vor dem „Vorland” sind, die sich OO
behaglich wohl in der Täuschung fühlen, OO
mir recht nahe zu sein... Ich kann nur OO
warnen vor solchen allzuwillfährigen Träu‐ OO
men, aber ich kann nicht ändern, was nur OO
der Suchende selbst allein zu ändern OO
vermag. Wie oft soll ich noch sagen, daß OO
hier die Entscheidung nicht in meinen Hän‐ OO
den liegt, da jeder Schritt auf dem Wege OO
zum Geiste aus freier Entschließung er‐ OO
folgen muß! Nur Charlatane und durch sich OO
145 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
selbst schon betrogene Betrüger suchen nach OO
Hörigen, und halten sie unter einem er‐ OO
probten wirksamen Willenszwang!
.Ich müßte den Inhalt vieler meiner OO
Schriften hier wiederholen, wollte ich allen OO
Fragen nochmals Antwort bringen, die mich OO
trotz aller Abwehr immer noch gelegentlich OO
erreichen. Noch immer begreift man nicht, OO
daß mir nicht das Mindeste daran gelegen OO
ist, ob ein Mensch sich Fragen zu machen OO
versteht. Mein ganzes Werk ist geworden, OO
damit der Suchende sich selbst seine Ant‐ OO
wort finden lerne! Ich will jeden, dem meine OO
Worte gelten, auf eigenen Füßen stehenOO
und sich frei bewegen sehen. Nicht an OO
Krücken humpelnd und nicht auf Stelzen OO
stolpernd! Auch seine innere Führung findet OO
nur, wer ihr gemessenen Schrittes auf eigenen OO
festen Füßen zu folgen weiß! ‒
Signatur   Joseph Anton Schneiderfranken.
146 Kodizill zu meinem geistigen Lehrwerk
ENDE